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Lodron 384 Loffler
denheit seine Ansicht vertrat und durch
führte. Im Landtage des Jahres 4847
wurde er in das wegen Berathung des
Zehent. und Ablösungpatentes für Kärn
then eingesetzte Comitä gewählt, zu dessen
Obmann bestellt und leitete nun die
Arbeiten desselben, welche das wichtige
Material zur nachherigen Ablösung bil>
deten. Im Jahre 1848 in den ständischen
Ausschuß berufen, vertrat er im Conütö,
welches das neue Wahlgesetz für den
karnthnischen Landtag zu bearbeiten hatte,
die alten historischen Rechte, ohne deß>
halb die neu hinzugekommenen berech
tigten Elemente verdrängen zu wollen.
Eine seltene Probe von Muth und Fassung
gab er im genannten Jahre, als die
Bauern — über achtzig an Zahl — eine
Sturmpetition bei ihm gemacht. Allein,
unbewaffnet, trat er ihnen entgegen, beant-
wortete ihre Forderungen mit einem
trockenen „Nein" und verwies sie zu'r
Erledigung ibrer Beschwerden an das
Kreisamt Villach, als damalige legale
Unterthansbehörde. Dieselben Bauern
umstanden zwölf Jahre später in Trauer
und Rührung den Sarg des Dahinge<
schiedensn, der ihnen in vormärzlicher
Zeit ein gerechter Herr, und nachdem der
herrschaftliche Verband gelöst war. ein
wohlwollender gütiger Nachbar und ein
freundlicher Rathgeber geworden. Im
Landtage des genannten Jahres war L.
überhaupt eines der thatigsten Mitglie»
der, wurde später Mitglied der Grundent«
lastungs» und Servitutenablösungscom-
mission, sowie der Vertrauenscommission
zur Durchführung des Gemeindegesetzes
vom Jahre 1839 für Kärnthen. I n Lan-
desangelegenheiten führte und begleitete
er mehrere Deputationen, sowohl zu
Sr. Majestät, als zu den verschiedenen
Ministerien, unter denen jener in Zoll-
und Eisenbahnangelegcnheiten im Jahre 1838 insbesondere gedacht sei. Im Jahre
1839 regte er an und verfaßte die Er«
gebenheitsadresse des kärnthischen Adels,
und leitete beim AuSbruchedes Krieges eine
patriotische Sammlung unter dem Adel
Kärnthens ein, an der er sich selbst mit
einer namhaften Summe betheiligte. Die
Verdienste des Grafen um den Staat
und vornehmlich um sein engeres Vater»
land Kärnthen wurden durch Verleihung
des Ordens der eisernen Krone anerkannt.
Als er, 83 Jahre alt, starb, widmete ihm
die „Oesterreichische Zeitung" folgenden
kurzen Nachruf: „Nach Geburt und
Neberzeugung Aristrokrat, war Lodron
auch dem Bürgerthum gerecht und ge«
hörte in jeder Beziehung zur edelsten
Classe seiner Standesgenofsen. Gerade,
offen und bieder, glich er einem Ritter-
bilde aus alter Zeit, er war ein Freund
des Strebens, ein verläßlicher Genosse,
ein edler Gegner!" Seit 12. Juli 1833
mit Theresia Freiin von Gumppen»
berg vermalt, entstammen dieser Ehe
zwei Söhne und zwei Töchter ftergl. die
Stammtafel^. Von seinen Söhnen ist
Graf Hubert zur Zeit das Haupt des
Secundogenitur-Majorates.
Carinthia sKlagenfurter Nnterhaltungsblatt,
4°.) I. Jahrg. (!860). Nr. 24: „Karl Maria
Graf zu Lodron < Latemno . biographische
Skizze".
M, Iuda. siehe:
Iuda Lob ^Bd. I, S.
Löffler, Leopold (Maler, geb. zu
Lemberg um das Jahr 1830). Der
Sohn eines in Lemberg lebenden Guber-
nialbeamten; beurkunhete frühzeitig sein
Talent für die Kunst, in der er zuerst in
der Vaterstadt Unterricht erhielt, dann
aber in Wien, München und zuletzt in
Paris, wo er überall längere Zeit ver»
weilte, sich weiter ausbildete. Etwa seit
dem Jahre 1830 stellt er seine Arbeiten
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Leon-Lomeni, Band 15
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Leon-Lomeni
- Band
- 15
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1866
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 499
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon