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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
Seite - 225 -
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Seite - 225 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17

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Mechitar 223 Mechitar Dichtungen und Hymnen schrieb, die noch heut zu Tage in armenischen Kirchen gesungen werden. Da unterbrach ihn ein schweres Augenleiden für längere Zeit in seinen Studien. Von demselben genesen, bereitete er sich zu einer Reise nach Europa und wollte auf dieser zunächst Rom besuchen. Als er aber auf der Reise durch einen Fluß ritt, gerieth er in Lebensgefahr, verlor sein Gepäcke und seine sämmtlichen Schriften. I n Aleppo lernte er einen franzosischen Jesuiten kennen, dem er seinen Wunsch, nach Rom zu reisen, mittheilte, um dort sein Vor« haben, die armenische Kirche mit der römisch-katholischen vollständig auszu» gleichen, auszuführen. Der Jesuit, nach» dem er den jungen Armenier näher kennen gelernt, und in ihm einen Mann erkannt hatte, der durch Kenntnisse und Willenskraft seinem Plane vollkom» men gewachsen war, versah ihn mit Empfehlungsbriefen, die ihm bei den maßgebenden Personen in Rom eine freundliche und seine Zwecke fördernde Aufnahme sichern sollten. Auf seiner Weiterreise wurde M. auf der Insel Cypern von einer so schweren Krankheit befallen, daß er, kaum halbwegs her- gestellt, die Fortsetzung seiner Reise ausgeben und vorderhand nach Sebaste zurückkehren mußte. Dort fand er bei den Eltern, die den schon Todtgeglaub- ten auf das Freudigste empfingen, die erforderliche Pflege, und nachdem er vollständig genesen, begab er sich in sein Kloster zum h. Kreuz. I n dieser Zeit beendete er ein Werk über die Sprichwörter Salomon's, das ihm aber ein neidischer Mönch stahl und den Flammen übergab. Als er im Jahre 1696 die h. Weihen erlangt hatte, be- schloß er, zunächst nach Constantinopel zu reisen, um dort Anhänger für seine Kirche zu werben. Auf der Reise hielt er sich in Trebisond, Araglia, Sinope und in anderen Ortschaften und Städten auf, kam dann nach Erzerum und Basena. wo ihm seine öffentlichen Vorträge viele Anhänger gewannen. Im Jahre 1699 erlangte er den Doclorstab und den Titel eines Vai^adeä, was so viel als einen Doctor der Theologie bedeutet. Endlich im Jahre 1700 ließ er sich bleibend in Constantinopel nieder und schlug zuerst in Galata, zunächst der Kirche des h. Gregor, seinen Wohnsitz auf. Bald verbreitete sich der Ruf seiner glänzenden Beredsamkeit und täglich mehrte sich die Zahl seiner Anhänger. Schon wurde der Andrang derselben bedenklich, und -um Tumulte zu ver» meiden, nahm er die jüngeren Zöglinge auf seinen Zügen durch das Land mit, die Priester aber entsendete er nach Armenien, damit sie in den Städten der ausgedehnten Provinz den des Beistan- des der Kirche bedürftigen Gläubigen mit geistigem Troste und Rathe beistehen sollten. Trotz dieser Maßregeln, durch welche seine UnHänger zerstreut wurden, mehrte sich die Zahl feiner Zöglinge mit jedem Tage. Schon reichten die Raume in Galata nicht mehr aus und er über» siedelte in ein größeres Haus nach Pera, und gab vor, die Zöglinge, die er mit sich führte, in der Buchbinderei zu unter» richten.. Ungeachtet dieser durch die po< litischen Verhältnisse gebotenen Vorsicht wuchs doch der Argwohn gegen ihn und seinen Anhang, und eS kam zur öffent. lichen Verfolgung. Flucht war nöthig ge- worden, und dann galt es, einen sicheren Zufluchtsort zu finden. M. selbst stellte sich mittlerweile unter den Schutz der französischen Gesandtschaft, dann berief er die in Armenien zerstreuten Sendboten seiner Gesellschaft, um mit ihnen zu v. Wurzbach, biogr. Lexikon. XVII. ^Gedr. 22. April l
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Band 17
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Maroevic-Meszlenn
Band
17
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1867
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
506
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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