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Mngs 384 Mengs
schwarzer Kreide für den Marchese Ri-
nuccini in Florenz, und eine „Verkundi-
gung Maria", Altarbild für die königliche
Capelle in Aranjuez. Letzteres Werk sollte
er nicht mehr vollenden, er arbeitete
eben an der Hand des Erzengels Ga-
briel, welche die Lilie hält, als ihn
selbst der Todesengel heimsuchte. Sein
Sterben war erschütternd, aus einer
Wohnung in die andere, ja selbst von
einer öffentlichen Herberge in die andere
ließ er sich. Hilfe suchend, tragen, das
Vertrauen, das er einem Quacksalber
schenkte, mochte ihm Verderben gebracht
haben. Als auch der Wunderbalsam
einer Nonne von Narni nichts half,
hauchte er — erst 31 Jahre und wenige
Monate alt — seine Künstlerseele aus.
Die Künstler brachten dem Meister die
letzte Ehre dar. Die Leiche wurde nach
der Pfarrkirche des h. Michael auf dem
Berge Ianiculo begleitet. Sein vertrau«
tefter Freund und Gönner, der spanische
Gesandte Azara, stellte im Pantheon
neben dem Denkmale Raphael 's sein
Bildniß in Erz auf. Die unten ange-
führte reiche Literatur gibt ausführliche
Aufschlüsse über dieses interessante und
vielbewegte Künstler leben; die Kunstge»
lehrsamkeit der früheren und der neuesten
Zeit, manchmal vergessend, daß alles
Gegenwärtige nur ein Aufbau auf dem
Vergangenen sei, mäckelt auch mit ihrer
Vielbefserwisserei an MengS und seinen
Werken, und nennt sie „poesielose Male»
rei eines zur Kunst geprügelten Malers".
Auch von solchen Verirrungen der Kritik
muß in einer kurzen Skizze der Vollstän»
digkeit halber Kenntniß genommen wer»
den, denn sie gehören zum Ganzen,
theilweise als Schatten zu einem Bilde,
dem es an Licht nicht mangelt, theilweise
als Act der Pietätlofigkeit, welche eine
Errungenschaft des socialen Wirrsals der Gegenwart ist. Verzeichnisse seiner Bilder
enlhalten Nagler, I . E. Mül ler ,
die deutsche Bearbeitung der Biographie
Mengs von B iancon i , welche zu
Zürich im Jahre 1781 erschienen ist, und
Fior i l lo im Anhange zu seiner Ge>
schichte der Malerei in Spanien. Für
uns zunächst Interesse besitzen jene Werke
des Künstlers, welche in Oesterreichs
öffentlichen und Privatsammlungen auf.
bewahrt werden. Diese stnd, so weit es
mir möglich geworden, davon Kenntniß
zu erhalten, in der kaiserlichen ^ G e-
mälde-Gal ler ie im Belvedere:
„Her h. Joseph nnrd im Oranme zur Flucht
ermähnt" (Kniestück, auf Holz, 3 Schuh
6 Zoll hoch, 2 Schuh 8 Zoll breit); —
„Nie heilige Jungfrau mit dein Kinde" (Knie«
stück, auf Holz, 3 Schuh 6 Zoll hoch,
2 Schuh 8 Zoll breit); — „Mariii 3er-
Kündigung" (auf Leinwand, 11 Schuh
8 Zoll hoch, 7 Schuh 6Zoll breit); —
„Petrus aut dem Ghrllne, über seinem Haupte
die Flamme" (auf Leinwand, 4 Schuh
10 Zoll hoch. 3 Schuh 7 Zoll breit); —
„Nie Intantin MuriaGheresia nun Neapel
al2 einjähriges Kind, nachmals zweite Gemalin
Kaiser Franz I. nan Oesterreich" (auf Holz,
3 Schuh 3 Zoll hoch, 2 Schuh 3 Zoll
breit); — „Nie Kaiserin Maria Uudll-
uica, Gemülin Kaiser Aeapüld U." (halbe
Figur, auf Leinwand, 2 Schuh 8 Zoll
hoch. 2 Schuh breit); — „Gin kleines
mit NleiZtitt gezeichnetes Nildniss derselben
Prinzessin" (auf Papier, 3 ^ Zoll hoch,
2 Zoll breit). I n der Sammlung des
Herzogs von Sachsen-T eschen besän»
den sich zu seiner Zeit eine „Heilige Fa-
mlie", dem Herzoge von der Königin
von Neapel zum Geschenke gemacht; —
„Ner U. Petrus"; — „Maria mit dem
Kinde" — und in der Gemäldesamm.
lung des Grafen Ha r rach : ein
— ein „studienkllpk der
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon