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er auch die ungarische Sprache und
machte in derselben solche Fortschritte,
daß er kleinere Dichtungen anderer
Sprachen in dieselbe übertrug. Nun
schickte ihn sein älterer Bruder Anton
15 d. Vorigen) nach Steiuamanger in
Ungarn, damit er auf dem dortigen
Lyceum die Philosophie höre. Es war
dieß so Sitte geworden, daß man junge
Croaten auf ungarische Lehranstalten
schickte, wie man, so zu sogen in Gegen«
seitigkeit, junge Ungarn nach Croatien zu
senden pflegte. Damals schon erwachte
in ihm der dichterische Drang, die
südslavischen Ideen, die zu jener Zeit
in den ersten Keimen aufschössen, erfüllten
auch sein Gemüth, und seine Dichtungen
aus jenen Tagen sind im ersten Jahr«
gange (4833) der „I^auioa ilirLka",
d. i. Illyrischer Morgenstern, abgedruckt.
Im Jahre 1836 kehrte M. in seine
Heimat zurück, beendete in Agram die
juridischen Studien und wurde dann
Iurat< Nachdem er die Advocatenprü»
fung abgelegt, wurde er Fiscal und
lebte als solcher größtentheils zu Karls«
siadt. Diese Jahre bis 1848 gingen zum
Theile in den Geschäften seines Berufes
dahin, zum Theile seinem Hange zu
schöngeistigen Arbeiten folgend, war er
auch literarisch thätig und hat Meh»
reres veröffentlicht, deffen weiter unten
Erwähnung geschehen soll. Aus diesem
harmlosen Treiben rissen ihn die Stürme
des Jahres 1848, und damals gab er
— ohne sich zu nennen — die Flug-
schrift:
5", d. i. Die Croaten an
die Magyaren. Antwort auf die Kund»
gebungen der letzteren in den Monaten
Mäl) und April 1848 (Karlsstadt 1848.
I . N. Prettner. 8".). in croatischer und
magyarischer Sprache zugleich heraus, und ist diese Schrift gleichsam als das
Programm seines späteren politischen
Auftretens und Verhaltens anzusehen.
Andere publicistische Arbeiten veröffent»
lichte er zu jener Zeit in den. „Naroäuo
vinO" und im „äiovknki ^ik", d. i.
Slavischer Süden. I n den Jahren 1848
und 1849 fungirte er als Mitglied ver«
schiedener Landtags'Deputationen, dar-
unter auch derjenigen, welche im Som»
mer 1848 die Pacification mit Ungarn
und mit beiden Ministerien in Wien zu
verhandeln hatte. Als nach Bewältigung
der ungarischen Revolution im Jahre
1849 die Vertrauensmänner aus Croa»
tien und Slavonien nach Wien zu den
Berathungen über die neue politische
Organifirung dieser Länder und andere
wichtige Fragen einberufen wurden, be»
fand sich auch M. unter ihnen, der
damals noch Advocat war, und arbeitete
in dieser Angelegenheit bis zum Jahre
1850. Im letztgenannten Jahre trat er
als General»Procurators » Stellvertreter
für Croatien und Slavonien in landes-
fürstliche Dienste, wurde im Jahre 1834
k. k. Oberstaatsanwalt in Agram, am
27. December 1860 Präsident des croa.
tisch-slavünischön Hofdicasteriums und im
December 1861 croatisch - slavonischer
Hofkanzler. Vier Jahre, während deS
Ministeriums Schmerl ing und der
sich immer steigernden Verwicklung des
ungarischen Ausgleichs, versah M. diese
Würde, bis er, bald darnach, als das
Ministerium Belcredi»3arisch an's
Ruder kam, mit Allerh. Handschreiben
vom 1. November 1863 vorerst seiner
Stelle eines croatisch-slavonischen Hof«
kanzlers unter Anerkennung seiner treuen
eifrigen Dienste in Gnaden enthoben und
seine weitere Verwendung vorbehalten,
etwa ein Jahr später aber mit Allerh.
Entschließung vom 6. October 1866 in
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon