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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
Seite - 294 -
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Seite - 294 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17

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kteißner 294 Meißner meisterhafter Weist spielte, entschieden gefiel, kam es in Wien nicht über einen äueoeL ä'eLtime, und wurde schon nach wenigen Aufführungen bei Seite gelegt, hingegen wieder auf mehre» ren Bühnen Norddeutschlands mit Bei« fall gegeben. Ein drittes Stück: „Der Prätendent von York", machte noch weniger Glück. Zuerst in Weimar, dann in Prag gegeben, fand es von Saphir in dessen Humoristen (4837. Nr. 307) eine harte Verurtheilung. Als es in Druck erschien, begeisterte es, wie früher das „Weib des Urias". über welches Joseph Bayer in der „Prager Zeit- schrift" (1831. Nr. 22—39) eine ganze ästhetische Abhandlung geschrieben, einen deutschen Schriftsteller. Karl Wach in Hamburg, derart, daß er eine Abhand- lung darüber veröffentlichte, welche län» ger als das Drama selbst ist. Andere, auch in diesen Tagen entstandene drama» tische Werke Meißner's: „Die Fürstin von Tscherbidoff", „Die Abenteuer des Herzogs von Montmorenci" und das Lustspiel „Ich und mein Titel", sind nicht im Drucke erschienen. Die dramatischen Erfolge Meißner's waren nicht darnach angethan, ihn auf diesem Gebiete behar» ren zu lassen. Er betrat nunmehr das- jenige des Romans und der Novelle, und hatte auf diesem bis zur Gegenwart ein entschiedenes Glück, wenn auch die Kunstkritik an diesen Werken einer frucht» baren und schöpferischen Phantasie bald mit Recht, bald mit Unrecht mäckelt. Es entstanden nun in ziemlich rascher Folge die novellistischen Arbeiten und die Ro» mane: das Skizzenbuch „Am Stein"; — „Der Freiherr von Hostiwin"; — „Der Pfarrer von Grafenried", oder wie es in zweiter Auslage heißt: „Zwischen Fürst und Volk"; — „Sansara". dessen Titel der Philosophie Sch oppenhauer's entnommen ist. und so viel heißt, als Endliche Selbstabgeschloffenheit, endliche Friedensruhe; — „Neuer Adel"; — „Die Charaktermasken"; — „Zur Ehre Gottes"; — „Seltsame Geschichten", und viele kleinere in den besten schöngeistigen Zeitschriften der Gegenwart, wie im „Illustrirten Familienbuche", in Wester» mann's „Monatsschrift" u. dgl. m. abgedruckte Novellen, unter denen nur beispielsweise „Was hängt, laß hängen", „Die Tage des Teufels" erwähnt seien. sDie bibliographischen Titel der selbst, ständig erschienenen Werke Meißner's in chronologischer Folge, sowie die kri» tischen Stimmen über den Dichter und seine Schöpfungen folgen weiter unten.^ Die bisher angeführten Romane und Novellen des Dichters fanden von Seite des lesenden Publimms eine sehr günstige, von Seite der Kritik eine getheilte Auf» nähme. Eigentliches Aufsehen erregen sollte erst ein größerer Roman mit dem herausfordernden Titel: „Schwarzgelb", der die österreichischen Zustände des sechs» ten Iahrzehends unseres Jahrhunderts in grellster Weise zeichnet. Meißner, sich gleichfalls berufen glaubend, an der Lösung politischer, kirchlicher und socialer Fragen mitzuwirken, hat gleich Anderen zu dieser ebenso großen als herrlichen Aufgabe die Form des Romans gewählt. Alles in diesem Roman ist Tendenz; keine charakteristische Seite unserer Zeit bleibt unberührt, alle widerstrebenden und vorwärtsdrängenden Kräfte haben ihre Repräsentanten darin, welche sich nicht bloß in Gesinnungsausbrüchen, sondern in lebendig entwickelten Charakteren und spannenden Situationen darstellen. Aber ein Haupteinwurf gegen diese sechsbän- dige Arbeit bleibt es doch, daß der Dich« ter es unternahm, aus dem Skandal und Kehricht seines Vaterlandes diesen
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Band 17
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Maroevic-Meszlenn
Band
17
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1867
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
506
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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