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ihre Pflichten und Bestimmung, als durch
Mäßigung ihrer Abgaben möglichst glücklich zu
machen. Mit seinem Tode sollte Tiefenbach
dereinst aufhören, ein Gut zu sein, sondern
den jetzigen Unterthanen als Eigenthum zu<
gehören und diese also von allen grundherr»
schaftlichen Abgaben für immer frei bleiben;
dagegen hatten sie ihm versprechen müssen,
einige für sie nützliche Anstalten, über die er
erst noch weiter nachdenken würde, aufrecht zu
erhalten. Das waren seine festen Vorsätze
und Entschließungen in der letzten Zeit."
Megzeri, Karl (Schauspieler,
geb. im Neutraer Cornitate Ungarns
24. Jänner 1798. gest. zuPesth 13. De-
cember 1842). Seinem Familiennamen
nach — denn er heißt eigentlich Stand
— scheint er von deutscher Abstammung
zu sein. Er widmete sich anfänglich der
Landwirthschaft und wurde Oekonomie»
schreiber auf den Gütern der Grafen
Karolyi, auf denen sein Vater als
Hofrichter bedienstet war. Der Sohn,
an diesem Leben wenig Behagen findend,
gab seine Stelle auf, und wurde, nicht
ohne mannigfache Hindernisse, Schau«
spieler. Als solcher nannte er sich
Me-
gyeri von dem Orte Megyer, wo sein
Vater als Hofrichter wohnte. Er trat nun
bei einer Wandertruppe ein, mit der er
im Lande von Ort zu Ort zog. So spielte
er eine Zeit unter der Leitung Kile»
nyi's, spater unter jener Sandorfi's,
bis er selbst die Direction einer Gesell«
schaft übernahm. Als aber am 22. August
1837 in Pesth daS ungarische National-
Theater eröffnet wurde, trat auch M.
als Mitglied bei demselben ein und
wirkte bis zu seinem im Jahre 4842
erfolgten Tode als Künstler von nicht
gewöhnlicher Bedeutenheit mit. Das
Bedeutendste leistete er in komischen und
Charakterrollen. Besonders als Komiker
war er unübertrefflich, und ein Epi»
gramm V örosmarty's, das der Dich.
ter bei Megyeri's Tode geschrieben, es lautet etwa in deutscher Uebersetzung:
„Welch Gelächter schallt im Orkus, wo
doch sonst die Freude fehlt? — Nun!
der Geist vonMegyeri wandelt in der
Schattenwelt". möchte ziemlich bezeich,
nend sein für die
siegende
Komik, welche
dem Spiele Megyeri's innewohnte, da
sie sogar die Schatten des OrkuS zum
Lachen zu bringen verstand. Aber auch
in tragischen und Charakterrollen leistete
M. Bedeutendes, und sein Thomas
Fofter, der Müller in „Müller und
sein Kind" und a. m. zahlten zu seinen
besten, überhaupt zu seinen meisterhaften
Leistungen. Von nationalen Charakter»
rollen, welche M. bisher in unerreichter
Weise zu geben verstand, ist der Dorf«
notar Zajtay in dem uralten Volks,
stücke „DerDorfnotar vonPeleske" inSbe-
sondere nennenswerth. Er starb — leider
ein großer Verlust für die ungarische
Nationalbühne — in der Vollkraft des
Mannesalters, erst 48 Jahre alt. Er hat
sich auch als dramatischer Schriftsteller
versucht, aber nur das Stück „^s?V-
^ i ^ " geschrieben, und selbst ein scharfes
Urtheil darüber gefallt: „indem er be«
dauerte, es geschrieben zu haben".
IIHN'bd kori iLinsrstsk tärn,, d. i. Neues
ungarisches Conversations<Lerikon (Pesth 1832,
Heckenast. 8") Bd. V, S. 349. — 2Ia3?ar
irok. N1otr^2-F/Ht6ias2^. (Z^Htek F's-
^snasz, ^aia5 68 D«Nl's?l'k ./li-s«?/, d. i.
Ungarische Schriftsteller. Sammlung von 3e<
bensbeschreibungen. Von Jacob Fcrenczy
und Joseph Daniel ik (Pesth 1836, Gustau
Emich, 8".) S. 323.— Frankfurter Kon<
versationsb latt isN. S. N63. -Unga.
rische Nachrichten (Pesther polit. Blatt)
i864. Nr. 1t: „Megyeri"; Nr. 12: „Zur Cha«
rakteristik Megyeri's".
Megyes, siehe: Medgyes, Ludwig
^S. 242).
Mhes, Samuel (Schriftsteller
und Humanist, geb. zu Klausen»
bürg 30. Jänner 1?88, gest. ebenda
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon