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Mayern 188 Dayrhauser
nie mehr monatlich als zwei bis drei Gul<
den anzubringen, dem Freunde verblieb das
Uebrige zu wohlthätigen Zwecken. doch mit
der ausdrücklichen Bedingung von Seiten des
Eigenthumers, ihn nie mit einer weiteren
Berechnung darüber zu behelligen. Zu seinem
Unglücke erbte er späterhin noch 30.000 fl.
Sogleich sandte er die ganze Summe einem
Wiener Banquierhause und hat nie wieder
darnach ssefragt. Der Verlust seiner Manu»
smpte allein vermochte es, ihm trübe Stunden
zu bereiten."
Noch ist des kais. Genie-Obersten Franz von
Mayern zu gedenken, der in der Schreibung
seines Namens das gleiche Los mit seinem
Namensvetter, dem Hauptmann? Mayern,
Verfasser von Dya«Na»Sore, theilt, dessen
Lebensskizze oben mitgetheilt worden, und
der auch -bald mit einem a, bald mit einem e
geschrieben erscheint. Oberst von Mayern
war im Jahre 4848 in Wien in das deutsche
Reichsparlament nach Frankfurt a. M. gewählt
worden, wo er bei verschiedenen Anlassen wie
über das deutsche Heerwesen, die Sicherste!«
lung der Nationalversammlung, die Bildung
einer Centralgewalt, und anläßlich einer
Dankvotirung für General Wrang el. aber
immer in entschiedener männlicher Weise,
sprach. „Wenn auch mehrere Oesterreicher,
schreibt Laube in seinem Werke über das
erste deutsche Parlament, mit dem kosmopoli«
tischen Strome, der in der Nationalversainm»
lung zu Tage trut, schwammen, es gab doch
ihrer noch in der Paulskirche, die von irgend
einem Aufgeben österreichischer Besitzung —
denn eben damals wurde am Mincio um Ita«
liens Weiterbesitz von Oesterreich gekämpft —
nichts wissen wollten. Mayern zum Bei-
spiele, ein österreichischer Oberst mit fein und
schlau dreinblickendem Antlitze, hörte die stul»
zen Grundsätze um Nationalität ruhig an.
und hatte gar nicht viel dagegen einzuwenden,
als man aber uom Aufgeben der Lombardei
sprach, da fuhr er zornig auf, selbst während
der übelsten Zeit des Kriegszuges. Man kann
weichen müssm, aber man muß nicht auf»
geben! Diese österreichische Devise blitzte dann
aus seinen entzündeten Augen." sStenogra?
phischer V ericht über die V^rhandlungln
der deutschen constituirendcn Nationalver«
sammlung zu Frankfurt a. M. (Leipzig l548
U 1^49. gr. 4«.) S. 2U9. 253. 542, 553, 799,
2675. — Laube (Hcinrich). Das erste deutsche
Parlament (Leipzig 1849, Waidmann, 6".)
Bd. I I , S. 149 u. 150.) Mayr, siehe: Meyer. Vergleiche
übrigens die Bemerkung bei dem Namen
Mai er, im XVI. Bande, S. 289.
Wlll)rhauser, Amcmd (gelehrter Be.
nedictiner. geb. zu Linz in Ober«
österreich 23. November-4779, gest. zu
Kremsmünster 29. Mai 1839). Trat
im Jahre 1802 zu Kremsmünster in den
Benedictinerorden, in welchem er noch
im nämlichen Jahre die Priesterweihe
erlangte. Er wurde nun im Lehramte
verwendet und war von 1893 bis 1812
Professor der Dogmatik für die Novizen
des Stiftes; 1803 bis 1816 Professor
der Religion in allen Jahrgängen des
Convicts und wurde am 20. Mai 1817
in Anerkennung seiner im Lehrfache er«
worbenen Verdienste mit der mittleren
goldenen Verdienstmedaille ausgezeichnet.
Vom Jahre 1824 bis 1839 bekleidete er
die Sielle eines Prodirectors und dann
des Dircctors der Mittelschule^ des Ly-
ceums und Gymnasiums im Stifte. M.
war auch in seiner Fachwissenschaft lite«
rarisch thätig, und mehrere seiner dog»
malischen Aufsätze sind in der „Linzer
Monatschrift" und in anderen theolo-
gischen Blattern erschienen.
Haa.n l Theodorich). Tas Wirken der Vene»
dictiner«Abtei Kremsmünster für Wissenschaft,
Kunst und Iugenobildung. Ein Beitrag zur
Literatur und Kulturgeschichte Oesterreichs
lLmz 1848. Haslmaor, 8".) S. 7«, 222. 22«.
228. 280. 278. 279. 303. — l. Ein Kar l
Mayrhauser (gest. zu Botzen in Tirol im
October 486t) war im Jahre 18«? geboren,
hatte die ärztlichen Studien vollendet und
übte seit Jahren zu Botzcn die Praxis aus.
In dem kurzen ihm gewidmeten Nachrufe
heißt es: „daß er ein ausgezeichneter Dilct«
tant in der Malerei gewesen sei, und daß
einige seiner größeren Darstellungen aus der
tirolisäien Kriegsgeschichte große Anerkennung
gefunden haben", Wiener Zeitung t861,
Nr. 253, S. 3!>38.) — 2. Ein Vacidus
Mayrhauser (gest. zu Salzburg 23. Seft«
tember l?4l) :var gleichfalls Benediktiner
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon