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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
Seite - 332 -
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Seite - 332 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17

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Melly 332 Melly hin, deren erste Fmcht sein gleich beim Erscheinen vielfach anerkanntes Pracht« werk, „Die Siegelkunde", war, welches selbst der strenge Kunstrichter Kugler als ein „classisches Werk" begrüßte. Diesem folgte die treffliche „Monographie des Westportals der St. Stephans- kirche", wahrend er eine Biographie des vaterländischen Künstlers Ruß als Bei- läge zu Frankl 's „Sonntagsblätter" herausgab, und in dieser selbst fleißig die Kunstzustände der Residenz in Beziehung auf Plastik. Malerei und Architectur kritisirte. Die beiden ersten genannten Werke, in denen Mel ly , vielleicht der Erste in unserem Vaterlande, die histo» rische Richtung einschlug, lenkten auf ihn die volle Aufmerksamkeit und Hoffnung der wissenschaftlichen Welt und brachten ihm aus allen Fernen Anerkennung uud Auszeichnung: während er die von ihm geschaffenen Werke, da kein Verleger daran sehr kostspielige auf keinen großen Absatz berechnete Auflagen wagen mochte, mit den bedeutendsten Opfern aus eigenen Mitteln in's Leben förderte und sich so um die Wissenschaft des Vaterlandes ein doppeltes Verdienst erwarb. Das ver« hängnißvolle Jahr 1848 war für M., wie für Andere, eine vorübergehende Episode. Von der Stadt Horn in Niederösterreich zum Abgeordneten in das deutsche Parla- ment gewählt, nahm er in demselben nur einmal das Wort, als es fich um die Heraldik des deutschen Wappens han> delte. Auf einer Reise lernte M. in Hal- berstadt den Dompropst Augusti ken» nen, der ihn mit den höchst interessanten Domschätzen von Halberstadt und Qued« linburg bekannt machte. M. begeisterte sich rasch für diese Gegenstände, und ließ sogleich mit der Zeichnung von ein» zelnen beginnen, in der Absicht, das mit kostbarem Farbendruck illustrirte Werk mit einer historischen Einleitung und Erklärung herauszugeben. Eilf dieser Prachtblatter wurden vollendet, fernere Zeichnungen fanden fich im Nachlasse vorbereitet. Ueber diesen gelehrten Arbei« ten war Mel ly in den letzten Jahren seines Lebens als Comit6mitglied des neuen Kunstvereins lebhaft thätig und mit Vorliebe der Tntwickelung der Kunst, zustande in unserer Residenz stets zuge« wendet. Er war ein eifriger Vertreter der leider bei uns völlig brachliegenden Kunstkritik, und das Journal der „Wan« derer" enthalt durch eine Reihe von Jahren eine fast ununterbrochene kritische Chronik alles dessen, was die plastische Kunst in Wien geschaffen oder auch nicht geschaffen hat, aus Melly's Feder. Eine so mannigfach begabte und bereits wissenschaftlich bewährte Kraft konnte bei dem erwachten neuen Leben in Oester- reich nicht unbeachtet bleiben. M. wurde von den Ständen Steiermarks zur Durchforschung des Landes, zur Anferti« gung einer archäologischen Karte und zur Abhaltung von Vorträgen angestellt, und von Sr. Majestät dem Kaiser als archäologischer Conservator Steiermarks im Jahre 1831 bestätigt. Nun war ein ersehnter Kreis des Wirkens aufgethan, eines Wirkens, das mit dem innersten Berufe des Mannes glücklich zusammen« traf. Einem sorgenfreien Blicke in die Zukunft, zeigten sich neue Wissenschaft' liche Thaten und neuer Ruhm. Da ergriff ihn die unerbittliche Hand der Krankheit. Im Jahre 1881 von einem gichtischen Leiden befallen, verließ es ihn nicht mehr und bannte ihn in den letzten 19 Monaten seines Lebens unerbittlich an's Bett. Im September 1834 sehnte er sich nach dem Bade Pistyan, wo er schon früher Lin- derung seiner Schmerzen gefunden hatte.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Band 17
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Maroevic-Meszlenn
Band
17
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1867
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
506
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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