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Mensdorff-Pouilly 362 Mensdorff-Pomlly
Cavallerie ausführen ließ, dann vor
Szöreg am 3. und bei Temesvär am
9. August. Als bei Szöreg die Division
Bechtold von zwei und einer halben Bat'
terie unterstützt längs des Dammes und
an diesem gestützt, gegen die feindliche
Reiterei auf Szent.Ivän vorrückte, war
Graf M. zur Deckung des Rückens mit
vier Schwadronen seines Regiments dieß»
seits des Dammes aufgestellt. Der Raum
zwischen dem Damme und der stch rechts»
ziehenden Division Bechtold vergrößerte
sich aber mit jedem Augenblicke, so daß
daselbst die fünfzehn Geschütze nicht mehr
hinreichten, ihn zu decken, und der Feind,
diesen Umstand sofort benutzend, sich mit
drei Huszaren.Regimentern auf die Ge-
schütze warf, und längs des Dammes ein
viertes Regiment vorrücken ließ, um
diesen Angriff mit gehörigem Nachdruck
auszuführen. Wenn eS den feindlichen
Regimentern gelang, durchzubrechen, so
waren unsere fünfzehn Cavallerie>Ge»
schütze verloren. Graf M., der diese
Lage überschaute, übersetzte mit seinen
Schwadronen rasch den hohen Damm,
und attaquirte mit seinen Reitern so
entschieden und kräftig, daß die seind-
lichen Huszaren geworfen, verfolgt und
in ihrer Absicht, unsere Cavallerie-Divi.
sion abzuschneiden, gehindert wurden.
Obwohl es nicht geringe Schwierigkeiten
macht, mit größeren Cavalleriemassen
einen Damm zu übersetzen, so hat doch
der Graf in diesem Falle bewiesen, daß
eine mit Umsicht geführte tapfere Reiter-
truppe sich auch durch ein solches Hinder»
niß nicht zurückhalten lasse. I n der
137. Promotion — vom 26. März
1830 — wurde der Graf für seine Waf«
fenthaten, insbesondere für seine Reiter»
attaquc in der Schlacht bei Komorn,
mil dem Ritterkreuze des Maria There»
sien-Ordens ausgezeichnet. Im Novem< ber d. I . wurde der Graf zum General«
Major befördert, und in den nächstfol«
genden Friedensjahren zu diplomatischen
Sendungen und staatsmännischen Dienst»
posten verwendet. So erhielt er zunächst
aus Anlaß des schleswig-holsteinischen
Krieges eine diplomatische Mission und
ging dann auf längere Zeit als russischer
Gesandter an den kaiserlichen Hof nach
St. Petersburg. Als aber die orienta»
tische Verwickelung den Frieden Europa's
zu trüben begann, trat M. als Brigadier
in seine militärische Sphäre zurück.
Darauf wurde er commandirender Gene»
ral im Banat, begleitete im Jahre 4836
den Erzherzog M a x i m i l i a n nach
Paris, wurde in Folge des .October.
Diploms kaiserlicher Commifsar für die
serbische Wojwodschaft, und im Jahre
1862 Statthalter und oommandirender
General in Galizien. Auf diesem Posten
blieb der Graf, bis er als Nachfolger des
Grafen Rechberg mit Allerh. Hand-
schreiben vom 27. October 4864 als
Minister des Aeußern in das Ministerium
Schmerling berufen wurde. Auf die»
sem Posten verblieb der Graf bis zur Be>
rufung Beust's an seine Stelle, welche
schon wenige Monate nach dem unglück»
lichen Kriege mit Preußen im Jahre 1866
erfolgte. Was seine politische Stellung
als Minister des Aeußern innerhalb der
Zeit vom October 1864 bis November
1866 betrifft, so zeichnet sie ein Publicist
mit folgenden Worten: „Als Anhänger
Schmerling's kam der Graf in's Amt,
aber er blieb auf seinem Posten auch
nach Schmerling's Fall. Ein Anhän»
ger der Verfassungspolitik, blieb er Mi«
nister, auch als Graf Belcredi eintrat.
(5r soll die Sistirung der Verfassung
widecrathen haben, aber die Verfassung
wurde fistirt und er blieb im Amte. Er
z soll den Krieg widerrathm haben, aber
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon