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gemalt zu sehen. Der König meinte,
dieses Uebel könne ja gut gemacht wer.
den, wenn man Mcngs nach Madrid
beruft, wohin zu folgen er wohl keinen
Anstand nehmen werde. Das geschah
denn auch. Als sich Mengs im Jahre
l761 in Rom eben nicht in den erfreu-
lichsten Umständen befand, gedachte der
König von Spanien des Künstlers und
berief ihn als seinen Hofmaler nach
Madrid, ihm ein bedeutendes Iahres-
gehalt aussetzend. Am 7. September
1761 langte M. an der neuen Stätte
seines künftigen Wirkens, in Madrid,
an. Schon die ersten Arbeiten, die er
vollendete, erwarben ihm die Bewunde»
rung der spanischen Künstler, und die
donige Akademie verlieh ihm den Ehren»
titel eines Directors an derselben. M.
bemühte sich nun auch das neue Amt in
zweckentsprechender Weise auszuüben. Er
reformirte die ganze Anstalt, suchte die
akademischen Studien zu heben, die bis»
herigen Mißbräuche abzustellen u. dgl. m.
Zwei im Drucke befindliche Abhandlun-
gen aus seiner Feder geben darüber
genügende Aufschlüsse, wie ernst er sich
die Durchführung seiner Projecte hatte
angelegen sein laffen. Ihre Titel sind:
und
Drei Jahre hatte M. nach dieser Seite
hin energisch gewirkt, war es nun die
geschwächte Gesundheit, oder Verdruß
über manche Hindernisse, die sich seinen
wohlgemeinten Absichten entgegenstellten,
kurz. M. gab im Jahre 1764 jeden ferne-
ren thätigen Antheil an der Akademie auf.
legte das Directorat nieder, sich einfach
mit dem Titel eines „Ehrenmitgliedes"
begnügend. I n die Länge der Zeit sagte
ihm aber das Klima wirklich nicht zu; seine Familie hatte er nach Rom zurück»
geschickt, und ohne Hilfe und Pflege sah
er sich plötzlich von einer schweren Krank«
heit bedroht. Um nun seine Gesundheit
wiederherzustellen, ertheilte ihm der Kö'
nig im Jahre 1770 einen Urlaub nach
Rom, von welchem er bereits neun Jahre
entfernt geblieben war. Die Reise nach
Rom machte M. auf einem Umwege,
indem er über Genua nach Florenz reiste,
wo er im Auftrage seines Königs für
denselben die großherzogliche Familie
malte; sowohl Florenz wie Genua nah»
men M. in ihre Akademien auf, und als
man in Rom erfahren hatte, daß M. sich
wieder in Italien befinde, ernannte ihn
die Akademie von S. Luca noch wäh»
rend seiner Abwesenheit zu ihrem Präsi-
denten, eine Ehre, die noch keinem Deut«
schen und unter den Italienern seit
49 Jahren nur dem berühmten Carlo
Mara t t i widerfahren war. Im Fe-
bruar 1771 kam Mengs in Rom wie-
dergenesen an, wo sich die Auftrage in
solcher Weise mehrten, daß er denselben
zu genügen außer Stande war. Wäh-
rend seines jetzt dritthalbjahrigen Auf«
entHaltes in Rom malte er unter anderen
Bildern einen „GhristnZ mit Magdalem",
bekannt unter dem Namen „Noii ms
tg.nF6r6", und eine „Geburt Ir5u", beide
für den König von Spanien, und vollen»
dete den Entwurf einer Medaille, welche
auf Clemens XIV. im vierten Jahre
seines Pontisicates geprägt wurde. Im
Jahre 1773 besuchte er auf kurze Zeit
Neapel, malte nach seiner Rückkehr ein
Frescogemalde im Vatican, und auf der
Rückreise nach Madrid in Florenz für
den Großherzog eine „Inngtrnn mit dem
Christuskiilbe" und einen „schlafenden Joseph",
worauf er über Sardinien und Frank-
reich nach Madrid zurückkehrte. Fünf
von seinen Töchtern hatte er in einem
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon