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erhaltenen Resultate, den Ursprung und die
Verrichtungen der Zellen betreffend. Aus dem
Englischen des Jacob Pag et und W. K.
Carp enter" (Augsburg 1845, Iem'sch u.
Stage, gr. 8«., mit 1 lith. Taf,); — „Bericht
über die Fortschritte der menschlichen Anato»
mie und Physiologie in den Jahren 1843 und
1844. Aus dem Englischen des Iac. Paget"
(ebd. 1846, 8°.).
Mencl, Joseph Branislaw (Erz.
gießer und öechischer Schriftsteller,
geb. zu Horovice in Böhmen 2. Octo»
ber 1813, gest. zu Karol inenthal
nächst Prag 22. Juni 1864). Die Familie
stammt eigentlich aus Schlesien und
schrieb sich Menzel , erst später oechisirte
sie den Namen in Mencl. Den Vater,
der ein Handwerker war, verlor der
Knabe bald und leitete nun die Mutter
dessen Erziehung; sie selbst lehrte ihn
lesen und schreiben. Als er dann die
Schule seines Geburtsortes besuchte,
wollte ihn der Lehrer in der Musik
unterrichten und ihn für das Lehramt
ausbilden. Aber für die Musik hatte er
keinen Sinn, und so trat er denn bei
feinem Stiefvater, der ein Spengler
war, in die Lehre. Nachdem er drei
Jahre gelernt, in dieser Zeit aber keine
Gelegenheit zu eigenen Arbeiten gefunden
hatte, wurde er Geselle und ging nach
Prag, wo er zuerst in einem Geschäfte
arbeitete, dann aber auf Wanderschaft
ging und auf dieser Böhmen, Mähren,
Schlesien, die Erzhcrzogthümer und
Ungarn durchwanderte. Der Eintritt
nach Polen und Rußland war ihm nicht
gestattet worden. Nach mehrjähriger
Wanderung kehrte er in seine Heimat
zurück und widmete sich in Karolinenthal
seinem Geschäfte. Von früher Zeit an
lernbegierig, und namentlich durch Karl
Amerling's sBd. I , S.' 30^ „?ro>
lli^LlnF xosei", d. i. Der industrielle
Bote, eine Volksschrift, die in den Iah«
o. Wurzbach, biogr. Lexikon. XVII ren 1840—1846 erschien, angeregt,
suchte er sich ebenso in seinem eigenen
Gewerbe zu vervollkommnen, als er
ernstlich strebte, ausgezeichnete Arbeiten
zu liefern. Dabei war er unablässig
bemüht, die nationale Sache nach allen
Richtungen hin zu fördern und in Ande-
ren gleiche Bestrebungen zu wecken. Aus
diesem Anlaß begründete er in Karolinen»
thal eine gewerbliche Bibliothek und
einen Leseverein. Schon im Jahre 1844
trat er bei der Natios össkä. ein und
wurde im Jahre 1846 zum Vorsitzenden
im Ausschüsse gewählt. Im Jahre 1848
berief ihn der National«Verein nach
Prag, wo er auch auf dem Slaven»CoN'
gresse große Thätigkeit entwickelte. Spater
fungirte er für den National.Verein und
die „slavische Linde" als Ausschußmann
in Karolinenthal. Mit diesen nationalen
Bestrebungen Hand in Hand ging sein
Eifer, auch als Gewerbsmann ausgezeich-
nete Arbeiten zu liefern, unter diesen sind
besonders anzuführen: „Ner graZse Iu5ter"
im deutschen Theater zu Prag, der als
ein Meisterstück in seiner Art bezeichnet
wird, er zählt 164 Flammen und ist mit
den Büsten von Faust und Margarethe,
Don Juan und Donna Anna geschmückt;
— „Ner gothische Auster" im Rathssaale
des Prager Rathhauses; — 18 gegossene
Büsten berühmter Männer des Handels
und der Industrie, im Garten der Karo»
linenthaler Gasanstalt; — die Statuen
in der byzantinischen Capelle zu Ietkicho«
vice; — die Zinksarkophage für das
Rittergeschlecht derCecinkar von B i r-
nic; — die Gedächtnißtafeln für Hav»
liöek. Ty l , Hanka. Rubes, Do-
brovsk^- u. A.; — Standbilder von
Engeln für Grabdenkmäler, Crucifixe u.
m. a. Alle diese Arbeiten sind mit einer
musterhaften Genauigkeit und Sorgfalt
ausgeführt. M.'s Ruf war im ganzen
>, 6. Juni l867.) 22
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon