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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
Seite - 180 -
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Mayern 480 Mayern Länder, zu Colonien in denselben und dergleichen. Zur Fortsetzung seiner SW« dien begab er sich auf die Universität nach Altdorf, auch scheint er Erlangen besucht zu haben. Er studirte dem Wunsche seines Vaters gemäß die Rechte, betrieb aber aus eigener Neigung Mathe« matik, Geschichte, Sprachen, Natur- und Erdkunde. Um seiner Reiselust genügen zu können, hatte er die Absicht, in englische Seedienfte zu treten, auch mochte er damals schon, was jedoch nicht festgestellt ist. eine größere Reise nach England und Schottland gemacht haben. Einige Zeit beschäftigte ihn auch der Gedanke, sich in Amerika anzusiedeln. Jedoch gab er diesen Gedanken auf und trat bei der Artillerie in österreichische Dienste ein. In diesem Berufe setzte er in seinen Mußestunden die bisherigen Studien fort. Ob er in jenen Tagen das nachmals so berühmt gewordene Werk: „Dya-Na-Sore", über welches weiter unten Näheres gesagt wird, ge- schrieben oder doch wenigstens schon ange- fangen hat, laßt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Da aber die erste Auflage dieses Werkes zu Wien im Jahre 1787 erschien, in welchem M. im Alter von 27 Jahren stand, so ist zu vermuthen, daß es um die Zeit seines ersten Dienstes in der österreichischen Armee entstanden, oder doch daß er den Plan dazu entworfen hatte. Als Officier lernte er zwei junge Cavaliere kennen, die er zu einer großen wissenschaftlichen Reise begeisterte, und die sich ihn zum Gesellschafter wählten. M. legte nun seine Charge nieder und machte als Begleiter der beiden Kava- liere eine große Reise durch England, Schottland, Deutschland, Ungarn, Polen, Italien, Griechenland und Kleinasien. Die mannigfaltigen Denkmale der Vor» Welt fesselten vom Gesichtspuncte der Geschichte, Kunst und Kriegswiffenschaft sein Interesse, insbesondere ftudirte er Orte. welche durch große Schlachten, , Belagerungen oder andere Kriegsthaten berühmt geworden, über Alles aber stand ihm das Studium des Menschen. Die Ergebnisse dieser Reise, so weit sie culturhistorischen und philosophischen In> Haltes waren, mochte er dann in sein vorerwähntes Werk, vielleicht in die zweite vermehrte Auflage, aufgenommen und wahrscheinlich bei einer kurz vor dessen Druck vorgenommenen Umarbei- tung mit dem eigentlichen Romane in geschickter Weise verflochten haben. Der Tod des Einen der beiden Reise- gefährten vereitelte die Fortsetzung der Reise, denn nun trat auch der zweite zurück. M., der indessen, mit der öster- reichischen Gesandtschaft in Sicilien in Verbindung getreten, hielt sich nun längere Zeit bei derselben auf und be- nutzte dieses Verhältniß, um die damals noch wenig bekannte und von Reisenden kaum berücksichtigte, übrigens so inteces» sante Insel genau kennen zu lernen. Neapel befand sich zu jener Zeit in der GewaltderFranzosen; Sicilien aber, unter englischem Schutze, war der Aufenthalt der alten Königsfamilie. Nachdem er auf seinen Reisen durch die Insel die Verhältnisse derselben nach allen Seiten genau kennen gelernt, hier die Spuren des Mangels fieißiger Hände, dort die nicht minder bedenklichen einer Ueber- völkerung gefunden, gerieth er auf die praktische Idee, durch eine zahlreiche Colonie arbeitsamer deutscher Bauern den verschiedenen Uebelstündcn am wirk- samsten abzuhelfen; aber Vorurtheile, Mißtrauen, alte Privilegien machten die schöne Idee des edlen Humanisten schei- tern. Von Neapel begab sich M. nach Rom, wo er sich gleichfalls längere Zeit
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Band 17
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Maroevic-Meszlenn
Band
17
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1867
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
506
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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