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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
Seite - 348 -
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Seite - 348 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17

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Mengs 348 Mengs Künstlers, er selbst pstegte während seines langjährigen Aufenthaltes in Rom sich böhmischen Künstlern gegenüber ihren Landsmann zu nennen. Ja das auf einem Nebenaltar befindliche, in einem Schreine fest verschlossene Madonnenbild in der Dechanalkirche zu Aussig, dem Geburtsorte unseres Künstlers, ist ein Geschenk desselben eben für die Kirche seines Geburtsortes. Weil es in Carlo Dolce's Manier gemalt, wird es auch für ein Werk des Letzteren gehalten, es kann aber immerhin von Mengs selbst in der Manier Dolce's gemalt sein. wie denn große Meister es nie verschmäht haben, die Werke anderer großer Meister zu copiren. Hormayr, Dlabacz, Pel- zel, ja selbst die „Oesterreichische Natio- nal-Encyklopädie" weisen dem Künstler eine Stelle in ihren Werken ein, so mag denn das Vorstehende als Rechtfertigung dienen, Mengs in diesem Lexikon denk- würdiger Personen Oesterreichs zu finden, obgleich er eben nur in den Tagen seiner Geburt in Oesterreich verweilte. Sein Vater Ismael , Miniatur» und Email' maler am Hofe August's I I . von Sachsen, ein finsterer verschlossener Mann, war ein Sonderling, der seine Frau Charlotte geb. Bormann, seine frühere Haushälterin, kurz vor ihrer Entbindung über die sächsische Grenze nach Aussig in Böhmen schickte, weil er nicht wollte, daß das Kind in Sachsen geboren werde. Als ihm der Sohn geboren wurde, ließ er ihm in der Tauft die Namen Raphael und Anton nicht ohne Absicht geben, denn sein Sohn sollte dereinst wie Raphael zeichnen und wie Antonio Correggio malen. Von früher Jugend an wurde Mengs von seinem Vater für die Kunst erzogen und in rücksichtsloser Weise zu den Uebungen in derselben angehalten. Kaum konnten die Kinder die Reißfeder in ihren schwachen Handen halten, so setzte sie der Vater zum Zeichnen hin, und für die geringsten Fehler erhielten sie un» barmherzig körperliche Mißhandlungen. Die Tyrannei des Vaters war so groß. daß Raphael's alterer Bruder Mo« riz, entschlossen, dieselbe nicht langer zu ertragen, das Vaterhaus verließ, nach Böhmen floh. dort in Armuth die Studien fortsetzte, worauf er in den Orden der Gesellschaft Jesu eingetreten sein soll. Raphael's jüngere Schwester" Ju l ie soll eines Tages aus Furcht vor Mißhandlungen vom zweiten Stocke aus dem Fenster gesprungen sein und beide Beine gebrochen haben. In solcher Strenge wuchs Mengs auf und hatte von dem in der Kunst einsichtsvollen Vater einen so tüchtigen Unterricht in ihr selbst und in Allem, was mit ihr zusam» menhing, erhalten, daß er schon im Alter von zwölf Jahren fertig zeichnete und ganz correcte Arbeiten lieferte. Bezeich- nend für den Vater und seine Erzie« hungsmethode ist die Thatsache, welche ihn bestimmte, seinen Sohn in Rom weiter zu bilden. Ein unmerkliches Loch in der Stnbenthüre gab ihm Gelegenheit, seinen Sohn bei der Arbeit genau zu beobachten. Hier sah er nun eines Tages, wie Raphael, der eben im Begriffe war, den Arm des borghesischen Fechters zu zeichnen, seinen eigenen Arm entblößte, um an ihm zu beobachten, was bei dem Gypsabdrucke nicht mehr recht sichtbar war. „Jetzt ist es Zeit, daß ^ er nach Rom komme", rief der Vater erfreut, und erbat sich von August I I I . die Erlaubniß, zu reisen. Im Jahre 4741 übersiedelte der alte MengS mit seiner ganzen Familie nach Rom. Dort setzte der alte Mengs seine bisherige Erziehungsmethode fort. Raphael kam
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Band 17
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Maroevic-Meszlenn
Band
17
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1867
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
506
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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