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die merkwürdigsten Fälle, welche ihm in
seiner Praxis begegneten, und über die
von ihm beobachtete Behandlung der.
selben, gab er in einzelnen Abhandlungen
und in medicinischen Zeitschriften aus«
führliche Berichte und Darstellungen.
Eine öffentliche Professur bekleidete M.
nicht, weil, wie es in Wertheirner's
„Jahrbuch für Israeliten" 1836/37.
S. 93, heißt, „sein treu gehaltenes
(israelitisches) Glaubensbekenntniß ihn
von der Anstellung als Universitätslehrer
ausschloß". Hingegen war seine Woh>
nung eine wahre Schule, ein stets
offener
Hörsaal für Jeden, der sich in der Me«
dicin und Chirurgie vervollkommnen
wollte. Die Armen, die er behandelte,
unterstützte er aus eigenen Mitteln. Re-
ligiös durch und durch in seinem Wesen,
ermähnte er in seinem letzten Willen seine
Kinder, jeden Vorschlag des Abfalls ab-
zuweisen und sich in keiner Zeit durch
gemeinen Eigennutz, noch durch Ver»
sprechuugen von Ehren und Auszeich,
nungen verführen zu laffen. Eine Reihe
interessanter von ihm behandelter Fälle
hat er beschrieben, und fand sich das
Manuscript, dessen Druck beabsichtigt
ward, in seinem Nachlasse vor. Sein
Sohn Karl, gleichfalls Arzt und ein
vielversprechender Zögling des eigenen
Vaters, folgte demselben schon wenige
Monate später in der Blüthe seines
Lebens in Grab.
klOÄoro i'seitato null'^.tsuso volisto il
28 xoullaia 1835 (4".).— Nax-otta. utl i-
siaie cli Von<22ia. 18. ^xasto 1833. —
OoLiuoi-aina. pittoi-ioo. <31üi'Qü,Io 5to-
rioo 6cc. oce. (HlUauo, KI. ?al.) ^.uno XX
(l835), n». 51 0 52. —Jahrbuch der Israc,
liten von Wert he im er (Wien 1856. 8«.)
Neue Folge. I I I . Jahrg. (5617 ^856/37)).
S. 93.
Medriö, siehe: Mederitsch, Johann
I^ S. 242 dieses Bandes. , Emerich (Schriftsteller,
geb. zu Großwardein im Jahre
1818). Sein Vater Martin war Prä«
sident des Gerichtshofes und Obercom«
missär des Comitates. Der Sohn be»
suchte die Schulen zu Großwardein, und
nachdem er die juridischen Studim been»
det, begann er seine Praxis auf dem Land»
tage 1839/40 an der Seite deS Deputir»
ten Eugen Beöthy M . I, S. 286^,
den er nach Preßburg begleitet hatte.
Nachdem er im Jahre 1840 die Prüfung
abgelegt, wurde er Advocat. Später
jedoch verließ er diese Laufbahn, über«
siedelte nach Pesth und beschäftigte ffch
fortan mit Malerei und Literatur. In
der Literatur debutirte er im Jahre 1841
mit einigen Gedichten im sogenannten
.Kliegl'Bu,che". Im Jahre 1843 bereiste
er mit Emerich Vahot sein Vaterland,
und zeichnete die berühmtesten Städte,
Burgen, Schlösser, Kirchen und andere
Merkwürdigkeiten Ungarns. Seine Zeich«
nungen erschienen dann in dem von
Emerich Vahot herausgegebenen Werke:
„HlaF^ar Mä 68 näpLi", d. i. Das Land
Ungarn und seine Völker. Als Schrift«
steller erregte er im Jahre 1847/48 mit
seinen ),VF^ ^rolotärius Ic^eiki", d. i.
Briefe eines Proletariers, welche im
Journal „Houäsi-ü." gedruckt erschienen,
ungewöhnliche Aufmerksamkeit. Ueber«
Haupt brachte dieses Blatt noch sonst
publizistische Artikel aus seiner Feder.
Auch war er Mitarbeiter der Journale
I>6Lti Hirlap, ?Q8ti ^apio^ 8aM, und
schrieb vornehmlich über Kunst, besonders
über Malerei mit nächstem Hinblicke auf
Ungarn. In der Folge widmete er sich
ausschließlich der Schriftstellers! und die
von ihm bisher unter dem Pseudonym
Peter Tatär erschienenen Schriften
sind: „I'aztK?' ^6?s?' ?'6FsH?cnz/ Ho/a",
d. i. Hundert Volkssagen (Pesth 1838,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon