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Negrini noch in Neapel sich befand,
so theilte doch der Impresario den
Tenorpart Mazz ölen i zu. Es war dieß
ein sehr gewagter Vorgang, während
der Anwesenheit jenes Sangers, für den
der Part eigentlich geschrieben war, den»
selben einem anderen und überdieß ganz
fremden Sänger zuzutheilen. Das Publi-
cum bildete sofort Parteien, und ehe
Mazzoleni noch auftrat, hatte er das
Vorurtheil und machtige Gegner gegen
sich. Zitternd betrat er die Bühne, aber
siegreich verließ er sie; nicht weniger denn
an 30 Abenden hatte er in der Oper
Boccanegra gesungen und mit jedem
Abend größere Triumphe gefeiert. Von
Neapel ging er nach Modena, kehrte
von da nach Neapel zurück und kam
dann zur Meßzeit nach Ferrara. Pa>
lermo, Trieft im Teatro Armonia, Rom
im Apollotheater und Ancona waren die
nächsten Bühnen. Von Ancona begab
er sich in sein Vaterland Dalmatien.
wo ihm ein festlicher Empfang bereitet
wurde. Wie schon früher in Trieft und
anderen Städten, veranstaltete er nun in
Spalato, Sebenico und Zara mehrere
Concerte zu wohlthätigen Zwecken für
seine armen Landsleute. Nun kehrte er
nach Trieft zurück und feierte im Theater
Mauroner neue Triumphe, als ihm von
dem bekannten amerikanischen Impre-
sarw Maretzek sBd. XVI , S. 439)
vortheilhafte Anträge zu einem Gastspiele
in der Havannah gemacht wurden, welche
M. annahm, und wo er an der Seite der
berühmten Medori ^s. d. S. 249 d. Bds.^
und anderer tüchtiger Künstler an Beifall
und materiellem Gewinn Erfolge erzielte,
die nichts zu wünschen übrig ließen.
Nach seiner Rückkehr aus der Havannah
trat er mehrere Male in New-Iork auf,
wo sich die bisher erzielten Erfolge
wiederholten. Der Beifall, den M. überall erntet, ist die Folge seiner schönen
Stimme, die ungeachtet ihres seltenen
Umfanges in der Höhe und Tiefe doch
immer einen Wohlklang und Schmelz
ohne Gleichen besitzt. Eine Uebersicht
der Partien, welche M. singt, wird
entnehmen lassen, daß wenige der zeit»
genössischen Tenoristen sich eines Stimm«
umfanges wie M. zu erfreuen haben.
M. sang bisher in den Opern die
Sicilianische Vesper, Othel lo,
Lucrezia Borg ia , Jud i th , die
Favor i t in Rigolet to, Robert
Devereux, Foscari , der Masken«
bal l , der Troubadour, Faust,
Ernani , Gemma di Vergy und
Norma die ersten Tenorpartien. Dabei
ist seine Stimme in den größten Theatern
noch immer stark genug und von großer
Wirksamkeit. Sein gelehrter Landsmann
Nicolo Tommaseo brachte durch eine
ausführliche biographische Schilderung
seinem Talente die werthvollste Huldi-
gung.
ka, ^ama 1838, No. 17, 18, 19, 20: „I^an.
oeZco Hl222ols!ij, tsuore. Hl6üi0lio äi
I^icala I'oiuma2 6o". — OLLervHtoi's
äaiinato (Zara. kl. Fol.) 1860. Nr. 69;
1864. Nr. 93 u. 94 l.im Feuilleton). — I.u.
vocs ciHlinatiea, (Aara,, 4".) ^.nno I I
(1861), No. 49 s 50. — I.a 8o6Qa. Qior-
nalo (1>rioätL, 4".) 18L4, No. 50, 31 o 52. —
(3-a.2 2otta äei toat r i (KINa.no, KI. I'oi.)
1836, No. 34. — Porträt. Vincon^o ?oi-
rot üFlic» 61,2. I^itk. V. I^iu2.83i s (Hauix.
(HalbFol.). — Noch ist zu gedenken des
Cassmensermönches Albert Mazzo len i
(geb. zu Caprino im Vergamaschischen im
Jahre 1696, gest. im Jahre 1759), der zu
Mailand und Venedig seine Studien vollen»
dete, dann im Jahre 1714 in das Kloster der
Benedictiner zu 8. Qioi-Fio inaF^ioro in
Venedig eintrat, und im Jahre 1743 Abt des
Klosters zu St. Jacob oun Pontida in Aer,
gamo wurde. Außer einem größeren Werke
über die Manischen Medaillen, welches unter
dem Titel: „In numi-zuiata aorsu. Lslsctioi-a.
nm^iuii iQoäu.11 e NIuLLv kiäkno olilQ Oa.1--
ii." in, drei Bänden in den.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon