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Meisl 288 Meißl
setzte Figur, unsauber, dürftig, starker Tabak'
schnupfer und Zapfensauger, beliebt gewesener
Volksdichter des Leopoldstädter Theaters,
phantasiereicher Marinrbeamter. jetzt Ruine,
gänzlich ausgeschrieben"). — S I o v n i k
näuön)-. Ksä^toi- Dr. i^-ant. I^ä. Klo-
Fer, d. i. Conversations'Lerikon. Redigirt
von Or. Franz Lad. Rieger (Prag 1859.
I . L. Kober. Ler. 8°.) Bd, V, S. 220 ^mit
der irrigen Angabe, daß er am 8. (statt 7.)
Qctober 1833 gestorben sei).
Weisl, siehe auch: Meihl.
Meisler, auch Meihler, Wenzel
(philosophischer Schriftsteller, geb.
in Böhmen, lebte im 18. Jahrhunderte).
Ueber die Lebensumstände dieses philo-
sophischen Schriftstellers, der übrigens
seine Studien an der Prager Hochschule
vollendet und an derselben die philo»
sophische Doctorwikrde erlangt zu haben
scheint, ist nur wenig bekannt. Als
nach der Aufhebung des Jesuitenordens
(1773) auch eine gründliche Reform des
Studienwesens, der die Jesuiten bisher
im Wege standen, beschlossen wurde,
war die nächste Folge für die Prager
Hochschule eine Umgestaltung der philo»
sophischen und theologischen Facultat,
welche nunmehr anderen Händen cmver<
traut werden mußten. Bei diesem Wechsel
der Personen fanden wohl ein paar
Erjesuiten bei den minder verfänglichen
Fächern der Physik und Mathematik,
und zwar bei ersterer Pater Chladek,
bei letzterer Pater Stanislaus Wydra,
Wiederanstellungen; hingegen wurden für
die Lehrämter der Ethik, der Logik und
Metaphysik Personen weltlichen Standes,
und zwar für erstere Johann Schöpcl,
für die beiden letzteren Fächer Wenzel
Meißler angestellt. M. hat MehrereS
in lateinischer und deutscher Sprache
herausgegeben, und zwar: 1774)
ssr. 8".); — „An
(Vi6nna6 1776, 8".); —
ische Betrachtung über den Menschen"
Wien 1780, 8".); — „I,o^'ea?'n eom-
Fsn^l'ttm T-sHa^a" sebd. 1781, I'ra.ttnkr,
8".); — „Vorschläge, wie man der Philosophie
autelten nnd gnte Vehrer hoben Könne" sebd.
1781, 8o.). Nach dem Verlagsorte der
meisten seiner Schriften zu urtheilen,
scheint M. von Prag bald nach Wien
übersetzt worden zu sein. Mahrend er
bei Tomek mit einem sz (Meißler)
geschrieben erscheint, schreiben ihn de
Luca, Vo ig t und Kayser's Bücher»
Lexikon mit einem s (Meisl er).
(De Luca) Das gelahrte Oesterreich. Ein Ver»
such (Wien 17?6, Ghelen'sche Schriften, 8«.)
I. Bandes !. Stück, S. 340. — Tomek
(Wenzel Wladiwoj), Geschichte der Präger
Universität. Zur Feier der fünfhundertjährigen
Gründung derselben (Prag 1849, Gottlieb
Haase Söhne, 8".) S, 336. — l'ochi 5 .^e?«uai
a <3. AeiTnano^, ^.ola, litoi'ü.i'i». Lod,siui26 6t
Noravias (?ra,3ae l774, 8") Valnminiü I,
l>al>5 «, p. 423.
Meißl, Leopold Ritter von (3and>
Wirth, geb. zu Wien im Jahre 1772,
gest. 27. Juli 1808). Gin Sohn des
Architekten Joseph Meißl. Nachdem er
in Wien die Gymnasial» und Humani»
tätSclclffen besucht und, 1790, seinen
Vater durch den Tod verloren hatte,
ging er nach Deutschland, wo er an den
Lehranstalten zu Hamburg, Jena, Kiel
und Göttingen seine wissenschaftliche Aus-
bildung vollendete, und von dort nach
fünfjähriger Abwesenheit im Jahre 1793
nach Wien zurückkehrte. Im folgenden
Jahre begann der tüchtige Landwirth
Peter Jordan M . X, S. 266, Nr. 4)
seine damals noch nicht öffentlichen Vor»
träge über Landwirthschaft, denen er
rationale Ansichten über Physiologie,
Chemie und Naturlehre zu Grunde legte.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon