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Melas 326 Melas
fechte bei Mondovi, welche vom 24. bis
28. währten, ohne daß der Feind seine
Absicht, dieses Ortes Herr zu werden,
zu erreichen im Stande war; die Schlacht
bei Genolo, 4. November, in welcher
mehrere feindliche Bataillons. 180 Offi-
ciere und 4000 Mann gefangen wurden,
und ebenso viele todt auf dem Platze
blieben oder verwundet waren, und die
Belagerung von Cuneo, welches am
49. November zur Uebergabe aufgefor-
dert, nach 14tagiger hartnäckiger Ver-
theidigung sich ergab, und bei welcher
Gelegenheit 146 Kanonen, 41 Wurf.
gescbütze, 1400 Centner Pulver, über
60.000 Kugeln, 2000 Gewehre, an
10.300 Geschütz' und mehrere hundert-
tausend Gewehrpatronen erbeutet wur»
den. Die Besatzung, 3000 Mann stark,
erhielt einen ehrenvollen Abzug. Dabei
muß bemerkt werden, daß Melas alle
diese günstigen Erfolge erzielte, obwohl
durch die bestandigen Kämpfe seine Armee
bedeutend gelichtet worden und ein Er
sah an Mannschaft kaum stattfand, wah
rend der Feind mit stets nachrückenden
Truppen sich theils vermehrte, theils
seine Verluste ersetzte. Die weit vorge
rückte Jahreszeit machte aber der Fort
setzung aller Kampfe ein Ende. Am
8. December bezog Melas seine Can-
tonirungen. Den Franzosen war von
allen ihren bisherigen Eroberungen ii
Italien nur mehr die westliche Riviera
von Genua, diese Stadt selbst und der
kleinere Theil der östlichen Riviera übrig
geblieben. Der Feldzug des folgenden
Jahres, 1800, mußte mit Unternehmun-
gen gegen die Riviera, aber der schlechten
Jahreszeit wegen um volle sieben Wochel
spater, beginnen, als Melas beabsichtig
hatte, ein Umstand, der für den ferneren
Ausgang der Kriegsereigniffe in Italien
von unberechenbarem Nachtheile war Wohl wurde Melas von den englischen
Kriegsschiffen unterstützt, und nach drei
Wochen der schwierigsten Bewegungen
war die französische Armee getrennt und
Masse na zu Waffer und zu Lande in
Genua eingeschlossen. Während nun
Feldmarschall-Lieutenant Ort die Blo«
kade Genua's leitete, vertrieb Melas
n den ersten vierzehn Tagen des Mai
die Franzosen gänzlich aus der Riviera
.md nahm Savona ein. Das aber waren
auch dio letzten siegreichen Vorgänge der
kaiserlichen Truppen in Italien, denn von
den Alpen drang mittlerweile der Con«
sul Bon aparte mit einer frischen und
starken Armee nach Oberitalien ein, und
nicht nur, daß nun die österreichischen
Erbländer vom Feinde bedroht waren,
auch Melas war gefährdet, von den
Franzosen eingeschlossen und vom Rück»
zuge ganz abgeschnitten zu werden. Um
sich aus dieser höchst ungünstigen 3age
zu befreien, beschloß M. einen Schlag
zu führen und wollte durch eine Scblacht
zu der er den Gegner zwang, eine vor-
theilhafte Aenderung seiner Lage sich
schaffen. Die Festung Alefsandria wurde
zum Sammelplatz der Armee besiimmt.
Melas durfte nicht länger säumen,
diesen Hauptschlag auszuführen, weil seine
Armee bereits Mangel an Lebensmitteln
zu leiden begann, und weil das Vor«
dringen der Franzosen in Oberitalien
denselben immer mehr Magazine, Depots
und Artilleriegüter der kaiserlichen Armee
in die Hände lieferte. Unter den Vor»
bereitungen zur Schlacht, Besetzung ver»
schiedener Puncte und Aufstellung der
Truppen vergingen die Tage vom 7. bis
13. Juni. Melas verbarg weder sich
noch der Armee die verzweifelte Lage, in
der er sich befand; in einem Tagesbefehle
schilderte er die Gefahren, von denen die
Armee umrungen war, aber unterließ
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon