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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
Seite - 181 -
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Seite - 181 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17

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Mayern Mayer« bei der österreichischen Gesandtschaft auf» hielt und unter ihrem Schutze die Mög' lichkeit fand, die Schätze und Merkwür» digkeiten der Siebenhügelstadt genauer kennen zu lernen, als es unter anderen Verhältnissen thunlich gewesen wäre. Bemerkenswerth ist es. daß M. mit seinem feinen durchgebildeten Kunst- und Schönheitssinne die Herrlichkeiten Roms, besonders aber die kirchlichen, nicht so hochstellte, als dieß durch den affectirten Enthusiasmus derAllerweltbewunderer in der Regel zu geschehen pflegt Von Rom sckeintM. nach Oesterreich zurückgekehrt zu sein. (Es gibt in M aye rn's Lebenslaufe so viele Lücken zu ergänzen und richtige Llnknüpfungspuncte seiner verschiedenen Lebensperioden aufzufinden, daß in der vorstehenden Skizze das Sichergestellte nur im Allgemeinen erwähnt werden kann.) In dem von den französischen Kriegen in hohem Grade aufgeregten Wien fand der ehemalige geistvolle Officier bald Verwendung. Schon früher hatte er zur Errichtung einer Landwehr in den österreichischen Staaten gerathen. Jetzt nun, im Jahre 1809. arbeitete er den Entwurf einer allgemeinen Landes« bewaffnung aus und überreichte denselben persönlich dem Kaiser. Sonderbar genug, blieb der Plan unberücksichtigt. Jedoch scheint er den Wiedereintritt M.'s in österreichische Kriegsdienste zur Folge gehabt zu haben. Denn M. trat nun als Haufttmann bei der Artillerie ein. in welcher Stellung ihm die Ausarbei« tungen über die wichtigsten militärischen Gegenstände übergebet! wurden. Seine Leistungen zeigten von seinem tiefen Geiste und in der Praxis sich durchwegs anwendbar und brauchbar. Die größte und anstrengendste Thätigkeit entfaltete er aber wahrend der Jahre 4809 bis l2 bei der Organisirung und Leitung der Landwehr und des Landsturmes. Wie sehr er aber dabei in seinem Elemente war, erhellet aus einer noch im höheren Alter oft gemachten Bemerkung, „daß dieß die glücklichste Zeit seines Lebens gewesen, und er trotz seines hohen Alters doch eigentlich nur eilf Monate gelebt hatte". Im Jahre 1813 wurde er als Hauptmann zum Generalstabe verseht, und wie früher im Kaiserstaate, so half er nunmehr am Rhein das Volk bewaffnen und in den Waffen üben. Sein bewährter Kunstsinn war auch Veranlassung, daß er im Jahre 1813 von österreichischer Seite nach Paris geschickt wurde, um die Alls- lieferung und Absmdung der aus Italien von den Franzosen weggenommenen Kunstschätze zu besorgen, welche er selbst auf dem Transporte nach Rom be« gleitete. Dafür wurde er von dem Papste decorirt. Nach seiner Rückkehr wurde er dem österreichischen Gesandten am spanischen Hofe, dem Grafen Kau» nitz. zugetheilt und brachte nun mehrere Jahre in Madrid zu. Im Jahre 1820 befand er sich im Gefolge des Fürsten Schwarzenberg, der ihn hochschätzte und in seinen engeren Kreis zog. Als der Fürst. dessen Zustand immer be- sorgnißerregender wurde, sich endlich zur Reise nach Leipzig entschloß, um dort bei Doctor Hahnemann die homöopatische Heilmethode zu versuchen, war M. sein Begleiter und blieb bei dem Fürsten bis zu dessen (am 15. October 1820) erfolgten Tode. Dann erhielt er den Auftrag, die Leiche nach Prag zu begleiten. Darauf soll er, wie fein Biograph berichtet, den Abschied mit 600 fl. Pension erhalten haben!? Als in kurzer Zeit darauf das berühmte Bankhaus Graf Fries in Wien fallirte, verlor M. das kleine Vermögen, das
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Band 17
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Maroevic-Meszlenn
Band
17
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1867
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
506
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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