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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
Seite - 253 -
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Seite - 253 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17

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Megerle 233 Megerle er sich der Advocatur und erlangte bald den Ruf eines sehr tüchtigen Anwaltes. Im Jahre 1848 hatte M. seine poli- tische Laufbahn begonnen, indem ihn die Stadt Wien in das deutsche Reichs« Parlament nach Frankfurt a. M. ab- ordnete. Dort trat seine Thätigkeit in Etwas hervor, nachdem er in den Ver- falsungsausschuß gewählt worden, konnte jedoch. sobald die kleindeutsche An- schauung in der Nationalversammlung die Oberhand gewonnen hatte, auch eben nichts Erhebliches durchführen. Gleich ewigen anderen Oesterreichern kehrte er nach dem Scheitern des Verfa'ssungs» werkes nach Wien zurück, ausschließlich seinem Berufe als Advocat sich widmend. In dieser Stellung gab ihm das öffent. liche Verfahren Gelegenheit, seine Be- redsamkeit zu entfalten und mit dem gan» zm Gewichte seiner Gesetzkenntniß zu wirken. So geschah es denn, daß in den verwickeltsten, schwierigsten Fallen seine Hilfe gesucht wurde, und es ist eine Thatsache, daß unter allen österreichischen Anwälten er die meisten Freisprechungen erzielt habe. Uebrigcns fungirte M. in allen einigermaßen wichtigen oder in» tereffanten Proceßverhandlungen, z. B. in der Sache des Baron Röppert in Linz. welcher angeklagt war, die Haupt- cafse des Herzogs von Coburg in Grein» bürg an der Donau bestohlen und Brand» stiftung verursacht zu haben; im Processe der des Kindesmordes beschuldigten Ne- gina Sch acherl, ferner in jenem der des Betruges und der Verführung be- schuldigten Windischu. dgl. m. Dieser in den Sphären des Gerichtslebens ge> wonnene Ruf richtete selbstverständlich auf den kenntnißvollen Mann des Ge- setzes und den oft siegenden Redner die Aufmerksamkeit der Bevölkerung, als nach dem unglücklichen italienischen Feldzuge des Jahres 1839 Reformen in der inneren Politik des Kaiserstaates Platz griffen und im Jahre 1861 die Einberufung eines Reichsrathes mit Abgeordneten« und Herrenkammer stattfand. Nun eigentlich beginnt Mühlfeld's seit dem Scheitern des ersten deutschen Reichsparlaments im Jahre 1849 unterbrochene politische Laufbahn, und dießmal mit größerem Erfolge. Kaum hatte, nach dem Erlaß des Februarpatentes 1861, die Wahl» bewegung für den Landtag begonnen, so trat M. an die Spitze eines Wahl' comitö's und wurde als Candidat der inneren Stadt Wien aufgestellt und ge« wählt, vom Landtage aber in das Ab. geordnetenhaus des Reichsraths ent« sendet, wo er und Giskra j M . V, S. 199; Bd. XI, S. 413^ die Führung der großösterreichischen Partei — die durch den Umschwung der Verhältnisse im Augenblicke in den Hintergrund ge« drängt ist, um, wenn die Noth am größ. ten, in voller Wirksamkeit wieder hervor« zutreten — übernommen hatten. Sein Verhalten zur ungarischen Frage stieß zwar im Hause auf vielfachen Wider» spruch, aber eineReihe von Anträgen, die er theils einbrachte, theils in gediegener Rede vertheidigte, stellte ihn in die vor» derste Front der Liberalen des Hauses, und die eindringliche Act, mit welcher er das Wort in Allem führte, was auf die Befestigung der bürgerlichen Freiheit ab> zielte, als z. B. in Sachen der.Religions- freiheit, des Schutzes der persönlichen Freiheit, des Hausrechtes, des Briefge- heimnifses, der Wiedereinführung der Schwurgerichte u. s. tt>., erwarb ihm die allgemeine Anerkennung. M.'als politi» scher Redner ist mehrfach und mitunter treffend charakterisirt worden, auch wird in den Quellen auf einige solche Charak» teristiken hingewiesen, anläßlich welcher
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Band 17
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Maroevic-Meszlenn
Band
17
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1867
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
506
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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