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Megerle 288 Megerle
Tabakangelegenheiten «laffenen Vewrd»
nungen"; — „Zusammenstellung aller
das Tarwesen in Oesterreich betreffenden
Normalvorschriften", die letztgenannten
vier Handschriften in der Bibliothek deS
Finanzministeriums, Außerdem fanden
sich in seinem Nachlasse Materialien zu
einer Naturgeschichte Oesterreichs, und
zwar der Saugethiere und Insecten vor,
eine Arbeit aus der Zeit seiner Anstellung
an dem kaiserlichen Naturalien»Cabinete.
Es ist eine reiche Thätigkeit, die
sich
im
Hinblicke auf die vorgenannten Arbeiten
unseren Blicken darstellt, welchen selbst der
compilatorische Charakter und der Mangel
an bündiger Kürze, hie und da wohl auch
an Gründlichkeit, nichts von ihrer Ver»
dienstlichkeit benimmt, und die in geschick.
ter Hand noch immer eine Benützung zu»
lassen. M. war Ehrenbürger der Stadt
Kuttenberg und Mitglied mehrerer wis-
senschaftlicher Vereine. Er starb, erst
31 Jahre alt, nach Einigen als erstes,
gewiß aber als Eines der ersten Opfer
der Cholera, welche damals eben zum
ersten Male in Wien wüthete.
(Hormayr's) Archiv für Geographie, Hifto»
rie, Staats, und Kriegskunst (Wien, 4«.)
XII. Jahrgang (1821). Nr. 151 u. 132. —
Oesterreichischer Zuschauer, herausg.
von I. S. Ebersberg (Wien, s<>.) Jahrg.
1838. Bd. I I , S. 732. im „Rückblick in
die Vergangenheit". — Oesterreichische
National'Encyklopädie von Gräffer
und Czikann (Wien 1833, 8«.) Bd. I I I ,
B. 624.
Wegerle von Mühlfeld, Therese
(Schriftstellerin, geb. zu Preß-
bürg im Jahre 1813, gest. zu Wien
4. Juli 1863). Die Tochter des unga»
rischen Gutsbesitzers Pop von Popen»
bürg, die eine gute Erziehung erhalten
hatte und. erst 16 Jahre alt, im Jahre
1829 sich in Preßburg mit dem dortigen
Zahnarzt und Chirurgen Megerle von Mühl fe ld verheirathete. Sie hatte
ihrem Gatten ein ansehnliches Heiraths,
gut, man nennt 60.000 Gulden, mit»
gebracht. Dieser, durch die bedeutende
Summe verlockt, gab nun seine bisherige
Praxis als Zahnarzt und Chirurg auf,
und übernahm zuerst das Theater in
Preßburg, spater jenes in der Joseph,
stadt in Wien. Theils Unkenntniß, theils
die Wechselfälle des Schicksals, brachten
ihn um sein ganzes Vermögen, auch
sonst noch in mannigfache Bedrangniß,
und es heißt, daß er, als er starb, seiner
Frau nichts als einen Anzug hinterlassen
habe. Mitten in diesen traurigen Ver«
hältniffen raffte sich diese energische Frau
selbst auf und begann als dramatische
Dichterin thätig zu sein. Früher schon
hatte sie sich mit kleineren Arbeiten, als
Novellen und Erzählungen, welche in
Unterhaltungsblättern, wie z. B. in 3. A.
Frankl's „Sonntagsblättern" und in
andern abgedruckt waren, und nicht ohne
Glück, versucht. Eine Sammlung der«
selben gab sie unter dem Titel: „NuneNen
und Erzählungen", 3 Bände (Preßburg
1844, Schaiba, gr. 12^.), heraus, und
wurden dieselben von der Kritik als
„sehr unterhaltend, voll Leben und
Handlung" bezeichnet. Ein Roman: „Die
beiden Graßel", erlebte nicht weniger
denn fünf Auflagen, und die von ihr
selbst ausgeführte dramatische Bearbei«
tung desselben Stoffes ging über achtzig»
mal ohne Unterbrechung über die Bühne. ,
Als dramatische Schriftstellerin entwickelte
sie eine große Rührigkeit und Fruchtbar»
keit, und bearbeitete englische und fran»
zösische Romane und sonst andere, meist
grelle Stoffe, zunächst im Hinblicke auf
die Gegenwart, ohne auf künstlerische
Mache Anspruch zu erheben, zu mitunter
wirksamen Theaterstücken. Die Zahl die«
ser Theaterstücke mag weit ein halbes
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon