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Mehofer 279 Mehoffer
ses Unheil verhindert. Des Feldmar-
schall-Lieütenants Spork Rückzug in
die Taucrn hatte in solcher Eile statt-
gefunden, daß der Nachtrab die Stege
und Brücken über tiefe Abgründe und
reißende Waldbache der höheren Tauern
gar nicht mehr abgebrochen hatte und
somit den verfolgenden Franzosen der
Weg offen geblieben war. Da erkannte
Alois Mehofer die ebenso große als
dringende Gefahr. Aber seine Geistes,
gegenwart gab ihm auch bald den rech-
ten Gedanken ein. In. aller nur denkb«V>
ren (5ile versammelte er mehrere hundert
Holzknechte, Bergleute und Jäger, ließ
durch diese alle Brücken. Wege und Stege
in dcn Radstadter Tauern zerstören, ver-
legen und verbarricadiren, die gangbar«
sten Pfade mit den kühnsten und besten
Schützen besetzen und alle Abende eine
Menge Wachfeuer auf den Gebirgen an-
zünden. Die Wirkung blieb nicht aus.
Die Franzosen, in ihrem Vordringen ge-
hindert, überdieß vermuthend, daß den
Oesterreichern eine Verstärkung zu Hilfe
gekommen sej, gaben die weitere Verfol»
gung auf und so geschah es, daß keinFran>
zosenfuß das salzburgische Gebiet betrat.
Mehofer'S durch die öffentlichen Blatter
in weiteren Kreisen bekannt gewordene
That fand in der verhängnißvollen
Epoche vom Jahres 1809 in Tirol und
Kärnthen Nachahmung, namentlich bei
dem Rückzüge desIellaöi 6'schen Corps,
bei der Sicherung Oberkarnthens und der
von dem italienischen General Rusca
mehrmals bedrohten Feste Sachsenburg,
endlich bei den in den so wichtigen Desi-
leen durch das Dräu-, Moll- und selbst
durch das Geilthal mehrmals gemachten
glücklichen Ausfallen des Tiroler Corps.
Und nun wer ist dieserAlois Mehofer?
Er erscheint mit einem f geschrieben,
während sonst dieser Name immer mit zwei f (Mehoffer) geschrieben vorkommt.
In der Darstellung der That Meho-
fer'S in den „Vaterlandischen Blattern"
und in Hormayr's „Archiv" wird Me-
hofer ein „Salzburger Pfleger" ge.
nannt. Eine Stelle in der Selbftbiogra»
phie des Ignaz Mehoffer ssiehe den
Folgenden^, welche in deffen von I . I .
H. Czikann berichtigt und vermehrt
herausgegebener „Erdkunde der Mark»
grafschaft Mähren" (Brunn 1814, I .
. Gastl, 8o.) steht, führt den Her-
ausgeber dieses Lexikons auf die Ver-
muthung, daß der Salzburger Pfleger
Alois Mehofer zu der aus Mahren
stammenden Familie der Mehoffer,
welcher alle folgenden Ignaz, Joseph
und der zweite Joseph angehören, zu
zählen sei. Diese Stelle lautet, nachdem
Ignaz Mehoffer von seinen Studien
in der ersten lateinischen Schule bei den
Jesuiten in Wien gesprochen, wörtlich:
„Nach zwei Jahren gab mich der«
selbe (mein Vater) nach Salzburg
zu meinem Bruder in die Kost,
der am dort igen Hofe Truchseß
und Münzmeister war". Könnte
nicht dieser Bruder deS IgnazMehdf-
fer eben der Pfleger Alois Mehofer
sein? Wenigstens die Vermuthung, ihn
dafür oder ihn überhaupt als zu der Fa»
milie der Mehoffer in Mahren und
Galizien gehörig zu halten, liegt wahrlich
nahe genug.
Vaterländische Blätter für den österrei»
chischen Kaiserstaat (Wien, 4«.) Iahrg 1808,
S. 441. — (Hormayr's Archiv) für Geo«
graphie, Historie, Staats» und Kriegskunst
(Wien, Ioh. Strauß. 4°.) I I . Jahrg. (18l1).
S. 186.
Mehoffer, Ignaz Edler von (Schul-
mann. geb. zu Fulnek in Mähren
43. April 4345, gest. zu Brunn
2. März 1807). Gehört einer älteren
aus Fulnek stammenden Bürgerfamilie
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon