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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Leon-Lomeni, Band 15
Seite - 368 -
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Lodoli 368 Lodoli d. i. Kriminalrecht (1810 und 1827); es ist dieß eine Nebersetzung deS Feuer« b ach'schen Werkes, welche er in Gemein» schaft mit Cebrikow und Polonsky ausführte; — „^o^/ssH^'H nKs/az.'?s- n?)a«, d. i. Logischer Unterricht (Peters« bürg 1807); — „2^o?-/?a oö setz/a^ ^av" , d. i. Theorie des allgemeinen Rechtes (ebd. 1828). Noch soll er Zeiller's Naturrecht in's Russische übersetzt haben. Annalen der Literatur und Kunst in dem öfter« reichischen Kaiserthume (Wien. A. Doll. 4<>.) Iahrg, l804. Intelligenzblatt Nr. l , Sft. 5. — Neue Annalen der Literatur in dem öster- reichischen Kaiserthume (Wien. Ant. Doll, 8«.) I-Jahrg. (l807), Intelligenzbl. des Monats December, Sp. 268 Lodoli, Karl (Architekt, geb. zu Venedig im Jahre 1690, gest. zu Padua im Jahre 1771, nach Anderen bereits im Jahre 176!). Entstammt ewer venetianischen Patricier «Familie. Im Jahre 1706. 16 Jahre alt. floh er heimlich nach Cattaro und trat gegen den Willen seines Vaters in den Franzis- kanerorden. In demselben setzte er seine Studien zuerst in Cattaro, dann von seinen Oberen nach Rom geschickt, daselbst fort. Geometrie und die griechische Sprache betrieb er mit besonderem Eifer, in Rom aber erwachte die Liebe zu den schonen Künsten in ihm. I n Forli studirte er Philosophie und Theologie. Nun wurde er im Lehramte verwendet und lehrte zu Verona durch fünf Jahre die Philosophie. Darauf kam er nach Vene« dig, trug dort theologische Wissenschaften vor, zugleich vertrauten ihm vornehme Partricierfamilien die Erziehung ihrer Kinder an und so wurde Lodol i der Lehrer von Angelo Emo sBd. IV, S. 33) und Andreas Memmo. Die Republik übertrug ihm auch die Revision der Bücher, wahrend ihn sein Orden mit manchem ehrenvollen Amte betraute. Lodol i war ein gründlicher Denker und wendete seine Logik zu dem eigen- thümlichen Zwecke an. die Absurdität der bisherigen Architectur nachzuweisen. Es war dieß ein gewagtes Unternehmen in einem Lande, das in eben dieser Kunst die Werke bedeutender Meister, wie eines Sammichele, Calderar i , Ba> rozzi. Scamozzi, Pal ladio und vieler Anderer auszuweisen hatte. Aber von Autoritäten ließ sich Lodoli am Wenigsten anfechten. Den Köhlerglauben aller Ueberlieferung in dieser Kunst ent« schieden verwerfend, hielt er fest am Gesetze der Zweckmäßigkeit und verlangte für Alles seinen Grund. Er hat mehreres geschrieben, das theils unbekannt geblie« ben, theils in Verlust gerathen ist, jedoch sind seine Principien über die Architectur, die er in socratischer Weise seinen Schülern, mit ihnen Gründe und Gegen» gründe tauschend, vortrug, durch einen seiner eifrigsten Schüler uns erhalten worden. Es sind nämlich die von Andrea Memmo herausgegebenen i lg,l)brio2rO oon soliäita welche im Jahre 1786 in Rom erschie« nen sind. Memmo erzählt darin die mit seinem Meister über die Baukunst gehaltenen Disputationen, theilt ferner mit des Letzteren abweisende Urtheile über die besseren Architekten seiner und selbst der älteren Zeit, unter denen besonders die Bauwerke Temanza's einer scharfen und durchaus verneinenden Kritik unter» zogen werden. Eben dieser Schüler Lodoli 's gab auch seine ^.pologdi (Baffano 1787) heraus. Diese heftigen, eher den Namen beißender Satyren als den von Apologhen verdienenden Excurse über die Kunst, sind vornehmlich gegen seine Gegner gerichtet, an denen eS ihm
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Leon-Lomeni, Band 15
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Leon-Lomeni
Band
15
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1866
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
499
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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