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Melas 328 Melas
Aber dieser Sieg genügte nicht. Suwa
row beschloß, am 48. Früh seinen Geg
ner M a c d o n a l d anzugreifen, und
Melas rückte mit einem starken Corps
nach; die ganze Nacht hindurch wurde
an der Trebbia gefochten und am künfti>
gen Tage die Schlacht an den Ufern des
Flusses, von dem sie den Namen führt,
fortgesetzt. Die Schlacht, in welcher auf
beiden Seiten mit Hartnäckigkeit ohne
Gleichen gekämpft wurde, währte bis
9 Uhr Abends, aber beide Theile be
haupteten ihre Stellung, die sie am Mor-
gen innegehabt, und so schien sie unent«
schieden. Als aber um Mitternacht Mac«
donald mit seinen durch die Kämpfe
der vorigen Tage hart mitgenommenen
Truppen in aller Stille über die Nura
sich zurückzog, setzten die Unseren mit
heranbrechendem Morgen dem sich zu-
rückziehenden Feinde nach und betrieben
die Verfolgung mit solchem Nachdrucke,
daß theils an Verwundeten, theils an
Nachzüglern über 8000 Gefangene in
ihre Hände fielen. Die Kampfe dauerten
mit kleinen Unterbrechungen immer fort.
Nach dem Falle der Citadelle von Ales.
sandria faßte Suwa row die Idee, das
genuesische Küstenland zu erobern. Das
französische Heer wurde indessen verstärkt
und an dessen Spitze Iouber t gestellt.
Am 45. August kam es zu der denkwür»
digen Schlacht bei Novi. der blutigsten,
welche bisher auf italienischem Boden
gekämpft worden. Unsere Truppen foch-
ten mit einer bewunderungswürdigen
Ausdauer. Einzelne Episoden dieses
Schlachttages werden in der Kriegs-
geschichte unvergessen bleiben. Melas
und S u w a r o w , wie ihre beiden
Armeen, überboten fich an Bravour,
Ausdauer und Todesverachtung. So
wurde von drei Grenadier-Bataillonen
das von den Franzosen stark besetzte Plateau des Nantft rotonäa^ ohne einen
Schuß zu thun, mit gefälltem Bajonnete
gestürmt, genommen und der Feind über
den steilen Abfall zurückgeworfen. I n
den Weinbergen wurde mit der größten
Erbitterung gekämpft und jeder zollbreit
Erde mit Blut erkauft. Lange blieb die
Schlacht unentschieden, bis die Fanzosen
zu weichen begannen und nun in rath.
loser Flucht — ihr Oberbefehlshaber
war im Kampfe gefallen — das Weite
suchten. 22 Geschütze, viele Fahnen und
über 9000 Mann waren die Beute dieses
Tages. Schon früher, am 13. Mai
1799, war M. außer Capitel mit dem
Commandeurkreuze des Maria There»
fien.Ordens ausgezeichnet worden, nun
erfolgte noch seine Ernennung zum In«
Haber des 6. Kürassier'Regiments. Noch
fiel die Festung Tortona, am 11. Sep.
temver, in die Hände der Oesterreicher,
dann aber zogen die Russen ab und
MelaS blieb nun selbstständiger Ober-
befehlshaber des österreichischen Heeres
in Italien. Die Stärke des Heeres be-
trug etwa 40.000 Mann, und ebenso
stark war jenes der Franzosen, das unter
dem Oberbefehle von Moreau und
Championnet stand. Bis um die
Mitte des Monats September fiel nichts
Erhebliches vor, erst als am 14. Scp-
tember die feindlichen Vortruppen aus
dem Stura«, Grana» und Mairathale
vorbrachen, begannen die Kämpfe und
efechte von Neuem. Unter diesen sind
besonders zu erwähnen: das Gefecht bei
Savigliano, am 18. September, das
siegreich für die Unseren ausfiel, der
Feind verlor 2 Geschütze, 23 Officiere.
600 Mann an Gefangenen und überdieß
1200 Mann an Todten und Verwunde-
ten; die Erstürmung von Beinate,
19. October, bei welcher die Franzofen
wieder große Verluste erlitten, die Ge»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon