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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
Seite - 349 -
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Seite - 349 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17

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MngS 349 Mengs nicht aus dem Studium heraus und mußte unablässig arbeiten und an den Meisterwerken der Kunst studiren. Nach drei Jahren ununterbrochenen Studiums kehrte Mengs mit seiner Familie nach Dresden zurück, wo das vorige einfiedle» rische Leben in unveränderter Weise fort- gesetzt und Rap ha el Anton, um sich zum Künstler zu bilden, in fortwährender Haft zu Hause und von jedem Verkehre mit der Außenwelt fern gehalten wurde. Ein Zufall brachte eine Aenderung in diese Verhältnisse. Der Sänger Anni- bali wußte es dahin zu bringen, daß er Eintritt im Hause bei Mengs erhielt, welches jedem Fremden verschlossen war. Da fand er an der Wand zwei Bildnisse, deren eines den Vater Mengs, das andere den Sohn vorstellte. Auf Anni ' ba li 's Frage, wer diese beiden sprechend ähnlichen und auch sonst gut gemach« ten Bilder, gemalt, sagte der Vater, daß sie Werke seines Sohnes Raphael seien. Anni bal i war erstaunt, daß solche Arbeiten von einem kaum sechzehn- jährigen Jünglinge herrührten und fragte diesen, ob er sich getraue, auch ihn zu malen. Ja wohl, entgegnete Raphael. wenn mir der Vater befiehlt, sie zu machen. Ich will es, entgegnete der alte Mengs.' Ungefähr in einer Stunde war Annibal i 's Bildniß mit sprechender Aehnlichkeit vollendet. Der Sänger traute seinen Augen kaum, als er das fertige Bildniß sah, dessen Ausführung in Zeichnung, Behandlung und Frische nichts zu wünschen übrig ließ. Hier soll, so erzählt die bei Biographien merkwür- diger Menschen^ erfinderische Sage, der Vater die Bibel hervorgeholt und von Anni bal i verlangt haben, daß er schwöre, nie denjenigen zu nennen, der dieses Bildniß vollendet habe. Leicht- begreiflicher Weise lehnte Anniba l i diese sonderbare Zumuthung ab, und schon am folgenden Tage machte die Geschichte mit dem Bilde die Runde am königlichen Hofe. Der König ließ nun das Bildniß holen, das ihm so außer- ordentlich gefiel, daß er es für sich behielt, aber auch den jungen Künstler wollte er kennen lernen. Seit dieser Zeit war der Bann der Abgeschlossenheit und der häuslichen Clausur gebrochen. Der Kö> nig selbst ließ sich von Naphael por- trätiren, und als das Bild in über- raschend kurzer Zeit gleichfalls mit spre- chender Aehnlichkeit und einer tadellosen Vollkommenheit in der Ausführung voll» endet war, bezahlte der kunstliebende Fürst dem jungen Künstler sofort hundert Dublonen für das Bildniß, sehte ihm ein Iahrgehalt von 690 Thalern und jeder der zwei Schwestern, die auch zeichneten und malten, von 300 Thalern aus. Von nun an änderte sich die Lage Raphael's, obgleich der Vater noch immer seine Herrschaft auszuüben ver> stand. Des Königs Vorliebe für M en gS' Arbeiten aber war so groß. haß er Alles, was derselbe nunmehr arbeitete und auch die von ihm früher vollendeten Bilder behielt und reichlich bezahlte. Auch gewährte er die Bitte des strebenden Jünglings, der Italien als jene Stätte erkannte, wo er sich allein in der Kunst bis zur höchsten Vollendung auszubilden iin Stande war. nach Italien zu reisen, obwohl Hofcabalen und Künstlerneid ehr tüchtig arbeiteten, um die Gewäh« rung dieser Bitte zu hintertreiben. Aber der König gab die Erlaubniß, und im Jahre 1746 trat M. mit seinem Vater und dessen ganzer Familie die zweite Reise nach Rom an. Nach dreijährigen unun» terbrochenen Studien begann nun M. eine erste größere Arbeit, eine heilige Familie, in Raphael's Manier. Wäh«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Band 17
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Maroevic-Meszlenn
Band
17
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1867
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
506
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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