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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
Seite - 197 -
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May seder 197 May seder ein Werk aus seinen früheren Jahren, eitt achtes Quartett in H-inoH^ ein vier- tes und fünftes Quintett, in Ns und in V-m.011, letzteres kaum ein Jahr vor seinem Tode vollendet, und eine große Messe in Ns, welche er im 1.1846 für die Hofcapelle schrieb, deren Styl als edel und strenge, erhebend aber doch anmuthig und wahre Andacht weckend bezeichnet wird. Als Virtuos und Quartettspieler übertraf er im Vortrage seiner Concert- und Salonstücke beinahe alle Zeitgenos- sen , unter den Quartetten spielte er Mozart und Haydn in unübertreff- licher Weise, auch Beethoven, insbe« sondere dessen erste eilf Quartette gab er mit tiefem Verständnisse, wie er es auch war, der dessen spatere Quartette, von 0p. 127 an, für deren Verständniß der große Kreis noch gar nicht empfanglich war, in Kennerkreisen der Erste zur Geltung brachte. An die genannten Meister reihten sich für seine virtuosen Leistungen Kreuzer, Spohr , Ons> low, M e n d e l s s o h n und Schu« mann. Für Richard Wagner theilte er mit vielen alten Musikfreunden die Gleichgültigkeit, welche in Hinsicht auf die Zukunftsmusik sich geradezu zu ent> schiedener Gegnerschaft steigerte. Da M. von früher Zeit Unterricht im Violin» spiele gab, so mehrte slch mit seinem wachsenden Rufe auch die Zahl seiner Schüler und von jenen, die er heran« gebildet, sind, außer einer großen Menge tüchtiger Dilettanten, B raun , H af» ner, Panofka. Trombin i , Wol fs zu nennen. I n seinem Privatleben ein» fach und anspruchslos, war M., wie S 0 nnleithner ihn schildert, „ einer der Letzten von den Künstlern Altwiens, eine Individualität, wie unsere Zeit sie kaum mehr hervorbringt, ein harmlos einfaches Gemüth, ein Künstler, Bedeutendes leistend, ohne Anmaßung und Selbst« überhebung, ohne Neid und Cabale, ein redlicher Staatsbürger, ein trefflicher Familienvater, ein Mann endlich, von dem man mit Zuversicht sagen darf: er hat keinen Feind". Zu den heut zu Tage bei Virtuosen üblich gewordenen Kunst, reisen konnte er stch nie entschließen, und als'er im Jahre 1820 seinen Schüler Vinc. Neuling nach Paris begleitete, trat er auch nicht öffentlich auf, sondern spielte nur in zwei Privathäusern, bei Baron B r a u n und bei Rudolph Kreutzer , vor einem Kennerkreise, unter denen sich Ba i l lo t , Baudiot , Cherubini , Habeneck, Lafont, Mazas. Tolbeque, V io t t i nebst anderen Künstlern ersten Ranges be< fanden. Er trug sein fünftes und sechstes Quartett, das Concert in H. und Variationen mit glänzendem Erfolge vor. Seit 13. April 1823 mit Karo- l ina gebornen Ti l ler verheirathet, hatte er aus dieser Ehe nur zwei Töchter, deren eine an Herrn Köchert vermalt ist. M. war 74 Jahre alt geworden und eine anfänglich unscheinbare Erkältung hatte schon nach wenigen Tagen den Tod zur Folge. Um das Andenken des Meisters zu ehren, wurde der Ge^ danke ausgesprochen oder gar schon der Vorschlag eingebracht, die in den Gra- bm einmündende „Naglergaffe" in eine „Mayledergaffe" umzutaufen; jedochvlieb es nur bei dem Gedanken, denn die Naglergaffe hat ihren Namen nicht geändert und eine Mayseoergaffe gibt es zur Zeit in Wien nicht. Seine letzte Komposition, ein Quintett, und zwar das fünfte, inN-moil, hat M. selbst noch 74jährig, am 2. April 1363, in einer Soiräe bei Obersinanzrath Franz Ritter von Heint l vorgetragen, mit welcher Thatsache alle anderen Varianten über
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Band 17
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Maroevic-Meszlenn
Band
17
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1867
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
506
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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