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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Leon-Lomeni, Band 15
Seite - 379 -
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Seite - 379 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Leon-Lomeni, Band 15

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Lodrott 379 des Erzherzogs Leopold von Oesterreich drei Fahnen Fußvolk gegen die Graubundtner geschickt. Diese rückten in Verbindung mit den österreichischen Truppen in Engadein ein und schlugen in diesem Thale ihr Lager auf. Da wurden sie um Mitternacht von den ^ Graubündtnern plötzlich überfallen und nach langer aber vergeblicher Gegenwehr und unter einem furchtbaren Blutbade über die Grenze zurückgeworfen. Mochte an dieser Lehre der Erzbischof genug haben und zum Entschlüsse gebracht worden sein, seine Lan- deskinder nicht wieder für fremde Zwecke hin« schlachten zu lassen, genug, er schickte keine Hilfstruppen mehr und enthielt sich selbst dann. als im angrenzenden Oberösterreich der Auf» rühr ausbrach, aller Einmischung. Hingegen richtete er auf sein eigenes Land voll Sorg- falt die Blicke, um es vor den Wirren des Krieges zu bewahren und es mit allen Seg» nungen des Friedens auszustatten. Er ließ Salzburg neu befestigen, die Werke um die Neustadt aufführen, die Festung Hohensalz« bürg und den Kapuzincrberg auf gleiche Art versichern, an den Grenzen die Passe Mand' ling, Lueg, Strub. Kniefus und Luftenstcin bei Lofer verschanzen; rief die sogenannte Landfahne (der zehnte Mann dcr Ansässigen) zum Baue und Nachtdienste ein und ent» schloß sich, als dieser Dienst für die Berufenen durch eine Reihe von Jahren zu ermüdend wurde, ein stehendes Heer durch Werbung zu errichten und bei den Bürgern einzuquartieren. Da bei dieser letzteren Anordnung die üblen Folgen auf sich nicht warten ließen, entschloß er sich, für sein Militär eine Caserne nebst Schanze zu erbauen, und genießt somit das Vorrecht, der Erbauer der ersten Caserne Deutschlands zu sein — dcnn eine ältere wie die Griescaserne in Salzburg soll es nach Hauptmann v. SchaNhammer's Ausspruch (Salzburger Zeitung 1863. Nr. 18 im Feuille. ton) nicht geben. Die von dem Erzbischofe organisirte allgemeine Landesverteidigung, welche 24.000 wohlgeübtc Schützen im ersten Aufgebot enthielt, imponirte dcm Schweden^ könige Gustav Adolph, nachdem er bereits Bayern erobert hcittc, so sehr, daß cr das Salzburgische Gebiet, obgleich der Churfürst Mar im i l i an und Tausende seiner Unter« thancn ihre beste Habe nach Salzburg gc flüchtet und so dem Feinde entzogen hatten, nicht zu überschreiten wagte. So erfreute sich der Fürst Par is , während die Lander rings, umher unter der Gcißcl des Krieges und verarmten, in seinem Lande dauernden Friedens und konnte einerseits großartige, theils durch die Umstände gebotene, theils für alle Zeiten nützliche Bauten aufführen, theils ausgedehnte Stiftungen für Kirche, Land und seine Familie errichten. So erhob er das Gymnasium zu Salzburg zu einer Universität und erhielt vom Kaiser Ferdi» nand I I . am 9. März 1620 die Urkunde, welcher zufolge die Salzburger Hochschule allen anderen Hochschulen Deutschlands gleich» gestellt wurde (sie wurde am 1l. December 1810 von Bayern aufgehoben). Zur Heran- bildung von Professoren schlössen die Aebte der Benedictiner von Bayern und Schwaben ein Uebereinkommen und übernahmen die Be» setzung der Lehrstühle der Philosophie, Theo« logie und eines Theiles der juridischen Fa« cultät. Paris stellte das Nniuersitäisgebauoe und die Kirche her, widmete gleich im An- beginn ein Capital von 72.000 si., kurz vor seinem Tode ein zweites von 40.000 ss. aus» schließlich für die weltlichen Professoren uno ein drittes von 4000 st. namentlich für den Professor des Staatsrechtes. Das Priester» Seminar wurde neu organisirt und in das ehemalige Kloster der Barmherzigen verlegt. Die Errichtung des Lodron'schen Fio».i' commisses, auch cin Werk des Erzbischofs Paris, hat nicht bloß ein Familieninleresse, sondern ist auch für Salzburg und Kärnthen von Wichtigkeit. Mit Stiftungsurkunde vom 8. April 1631 errichtete Par is die Primo- gcnitur srmer Familie und übergab sie seinem Bruder Christoph mit dem Bedeuten, daß jederzeit der Erstgeborene nachfolgen solle, wofern er der katholischen Religion treu bliebe. Die ursprüngliche Dotation bestand aus dein von Par is selbst erbauten Lo« dron'schcn Palaste jenseits der Brücke zu Salzbmg. aus zwei Häusern in der Berg» straßc, aus cincm nahe bei der Stadt gelege- nen Landgute, Lehen genannt, aus den von dcm gewesenen Salzburgcr Erblandsmarschalle Johann Christoph von Nußdorf er« kauften Gülten. Zehcntcn und Gütern, welche Par is sämmtlich mit dcm Erbmarschalls» amte (letzteres mit Urkunde vom 19. Februar I63A) seinem Bruder Christoph übergab. Da ihm dicscr Gütcrcmupler, noch ungcnü» gend erschien, kauftc der Erzbischof noch am i!i. September 1639 die Herrschaft und Stadt Gmünd sammt Dombach und Kronegg, dann das Landgericht Rciuchcnkatsch von den Nei» tcnau'schcn Erben um iilw.ouo st. und ließ
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Leon-Lomeni, Band 15
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Leon-Lomeni
Band
15
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1866
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
499
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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