Seite - 178 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
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u. 3, und jene des linken trägt zwei rothe
Adlerflügel mit schwarzen Sachsen, von drnm
der vordere mit einem silbernen, der hintere
mit einem goldenen Querbalken überzogen
ist. Die Helm decken sind: die des rechten
Helms schwarz mit Gold. des mittleren roth
mit Silber, deS linken aleichfnlls roth mit
Silber belegt. Sän loh alter: Zwei gehar-
nischte Männer. der zur Rechten trägt auf
hoher Latize ein schwarz.goldenes, der zur
Linken ein toth'weiß'blau quergetheiltes Pa-
nier. Devise: Treu und frei.
Mllyerhofer, Gottfried (Prämon-
siratenser-Abt und philosophischer
Schriftsteller, geb. zu St. Veit in
Karnthen 26. Juni 1746. gest. ebenda
28. März 1820). Lohn eines wohl-
habenden Bürgers und Gastgebers zu
St. Veit. I t i der Taufe erhielt er den
Namen Johann M athias; der obige
Name Gott f r ied ist sein Klostername.
Der fromme Sinn und das schon früh
sich entfaltende Talent des Knaben per»
anlahten den Vater, seinen Liebling zu
einem höheren Wirken, als es das Trei-
ben des einfachen Wirthes ist, bilden zu
lassen, und so betrat er als studirender
Jüngling die Hauptstadt Klagenfurt, wo
er auch unter der Leitung der damals
lehrenden Glieder der Gesellschaft Jesu
seine philosophischen Studien vollendete.
Ein achtzehnjähriger Jüngling, trat er
als Candidat in das vormalige Prämon»
stratenserstift Griffen. Von dort wurde
er auf die öffentliche höhere Lehranstalt
nach Gratz, die auch in den Händen des
Jesuitenordens war, und zwar in ihr
Convict gesendet, um die Gottesgelehrt«
heit zu studiren und sich selbst zum Lehrer
auszubilden. Dort erlangte er auch die
Priesterweihe. Nun in das Stift zurück,
berufen, gab man ihm die Stelle eines
Katecheten und Seelsorgers, und in
wenigen Jahren schon eine theologische
Professur für die neuen Stiftseandidaten.
Mit Erfolg versah er das ihm aufgelegte Amt durch längere Zeit. Als durch den
Tod des Abtes Raphael die Prälatur
erledigt ward, wurde Got t f r ied, da»
mals 29 Jahre alt, ungeachtet seiner
für einen solchen Posten auffälligen
Jugend, einstimmig (1773) von seinen
Mitbi-üdern zu dieser Stelle erhoben.
Die Erfahrung bestätigte die glückliche
Wahl. Bis zur Auslassung dieser Ge«
sellschaft. also durch 13 Jahre, war
M. hinsichtlich seiner geistigen Eigen»
schaften, wie seines Charakters und Wir«
kenä als Abt. eine Zierde seines Ordens.
Nach dieser Zeit trat er in's Privatleben
zurück. Literatur und Streben nach einem
immer höheren Grade der Ausbildung,
bildetenMlnmehr sein selbstgewähltes Ge-
schäft. Im Laufe des Jahres 1797 erhielt
er von seinem Freunde, dem damaligen
Fürstbischöfe von Lcwant, Freiherrn von
Schrattenbach, den ehrenvollen Ruf
als Generalvicar nach St. Andrö. Diese
Stelle verwaltete May er hofer bis zur
Uebersetzung seines Freundes ans den
Bischofsitz nach Brunn (1801). Kaum
dieser Stell^ enthoben, ward ihm das
Amt eines Airectors im neu hergestellten
Priesterhaüse zu Klagenfurt anvertraut.
Auf diesem Posten, den er bis zu Ende des
1.1899 einnahm, erwarb er sich durch sein
segensvolles Wirken die Huld seines Kai-
sers, wie die Liebe, ja Verehrung seiner
Zöglinge. Anläßlich seines vorgerückten
Alters legte er das beschwerliche Amt
nieder, lehnte aber auch, fern von dem
Wunsche zu einer höheren Beförderung,
jedes dahin gerichtete Anerbieten auf die
bescheidenste Art ab. Nun zog er sich in
seine Geburtsstadt zurück, um den Rest
seiner Lebenstage ungestört, entfernt von
dem drückenden Geschäftsleben, imGenufse
der Wissenschaften zuzubringen. Auch trug
er fich mit der Absicht, seine größtentheils
theologisch-philosophischen Schriften zum
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon