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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
Seite - 226 -
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Seite - 226 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17

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Mechitar 226 Mechitar berathen, wohin man übersiedeln sollte. Man entschied sich für Morea, welches damals unter der Herrschaft der Ve. netianer stand. M. wurde zum Supe^ior der dort zu bildenden Kongregation gewählt. Dort wurden auch als Siegel deS wachsenden religiösen Ordens die vier Anfangsbuchstaben der armenischen Worte Hortkokir OiiLLin, V^rtadscl ^dasokarutiHn erwählt, welche so viel bedeuten als: Adoptivsohn der Jungfrau, Prediger der Neue. Mit Einschluß des Stifters Mechitar bestand die Congre- gation aus zehn Mitgliedern. AlS mitt» lerweile die Verfolgungen immer bedenk licher und drohender wurden, entsendete er zuerst einen Theil der Seinen nach Morea. während er selbst in der Ver- kleidung eines Kaufmanns nach Smyrna sich begab, von dort nach Zante schiffte und endlich Morea erreichte. Daselbst wurde ihm und den Seinen von den Vene« tianern ein freundlicher Empfang, man räumte ihm in Morea Grund und Boden zur Errichtung einer Kirche und eines Klosters ein und wies ihm zur Bestreitung des Unterhaltes für ihn und die Seinen die Einkünfte zweier Ortschaften zu. Im Jahre 1708 wurde in feierlicher Weise der Grundstein dieser neuen Niederlassung gelegt. Indessen sendete M. zwei von seiner Kongregation mit dem Plane und den Tendenzen derselben nach Rom. Die Ordensregel des h. Benedict war die Grundlage seines Ordens. Papst Cle- mens XI. genehmigte die Regel und übertrug an Mechitar und alle seine rechtmäßigen Nachfolger die Würde eines Generalabtes seines Ordens. Kaum aber war das Werk so weit gediehen, als der zwischen den Venetianern und Türken entbrannte Krieg die ganze Ansiedlung auflöste. Acht Jahre hatte M. in Morea gewirkt, als er nun mit seinen Mönchen vor den Türken zu fliehen genöthigt worden war. Nun war Venedig daS Ziel seiner Reise. Im Mai 4718 betrat sein Fuß venetianisches Gebiet und zuerst ließ er sich in einem Hause zunächst bei der Kirche des h. Martin nieder. Dort wartete er ab, was die venetianische Regierung über ihn und die Seinigen beschließen würde. Im Jahre 4717 räumte ihm die Republik die bei Venedig befindliche Insel St. Lazarus als blei» bende Wohnstatte seiner Congregation ein. Mit Hilfe reicher Gaben seiner Landüleute ward er bald in die Lage geseht, ein Kloster zu erbauen. Die gehäs- sigen Angriffe seiner Gegner, die in ihren Verfolgungen nicht ruhten, veranlaßten ihn nun, selbst Rom zu besuchen, wo er mit Kraft und Würde die Vertäun^ düngen bekämpfte und für seine Ordens» brüder einstand. Endlich war es seinen Bemühungen gelungen, die Angriffe seiner Feinde zu entkräften und zugleich vom heiligen Stuhle die wichtige Er» laubniß zu erwirken, so oft es das Bedürfniß der Völker erfordere, seine Missionen nach dem Orient zu entsenden, um dort für die geistige und Wissenschaft» liche Ausbildung des armenischen Volkes mit allem Nachdruck zu wirken. Von Rom nach Venedig zurückgekehrt, war nun sein Augenmerk vornehmlich darauf gerichtet, durch zweckmäßige innere Einrichtungen seine Congregation zu kräftigen. I n wenigen Jahren waren die durch ihre Einfachheit in der inneren Einrichtung be« merkenswerthen Bauten vollendet. Dann legte er zur Förderung seiner Zwecke eine Druckerei an, welche sich ebenso mit der Herausgabe unedirter älterer ar« menischer Werke, wie der Schriften lebender armenisber Autoren beschäftigte. Was innerhalb eines und eines halben Jahrhunderts von dieser energischen Con«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Band 17
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Maroevic-Meszlenn
Band
17
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1867
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
506
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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