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Mengs 386 Mengs
mußte, sitzend stin Bild zu malen, denn
Mengs erklärte, er könne ein ähnliches
Vildniß nur malen, wenn er sitzend ar-
beite. Daß M. bei den zahlreichen
Bestellungen, mitunter großer Bilder, bei
einem glänzenden Gehalt als königlicher
Hofmaler, und bei der Vorliebe der
Fürsten und Großen, Werke von ihm
in ihren Gallerien zu besitzen, welche
sie dann auch fürstlich belohnten, große
Summen erwarb, ist nicht zu laug-
nen. und dennoch hinterließ er, als er
starb, nicht so viel, daß die Zeichenkosten
hatten bestritten werden können. Dieser
auffallende Umstand erklärt sich jedoch
bald: er gab große Summen für Kunst»
werke aus; ließ seinen Kindern, deren er
in einer höchst glücklichen Ehe nicht wem«
ger denn zwanzig erzeugt hatte, eine
kostspielige Erziehung geben, unterstützte
Schulen und Nothleidende auf das Frei-
gebigste, und führte selbst, wie es seine
Stellung mit sich brachte, ein vornehmes
Leben. Im gewöhnlichen Leben hatten
alle seine Aeußerungen und Handlungen
das Sanfte, Freundliche, Innige, wie es
sich in seinen Gemälden ausspricht. Er
war der dankbarste Sohn, der die väter«
liche Harte, Grausamkeit, ja selbst Un-
. billigkeit selbst immer durch einen reine»
ren, edleren Zweck entschuldigte, als ihn
diese wirklich hatte, das Muster ehelicher
Liebe, der sorglichste Vater und ein auf»
opfernder Freund, uneigennützig, wahr»
heitsliebend und unparteiisch, bis zur
Selbstverläugnung wohlthätig, schlicht
und offenherzig, voll freundlicher auf«
munternder Achtung für fremdes Ver«
dienst. Ein ebenso schönes, den Künstler
wie den Menschen in einfachster Weise
verherrlichendes Denkmal hat ihm sein
Freund Azara, der überdieß auch seine
Werke herausgegeben hat, gesetzt, indem
er Mengs' Büste im Pantheon aufstellen ! und in dieselbe die Worte meißeln ließ:
M e n g s , dem philosophischen
Maler".
.4m<2c??i,^ l ^Ol'ovannl' N'i'sio/oT'o^, Digeoi'sa lu-
u«brs iu loäs äsl (ÜavaNsi'L H.. N. HleuFL
(äoin 1780, 8".). — Hl'anconl ^l'ovannz ^«-
c?ovi<?o), NIoZio stoi-ieo äei (ÜHVQiisre K.
5I6N33 (Äilano 1780, 8».) i^st zu wiederhol,
ten Malen in's Deutsche übersetzt, einmal von
I . E. W, Muel ler (Zürch I78l). das andere
Mal von einem Anonymus (Wien 175l. 8".,
und Leipzig 1800, 8«.)^. — 6!tl5ai ^!<?o>
?«s), NI0F6 kistorigus äs Hlsn^Z (?a,ri2
1781, 8«.). — Hatti ^tt?-/o i ^ss^s) , Nxi-
wgo äeNa, vita. äol tu, oavaüLry ^.. li,.
2ISUF3 ((36Q0V2 1779, I"o1., mit Portr.). —
Wackerbarth (Aug. Ios. Ludw.), Verglei»
chende Züge zwischen A. N. Mengs und Sir
Joshua Reynolos (London 1794. 8<>.). —
Kunst. B la t t (Stuttgart. Cotta. 4«.) Jahrg.
1822, S. 342: „Antonio Naphael Mengs"
lsind vornehmlich die Zeiträ^ue berücksichtigt,
während denen Mengs in Spanien lebte).
— Didaskal ia. Blätter für Geist, Gemüth
und Publicität (Frankfurt a. M., 4°.) 1860.
Nr, 83. 84 u. 83 : „Aus Raphael Mengs' Iu»
gend". Von Amely Bölte. ^Diese biogra«
phische Episode ist in mehreren deutschen
Journalen, unter andern im „Aussiger Anzei'
ger" 1864, Nr. 36, u. o. f. ohne Angabe der
Autorin und bloß mit dem einleitenden Bei»
sahe abgedruckt: daß da6 prachtvolle Madon»
nendild in der Decanalkirche zu Auffig von
Mengs gemalt sei. Anderen Nachrichten zu»
folge soll aber dieses Bild ein Werk Carlo
Dolce's sein.) — Der Sammler (Wiener
Unterhaltungsblatt. 40.) Jahrg. 1809, S. 4l2.»
„Mengs' Jugend". — Hormayr (Joseph
Freih. v.), Oesterreichischer Plutarch (Wien.
80.) Bd. VI, S. 203. — Nagler(G. K. Dr.),
Neues allgemeines Künstler<Lerikon (München
1839, Fleischmann, 8°.) Bd. IX, S. 103—123.
— Velasc 0 (Anton Pelominus), Leben allcr
spanischen und fremden Maler, mit dem Leben
des berühmten Naphael Mengs vermehrt
(Dresden 1781, 8°.), — Pelzet (Franz Mar»
tin), Abbildungen böhmischer und mährischer
Gelehrten und Künstler, nebst kurzen Nach'
richten von ihrem Leben und Wirken (Prag
1773. Wolfgang Gerle.8°.) Theil IV, S. 181
di6188. —-Nalivslik LioFi-axkis 36116-
rais . . . xubliss Lous la äii'öetiou, 6.0 21.
19 Dr. Nootsr (kariä 1830 et 2., Oiäot,
8«.) loiuo XXXIV, x. 977. — Meusel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon