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und Firmaführer des Großhandlungs-
Hauses Steiner u. Comp., eines
ersten Wechselhäufer jener Zeit in der
Residenz. Seine Mutter Christine wa
die Tochter eines Edelmannes aus Preu»
ßisch'Schlesien, Namens Johann Sigis
mund von Saack, welcher im Jahre
1731 in österreichische Militärdienste ge-
treten war. Nach im Jahre 1834 voll-
endeten jm'idlsch'politischen Studien trat
M. im Jahre 1833 in den Staatsdienst,
und zwar bei der damaligen k. k. Hof>
und Niederösterreich ischen Kammerprocu»
ratur, als Vorbereitung für die Advo«
catie, in welchem Stande ihn dereinst zu
sehen der Lieblingswunsch seines Vaters
war. Mit Hinblick auf diesen Beruf
erwarb er sich während seiner Dienst
leistung bei dieser Hofstelle die juridische
Doctorwürde an der Wiener Universität,
zu welcher er am 19. Juli 1837 promo»
virt wurde. Schon von seinen Jung.
lingsjahren an eine besondere Vorliebe
für die vaterländische Geschichte hegend,
wurde ihm durch seine Einführung in
das Haus des Frecherm Clemens von
Hügel, Hofrathes der k. k. geh. Haus-,
Hof« und Staatskanzlei, der Weg zu
einem anderen, seiner Neigung in jeder
Hinficht entsprechenderen Zweige des
Staatsdienstes eröffnet. Zu Anfang des
Jahres 1842 wurde er nämlich als
Praktikant zum k. k. geheimen Haus«,
Hof» und Staatsarchive übersetzt. An
diesem Staatsinstitute standen damals
die Historiker Chmel M . I I , S. 331)
und Gövay sBd. V, S. 464^ als
Archivare in Verwendung, von denen
vorzüglich Chmel dem Neophyten mit
besonderem Wohlwollen sich zuwendete,
und seine Ausbildung zum Archivsbeam-
ten und Geschichtsforscher mit väterlicher
Liebe leitete. I n dieser Anstellung rückte
er sohin durch alle Dienftesstufen bis zum ersten Archivar vor, welche Stelle
er im Jahre 1860, unter gleichzeitiger
Verleihung des Titels eines kaiserlichen
Rathes, erlangte. Wahrend dieser Zeit
war ihm auch im Jahre 1834 von Sr.
Majestät dem Kaiser die Würde eines k. k.
Truchsessen verliehen worden, so wie er
auch aus Anlassen, welche in den Bereich
seiner amtlichen Thätigkeit fielen, die
Ritterkreuze des großherzoglich hessischen
Ludwig-Ordens 1. Classe' des königlich
preußischen Kronen-Ordens 3. Classe und
des großherzoglich oldenburgischen Haus«
Ordens 1. Classe erhielt. Was M.'s
literarische Thätigkeit anbelangt, so er«
schienen kleinere Arbeiten von ihm zuerst
in dem von Chmel in den Jahren
1843 und 1844 herausgegebenen „No-
tizenblatte für österreichische Geschichte"
und in Schmidl's „Oesterreichischen
Blattern für Literatur und Kunst", Jahrg.
1843. M.'s bisherige Arbeiten bewegten
sich ausschließlich aufdem Felde der urkund«
lichen Geschichtsforschung und behandel»
ten in diesem wieder die vor-habsburgische
Periode der deutsch-österreichischen Krön-
länder der Monarchie. Nach dem Erschei-
nen seiner Negesten der Babenb erger
wurde M. auf den Vorschlag Chmel's
von der kaiserlichen Akademie am 29. Mai
1851 zum wirklichen Mitgliede der phi>
losophisch-historischen Claffe derselben,
und nach Chmel's Tode im Jahre
l.838 zum Mitgliede der ständigen histo.
rischen Commission derselben erwählt.
M.'s historische Arbeiten errangen sich
bei Fachmännern, ihrer Gründlichkeit
wegen, Anerkennung und Beifall, welche
auch in der Verleihung der k. k. öster-
reichischen goldenen Medaille für Wissen^
schaft und Kunst im Jahre 1830, und
n der Wahl zum Ehren« und wirklichen
Mitgliede zahlreicher österreichischer und
deutscher historischer Vereine und gelehrter
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon