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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
Seite - 304 -
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Seite - 304 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17

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Meißner 304 leißner verfehlte auf eine Lesewelt, die nach Pikantem und dieSinneslustStachelndem mit Begier suchte, ihre Wirkung nicht. Seine Dramen „Johann von Schwa- ben", „Bianca Capello", sprechen auch für sein Talent zu dramatischen Arbeiten, wie er denn durch seine Mitwirkung an den Verdeutschungen der dramatischen Werke vonDeStouches und Mol iöre zur Förderung der deutschen Bühne in seiner Weise beigetragen hat. In spa- teren Jahren wendete er sich geschicht« lichen Arbeiten zu. zu welchem Zwecke er die Quellen mit Gründlichkeit stu- dirte, und in dieser Richtung wirklich Verdienstliches, ja da man nur immer den schöngeistigen Schriftsteller vor Augen hatte, zu wenig Gewürdigtes geleistet hat. Seine historischen Werke: „Masaniello" (1784), „Spartakus" (1792), „Das Leben des Epaminondas" (1798). „Das Leben des Julius Cäsar" (1799), das jedoch von einem Anderen vollendet wurde, seine „Bruchstücke zu einer Biographie des ihm sehr befreunde- ten Capellmeisters Naumann" (1803) sind unter alleu Umständen noch heute schätzbare Arbeiten, gut angelegt, mit spannendem Interesse weiter geführt und durch sauberen Styl hervorragend. Als Poet wohl ohne Bedeutung, hat er sich je- doch durch eine geschmackvolle Fabellese in verschiedenem Gewände die Jugend zum Danke verpflichtet, denn die von ihm her- ausgegebenen Bearbeitungen der Holz« mann schen und Aesopischen Fabeln, unter welch letzteren er das Beste der deutschen und französischen Fabeldichter seiner Zeit für die Jugend umgestaltet, und nament- lich nach moralischer Seite mit Geist, Umsicht und feinem Verständniß gesichtet hatte, wurden lange lange Zeit. nachdem er sonst schon fast vergessen war, für die besten Sammlungen dieses Zweiges ge« halten, wie es denn auch die öfteren Auflagen in schöner Ausstattung — mit Holzschnitten von Meister Gubitz — und dann mehrere unrechtmäßige Nach. drücke deutlich genug bezeugen. Abge» ehen von seinem literarischen Betriebe in Nebersetzungen und Nachbildungen, worin er nicht geringen Eifer bekundete — die llebersetzungen der Erzählungen von Arnaud, der Novellen von F lo r ian , der Clara von Alben von der Madame Cott in , des Decamerone von Boo caccio, die nach einer uncastrirten Aus. gäbe unter seiner Oberaufsicht geführt wurde, und mehreres andere bezeugen dieß — hat er durch Redaction guter schöngeistiger Blatter wesentlich zur Ver« femerung und Bildung eines guten Ge« schmacks beigetragen. Seine mitCanzler im Vereine ausgegebene „Quartalschrift für altere Literatur und neuere Lectüre" (1783—1785) enthält viel Interessan- tes, Belehrendes und Anregendes, und die in den Jahren 1793—1797 in Prag herausgegebene Monaischrift „Apollo" weckte nicht nur viele schlummernde Kräfte, sondern genießt auch daS eigen» chümliche Vorrecht, in Prag erscheinend, für seine und eine lange nachdauernde Periode das beste deutsche schöngeistige Blatt in der österreichischen Monarchie zu sein. Meißner der Mensch besaß viele edle Eigenschaften, ein Herz, das warm und voll schlug für Menschen- und Bürger« glück. Kein Opfer scheuend für Licht und Wahrheit, rühmte man ihm als Freund Standhaftigkeit, als Vater zärtliche Liebe und Einsicht, als Sohn Dankbarkeit und Pflichtgefühl nach. Als Gesellschafter war er ebenso angenehm als geistreich, und die Lebhaftigkeit seines Geistes ver- stand es, jedem unbedeutenden Vorfalle des Lebens einen Anstrich von Neuheit zu geben, eine ungeahnte, nicht selten
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Band 17
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Maroevic-Meszlenn
Band
17
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1867
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
506
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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