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graphische und archäologische Studien,
zunächst aber immer im Hinblick auf sein
engeres Vaterland. Zugleich legte er
reiche und wicbtige Sammlungen von
Original-Urkunden oder in deren Er»
manglung von Copien, von Memoiren.
Instructionen und Kanzleivorschriften,
Original-Aufsätzen berühmter Männer,
genealogischen, heraldischen und sphra-
gistifchen Materialien. insgesammtUngarn
betreffend, an, welche Sammlung bald
eine solche Bedeutung erhielt, daß nach
jener, jetzt dem ungarischen National«
Museum einverleibten, des Gelehrten Ni°
kolaus Iankovics von Ieszenicze
M . X, S. 76) kaum ihres Gleichen zu
finden war. I n ausgezeichneter Weise
wirkte er wieder in den Landtagen der
Jahre 4329—4327. Als Mitglied des
Ausschusses, der unter dem Vorsitze des
Erzherzog Palatins den Entwurf des
Schul- und Erziehungsplanes für Ungarn
zu berathen und auszuarbeiten hatte,
entwickelte M. eine rastlose Thätigkeit,
und mehrere Bände umfaßt feine in dieser
Angelegenheit verfaßte Denkschrift. Im
Jahre 1830 trat M. wieder in den
Staatsdienst, und zwar wurde er zunächst
Rath bei der dingirenden Landesstelle in
Ofen, von wo er schon nach vier Jahren,
4834, als Hofrath zur ungarischen Hof»
kanzlet berufen wurde. I n der Zwischen»
zeit, während seines Dienstes bei der
ungarischen Statthalterei in Pesth. war
er als Mitglied jenes Ausschusses thatig,
dem der Palatin, Erzherzog Joseph,
unter Vorsitz des Grafen Teleki. die
Arbeiten zur Gründung und Organisa«
tion einer ungarischen Gelehrten-Akademie I
übertragen hatte. Auch wurde er zur
Austragung der zwischen demTorontäler
und Kikindaer Comitate seit Langem be-
stehenden Streitigkeiten beordert, und
löste diese mit vielerlei Schwierigkeiten verbundene Aufgabe mit glücklichem Er-
folge. Im Jahre 4833 wurde er pro«
visorischer Obergespan des Trencsiner
Comitatcs, und im folgenden Jahre
ging er als Hofcommissär nach Sieben»
bürgen, wo der arg vernachlässigte Zu«
stand der königlichen Kammer dringende
Abhilfe erheischte. Innerhalb zwei
Jahren hatte M. auch diese mühevolle
Arbeit zu Stande gebracht. Am 40. Mai
desselben Jahres wurde M. Vice-Präsi.
dent, 4837 Obergespan des Neutraer
Comitates und im Jahre 4839 Präsident
einer Commission, welche mit der Rege«
lung der ungarischen Schulangelegen>
heiten betraut wurde. Bald darauf
wurde ihm ein nicht minder wichtiger
Auftrag, die Durchführung des National«
baakftlanes übertragen. Im Jahre 4842
wurde er Schatzmeister der Krone, und im
Jahre 4844 wirkte er. mit Aufopferung
seiner Gesundheit, auf dem ziemlich be>
wegten Landtage des genannten Jahres
mit, das ihn aber auch, den sechzig»
jährigen, um sein Vaterland so viel»
verdienten, durch einen vorschnellen Tod
demselben entriß. Frühzeitig mit den vor«
wartsstrebenden und von Oesterreich das
Dunkel der Geistesnacht, das sich allmalig
über dasselbe zu breiten begann, noch
immer abwehrenden Gelehrten und Män»
nern, wte mit Freiherrn von Hormayr
. 1^, S. 27^, Joseph von Hammer«
Purgstall M . VII, S. 267). Hugo
Graf Salm, befreundet und geistig ver<
bunden, war M. seit Jahren literarisch
thätig und hat wesentlich zur Verbreitung
wichtiger Kenntnisse über sein engeres
Vaterland Ungarn beigetragen. Selbst-
ständig sind von ihm erschienen: „Malerische
NriZe ant'dem WlliigtltlHZe in Nngarn" (Pesth
4826, Hartleben. mit 42 K. K., gr. 4".).
wovon es jedoch auch eine billige Aus«
gäbe ohne Kupfer, und eine Prachtaus'
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon