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zum General «Major wieder verließ.
Während des Feldzuges des Jahres
1809 stand er als Major im 3. Armee-
corps in der Brigade des Generals
Grafen Radetzky und zeichnete sich bei
mehreren Gelegenheiten aus. Bei Aus»
bruch des Krieges im Jahre 1813 war
M. bereits Oberst und stand mit dem
Corps, in welchem er eingetheilt war,
im August genannten Jahres bei Krems-
münster in Oberösterreich. Dort erhielt er
Befehl, die Vorposten gegen die bayerische
Grenze zu besetzen. Er kam nun unter
das Commando des bayerischen Generals
der Kavallerie Grafen Wrede und
wohnte der Einschließung von Würzburg
bei. Eine schöne Waffenthat vollführte
er am 29. October, an welchem er sich
der Stadt Gelnhausen, wo sich eben die
Spitze der feindlichen Hauptarmee be»
fand, bemächtigte, und die Stadt unge«
achtet der Uebermacht des Gegners und
sonstiger ihm von diesem in den Weg
gelegten Hinderniffe von 9 Uhr Morgens
bis 2 Uhr Nachmittags standhaft verthei-
digte, die aus 10.000 Mann alter Gar-
den bestehende feindliche Vorhut aufhielt
und auch das Vorrücken der feindlichen
Hauptarmee, bei der Napoleon sich in
Person befand, auf diese Art verhinderte.
Auch zeichnete er sich in der am folgenden
Tage stattgehabten Schlacht bei Hanau
durch seine Tapferkeit so auS, daß der
General en Oket Graf Wredein einem
aus Emmendingen vom 18. December
1313 datirten Zeugnisse ausspricht: „eS
werde ihm das tapfere und einsichtsvolle
Benehmen Mengen's, welcher damals
mit seinem Regimente die Arriöregarde
der Verbündeten gemacht und dem gan>
zen feindlichen Artilleriefeuer muthvoll
widerstanden habe, immer unvergeßlich
bleiben". Am 1. November zog M. im
Triumphe in Frankfurt a. M. ein und ging, die Franzosen verfolgend, am
13. Jänner 1814 über die mit Schnee
bedeckten Vogesen. I n der Schlacht von
Brienne, 1. Februar 1814. in welcher er
ein Pferd unterm Leibe verlor, erkämpfte
er sich das Maria Theresienkreuz. Das
Regiment, welches die Spitze der ersten
Colonne bildete, hatte eben das Ende
des Waldes von Choumesnil erreicht, als
man gewahrte, wie der Feind bemüht
war. eine Cavallerie»Batterie von vier
Kanonen und zwei Haubitzen auf einen
für seine Zwecke sehr vortheilhaften er-
höhten Punct aufzuführen und dadurch
das Herausbrechen unserer Colonnen
aus dem Walde zu verhindern. Als
Mengen sich über das Vorhaben des
Feindes Gewißheit verschafft, unternahm
er eine der glänzendsten Attaquen. An-
gefichts eines französischen Garoe»Küras'
fier-Regiments nahm er, während er
die erste Majors'Division dem Kürassier»
Regimente entgegenschickte, die Batterie,
verhinderte so das Vorhaben des FeindeS
und ermöglichte unseren Truppen den
Ausmarsch aus dem Walde. Freilich
konnte er im weiteren. Verlaufe des
Gefechtes, als der Feind massenhafte
Verstärkungen nachschickte, die Beute
nicht länger behaupten, fünf der erober«
ten Geschütze mußten der feindlichen Ueber-
macht überlassen werden, aber das sechste
blieb doch als Trophäe der Tapferkeit
des Obersten im Besitze der Unseren.
^Sonderbarer Weise wird eine ähnliche
Waffenthat, nämlich Eroberung von fünf
Kanonen, von denen jedoch nur eine als
Trophäe behauptet werden konnte,auchvon
Mengen's Bruder Wi lhelm berichtet.
Nur ist hier der Schauplatz der Waffen«
that Frankreich, bei dem Bruder ist es
Oberitalien, und zwar in der Schlacht
am Mincio (8. Februar 1814). Es muß
der Kriegsgeschichte, vornehmlich ihrem
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon