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Mauthner 167 Mauthner
aufzufĂĽhren. DaS Spital erhielt nach
der hohen Schuhfrau, die sechs Kinder»
betten mit einem Capitale von 18.000 fi.
gestiftet hatte, den Namen Armenspital,
und nun reihten sich an diese erste
beträchtliche Gabe die Spenden vieler
Privatpersonen und die Zahl der gestifte«
ten Kinderbetten wuchs mit jedem Tage.
Auf das Thätigste betheiligte sich M. bei
der Errichtung eines Vereins in der
Mariahilfer Vorstadt, behufs der unent»
geltlichen Betheilung der Arbeiterclaffe
mit Rumfordersuppe. Bereits seit Jahren
trug M. an der medicinischen Famltät
als Privatdocent ĂĽber Kinderheilkunde
vor. Diese Vorträge sollte er vom Jahre
1830 an der zu diesem Zwecke auf
Staatskosten errichteten Klinik als o. ö.
Professor fortsetzen. Nm sein in bestand!-
ger Entwickelung und Vervollkommnung
begriffenes Institut in einer den humanen
Forderungen der Zeit und dem Stande
der Wissenschaft entsprechenden Weise zu
gestalten, machte M. ausschlieĂźlich zu
diesem Zwecke Reisen durch Europa, die
er dis nach Egyptm und andere Gegen»
den des Orients ausdehnte. Aber auch
nach anderer Seite war M. beflissen, den
Leiden und Gebrechen der Jugend nach
Kräften abzuhelfen. So z. B. veran«
laĂźten ihn die traurigen Erfahrungen,
welche er ĂĽber das Verfahren der Wiener
Koststuben gemacht, zur BegrĂĽndung
eines Vereins fĂĽr Kostkinderbeaufsichti'
gung und Krippen, dem er selbst mehrere
Jahre hindurch vorstand. I n Baden bei
Wien rief er im Jahre 1832 ein kleines
Spital für arme skrophulöse Kinder in's
Lebm, und qrme Kranke und Waisen
fanden bei ihm arztliche und sonst werk.
thätige Hilfe. Aber auch als Schrift,
steller war M. in seinem Fache thätig.
Er hat folgende Werke und AbHand,
lungen herausgegeben: „NemerknnM über das tqplM Fieber mit Rasenbranil
Nlllnnase), welches im Winter 1831/32 unter
dem Militär in Galizien epidemisch geherrscht
hĂĽt" (Berlin 1834, G. Reiner. 8<>.).
auch m Hufeland's und Osann's
Journa l ; — „Zie Heilkräfte üeZ Kilten
WllSserZtrlllilZ. Mit einem Niickblicke ank die
Geschichte und mit besonderer RĂĽcksicht ant das
Stanbregrilbllü und kalte Bäder" (Wien 1837,
gr. 8«., mit 4 K. K.)'» — „Nie Krankheiten
deZ Brhn'tlS nnd Mckenmacks bei Kindern.
Zmch UrünklMZtälle ans dem ersten Ninder-
spitllle erläutert" (ebd. 1844, gr. 8"., mit
3 nach d. Nat. gez. und lith. Tafeln)
— „Grster Jahresbericht über die uussenschatt-
lichen Aeiskkngen der k. k. Klinik fĂĽr Kinder-
Krankheiten im St. Annen-UinbersMle im
Jahre 1850/51" (Wien 1831, gr. 8».); —
„Kinder-Niätetik. Eine Anleitung zur natur-
gemäZsen Ptlege nnd Orzichnng des Kindes"
Zien 1853, mit 6 rylogr. Vignetten
und mehr. Holzschn.; 2. Aufl. ebd. im
naml. Jahre; 3. veränd. u. uerm. Aust.
ebd. 1837). Mauthner's Verdienste
um die leidende Kinderwelt erweckten
höchsten Ortes Aufmerksamkeit, und mit
Allerh. Entschließung vom 11. Septem»
ber 1849 wurde M. mit dem Orden der
eisernen Krone 3. Classe ausgezeichnet,
welcher Verleihung schon im folgenden
Jahre statutengemäß die Erhebung in
den erbländischen Ritterstand folgte.
Nitterstands > Dip lom vom 1«. Jänner
<65«. — Wiener Feiertag Sblätter
1838. Nr. 2. — I l lustr i r re Zeitung
(Leipzig. I . I . Weber) 1636. Nr. 688, S. 139:
„Ludw. Wilh. Mauthner Ritter v. Mauth.
stem" ^uf S. 160 sein BildniĂź im Holz,
schnitt^. — Erinnerungen (PragerUnter-
haltungsdlatt. 40.) Jahrg. 1856. - Porträt.
AuĂźer obigem Holzschnitte besteht noch eine
Lithographie mit dem Facsimile seines Na-
menszuges und seinem Wahlspruche: „Es
gibt nichts Angenehmeres, als Kindern Gutes
zu thun". (Lith.) Ed. Kaiser (Halb.Fol.).
Gedr. bei I . Haller (Wien. bei 2. T. Neu.
mann). - Wappen. In Blau ein schmaler
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon