Seite - 215 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
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Maroni Maroni
Jahren t?40—1744 erschien, ist er namentlich
durch seine umfassenden Forschungen und
Collectaneen zur Geschichte des Concils von
Trient, über welche erst in neuerer Zeit aus-
führliche Aufschlüsse gegeben worden sind, be<
kannt. Ein Theil dieser werthvollen Samm»
lung befindet sich in der Stadtbibliothek von
Bergamo, der ungleich größere und werth»
vollere wurde aber von dem gelehrten Baron
Mazzett i di Roccanuova, dessen Bio<
graphie in diesem Bande des Lexikons, S. 203,
mitgetheilt worden, käuflich erworben, und
von demselben mit seiner Bücher- und übrigen
Handschriften'Sammlung der Bibliothek der
Stadt Trient geschenkt. Ausführliche Nach«
richten über Mazzoleni 's Vorarbeiten
zur Geschichte des Trienter Concils brachte
I^ a Vilanoil», lÄiorualo 61 NIiI2.n0, anno
VIII (1538), No. 97, 98, 102, 108, 110, 111,
1t2 s s., in der von dem Canonicus Gio<
vanni Finazzi verfaßten Abhandlung „vsi
?. ^.Ivsrto Hla22o1sui äa. VorFHiuo 6 äol
5Uoi mauoLoritti conoei'usQti la «toria äei
Ooncilio üi I'lento". 0^«nc?o?o 5c?i>t)^crmo^),
I,a <Daälitll. äslla NsxudvUog, üi Vs^e-ia sä
i 2uoi Ultimi ciu<iU3.iit' g.nni. 8tuäii storiei
(Vene^ia1837, Nkratoviok, 3".) ^.x^Lnäics,
x. 205.)
Mazzoni, Marcello (Schriftstel-
ler, geb. zu Crema 22. März 1801,
gest. zu Mai land 19. December 1833).
Von unbemittelten Eltern abstammend,
besuchte er die Schulen seiner Vaterstadt,
und widmete sich nach beendeten Studien
dem Lehramte, konnte aber eine ihm
von der Commune seiner Vaterstadt
zugedachte Professur der Humanitäts-
classen am dortigen Gymnasium nicht
erlangen. Er begab sich nun im October
4822 nach Mailand, wo er im Privat-
Institute Lambertini eine Lehrerstelle aus
der italienischen Literatur, dem Handels»
style, der französischen Sprache und aus
der Geographie erhielt, welche er bis
zum Jahre 1827 versah. I n dieser Zeit
beschäftigte er sich nebenbei insbesondere
mit dem Studium der englischen Sprache
und Literatur, sparte fleißig, und mit
diesen Ersparnissen, wie mit den Hilfs- mitteln einiger Freunde begab er -sich
nach England, um an Ort und Stelle
jenes Studium fortzusehen. Es gelang
ihm, in London im Bankhause Patis»
son und Compagnie einen Posten zu
erhalten, und auf diese Weise seinen
Lebensunterhalt erwerbend, betrieb er
nun dort mit einem Eifer sonder
Gleichen das Studium der englischen
Sprache und Literatur, und kehrte mit
tüchtigen Kenntnissen darin nach Mai»
land zurück, wo er sich nun ausschließ«
lich mit dem Ertheilen des Unterrichtes
in dieser Sprache beschäftigte und bald
einer der gesuchtesten Lehrer wurde. Auch
bekleidete er einige Zeit die Stelle eines
Secretärs im englischen Consulate, war
Dolmetsch bei dem k. k. Civil-, Criminal-
und Handelsgerichte und zuletzt provi»
sorischer Professor der englischen Sprache
an der k. k. Realschule zu Mailand.
Auch literarisch thatig, veröffentlichte er
in englischer Sprache: „2^
lano 1836, so.), für Englander, welche
Mailand und die Umgebung besuchten;
— gab eine Anthologie englischer Lese»
und Musterstücke unter dem Titel:
1843) ?ir0tta.) — und das
'o <A' a^a?<3 ^ao«'^' sie." (ebd.
1832, 8«.) heraus. Das in jeder Hin-
stcht werthvollste sind aber seine italie»
nischen Ueberfetzungen einiger Dichtungen
Lord Byron's, und zwar des Man-
fred, Mazeppa und des Gefan»
genen von Chi l lon, welche von Ken«
nern beider Sprachen als sehr gelungen
bezeichnet werden. Viele kleinere Arbei-
ten, als Novellen, Gedichte u. dgl. m.
in englischer und italienischer Sprache
sind zerstreut hie und da gedruckt, und
seine Witwe wollte dieselben gesammelt
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon