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Diplomat tn den Vordergrund. Er hatte
zugleich mit seinem Vetter Ludwig gegen
die Venetianrr und bei Pavia mit großer
Tapferkeit grkämpft. dllrauf die Platze Mon.
calieri und Csarmagnola mit Sturm genom»
men und sl522) Aleffandria gegen die Fran<
zosen mit Heldenluuch vertheidigt, insbesondere
aber im schmalkaloischen und im böhmischen
Kriege große Thätigkeit entfaltet. Graf I o«
hann Baptist führte Unterhandlungen mit
Moriz Herzog von Sachsen, um densel-
ben für den Kaiser zu gewinnen und ihn
seinem Stammverwandten, dem Churfürsten
Johann Friedrich, dem Haupte der Liga,
entgegenzustellen, der mit den norddeutschen
Fürsten und den protestantischen Ständen
von Böhmen und Schlesien Einverständnisse
unterhielt und jeden Augenblick daran war,
in Moriz ' Lande und Oesterreich einzufal«
len. Der Graf versuchte den Herzog Moriz
zu bestimmen, daß er eine Hilft von
2000 gerüsteten Pferden und 6000 Mann
Fußvolk unverweilt sende. Alö spater bei
Rochlitz. am 2. März 1347. der Churfürst
Johann Friedrich die Kaiserlichen und
die ihm von Moriz zugeführten Hilfstruppcn
übersiel, hätte Moriz in diesem Kampfe
bald sein ganzes Heer verloren, würden nicht
Lodron und nuch ein berühmter Heerführer
jener Tage. Colonna, herbeigeeilt sein und
mit ihren vier Fähnlein den heranrückenden
Gegner tapfer aufgehalten haben. Als dann
in der Entscheidungsschlacht bei Mühlbern der
Churfürst Johann Friedrich in kaiser,
liche Gefangenschaft gerieth, erhielt Johann
Baptist den Auftrag, mit einer starken Hee-
resmacht aus dem bezwungenen Sachsen nach
Böhmen zu rücken, wo er bei Nacht in Prag
eintraf und das Schloß mit den Thoren und
Basteien besetzte. Aus zeitgenössischen Meldun»
gen und Berichten ist zu ersehen, daß Graf I o<
hann Baptist sowohl bei Kaiser Kar l V.
wie bei seinem Bt-udn- Ferdinand I. und
dessen Sohn und Nachfolger im Königreiche
Maximi l ian I I . in Ansehen stand und ihrcS
besonderen Vertrauens gmoß. sBuchholz
(Franz Bernhard Nitt. »,), Geschichte der
Regierung Feldinand des Ersten (Wien l830
u. f.. 80) Bo. V I , S. l—3. S. 4«l, 4(!U
u. 461. 489 u, 490. — Mor igg l lAlois).
Leben und Heldentod deS Grafen Ludwig
von Lodwn lIl'Nsbl'uck l863. 8") S. 6, 3l.
40. 73. 74. i37. l40, 234, 233, 236) —
8. Johann Nepomuk Graf I. (geb. zu
Salzburg 17 Mai !7W. g?st. z« münster 3. Februar 1806), vom 1. Aste des
Primogenitur«Majorates. Erhielt in der
Taufe den Namen Anton, den er aber, als
er im Jahre 1760 in den Benedictinerorden
zu Kremsmünster, wo er auch von 1733 bis
1759 Zögling des dortigen adcligen Con«
victs gewesen, eintrat und auch im Jahre
1764 die Ordensgelübde ablegte, mit dem
Klosternamen Johann Nepomuk ver»
tauschte. Im Kloster selbst wurde er im Lehr«
amte verwendet und trug von 1?72 bis 1791
an der philosophischen Lehranstalt anfänglich
Mathematik und Physik, später theoretische
Philosophie vor,- von 1772 bis 1773 war er
auch 8udrs3SQ5 an der Ritterakademie. Zuletzt
bekleidete er die Stelle eines Iagd< und Forst»
Meisters im Stifte. In späteren Jahren begab
er sich nach Salzburg, wo er als fürstlich
falzburgischer geheimer Rath lebte und im
Alter von 66 Jahren starb. s^aa^maz/T' <<Ua-
T'l'a'l^, lliLtorioa - okronoloFiag, Zsrle« H.d-
katum st KsUFiosoruin HlouNätorii Oremi-
lÄuenäw (8t?i'ik<2 1777 — 1732, ^Vimmsi',
I"oj.) 9. 828. — Hagn (Theodorich). Das
Wirken der Venedictmer'Abtei Kremömünster
für Wissenschaft. Kunst und Iugendbildung.
Ein Beitrag zur Literatur- und Culturge»
schichte Oesterreichs (Linz i848, Quirln Has'
linger. 8«.) S. 230, 275. 287, 3<i6. — Por-
trat. Ein solches, in jugendlichen Jahren und
in Oel ausgeführt, befindet sich im 2. Stock«
werke der Sternwarte zu Kremsmünster unter
Nr. 3l/Z — 9. Johann Nepomuk Grafs
(geb. 1725. gest. 3. December 1?57), ein Sohn
des Grafen Hieronymus Joseph aus
deffen Ehe mit Anna Margaretha Gräsin
Wolkenstein und ein Bruder des Maria
TheresieN'Ritters Dominik Grafen 3. Graf
Johann Nepomuk trat in jungen Jahren
in die kais. Armee, wurde Hauptmann und
fand, erst 32 Jahre alt, den Heldentod auf
-dem Felde der Ehre bei Lcuthen am 6. De»
Q'mber 1757. — 10. Kar l Mar i a Graf
ls. d. bes. Lebensskizze S. 383). — 1l. Lud-
wig (I.) Graf 3.. gefallen bei Esscg. im
Kampfe gcgcn die Türken, in den ersten Tagen
des Monats Oct-okcr, 1537). Ludwig ist cin
Sohn Paris ' , in der Reihenfolge des I I I .
dieses Namens, aus dessen Ehe mit einer
Oläfin Brambato und nicht zu ucnuechseln
mit einem zweiten Ludwig (II.), einem
Sohnc Par is ' , in der Reihenfolge des V.
dieses Namens, aus dessen Ehe mit Hiero»
nyma <5alapina. Dieser Ludwig (I.)
ist N'ohl einer dcr cdrlsten Feldhauptleute
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Leon-Lomeni, Band 15
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Leon-Lomeni
- Band
- 15
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1866
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 499
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon