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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
Seite - 292 -
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Meißner 292 Meißner Geschichte, besonders der Hussitenzeit, theils in poetischer Durchdringung dieses reichm Stoffes auf. Nachdem ein Theil des Gedichtes vollendet, dessen Druck in Oesterreich aber damals (1846) nicht möglich war, begab sich Meißner da- mit nach Leipzig, wo er bald einen Ver> leger dafür fand. Wenn dem schärferen kritischen Auge eine Verschiedenheit in der Behandlung der einzelnen Theile der Dichtung nicht entgeht, so erklärt sich dieß einfach aus der Thatsache, daß nur ein Theil des Gedichtes in seiner letzten Feilo vollendet war, als er schon dafür in Leipzig einen Verleger suchte. Bei der schwungvollen Behandlung des im hohen Maße anregenden Stoffes war bei den damaligen, täglich unerträglicher werden- den Verhältnissen bald ein Verleger gewonnen, der nun das „noch unvoll> endete" Gedicht bereits zu drucken be» gcmn, während der Dichter noch an ein» zelncn Abtheilungen desselben arbeitete. Daß eine solche Situation der künstleri» schen Vollendung der Fonn nicht zuträg- lich sein konnte, bedarf keiner Erlaute« rung, wie denn auch die namhafte Feile in den späteren Auflagen dieses ursprüng- liche, durch den oberwähnten Umstand veranlaßte Gebrechen nie ganz zu beseiti- gen vermochte. I n Leipzig selbst, wo sich damals viele Flüchtlinge aus Oester« reich zusammen gefunden hatten, war der Verkehr mit befreundeten Sangsgenos« sen M vielfach anregender. Karl Beck S. 370), Ignaz Kuranda ^Bd. XII I , L. 407). Eduard Mautner ^S. 138 dieses Bös.), der schon erwähnte Moriz Har t mann. ferner Johannes Nord- mann, Hermann Rollet und Andere lebten damals in Leipzig. Da gab es Anregung genug, bei wechselseitigem Austausche von Hoffnungen, überstände- nen Leiden und Klagen, über bevorste. hende Unfälle und Sorgen, mitunter um daS tagliche Brot. Nachdem der „Ä2ka" erschienen war, wurde der Name des Dichters bald viel genannt, dieser durch die so eigenthümlich veränderte Richtung von seinem bisherigen Lebenswege abge. lenkt und dem Stande des ausübenden Arztes mit einem Male entfremdet. Prag und Karlsbad, ja selbst Leipzig waren ihm mit einem Male zu klein geworden, und fort gings nach Paris, wo er in der Iiu.6 äu.?2.udonrS ?oi330niör6 Nr. 44, in der Straße, in welcher Heinrich H eine wohnte, sein Absteigequartier nahm, und nun französische Zustände studirte. Außer Heine, der ihm nahertrat, als Anderen, die sich um ihn drängten, lernte M. den unglücklichen Gerard deNerval kennen, mit dem er sich auch bald befreundete. Seine literarische Thätigkeit dieses ersten Pariser Aufenthaltes umfaßt die Aende» rungm der zweiten und dritten, mittler, weile nöthig gewordenen Auflagen des ZiLka, und Skizzen des literarischen und politischen Lebens in Paris und Frank- reich, welche die damals eben im vollen Aufschwünge begriffenen „Grenzboten" Kuranda's brachten. Nach einem zehn» monatlichen Aufenthalte in Paris kehrte M. nach Prag zurück, wo er sich anfäng« lich im dramatischen Fache versuchte, aber das um jene Zeit entstandene Stück: „Die Ehre desHauses" spater selbst zurücklegte. Indessen hatten die politischen Wirren des Jahres 1848 den Blick von aller Poesie, aber auch die Fortsetzung aller politischen Maßregelungen, die nach seiner Rückkehr wieder in Angriff genommen wurden und eben im besten Zuge begriffen wa« ren, als die Märztage in'S Land brachen, von ihm abgelenkt. M. hatte nämlich gegen die Ccnsurvorschriften überhaupt und um so schwerer sich versündigt, als
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Band 17
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Maroevic-Meszlenn
Band
17
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1867
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
506
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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