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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
Seite - 365 -
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Seite - 365 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17

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Mensdorff-Pouiüy 368 Mensdorff-Pouilly war Capitän des Schlosses Stenay und blieb in der Schlacht bei Azincourt am 28. Octo- ber 1415. Aub ertin (IV.) war mit Johanna von Verouart vermalt, und aus dieser Ehe ent- stammt als zweiter Sohn Aubertin (V.) von Poui l ly , der sich im Jahre 4490 mit Ennentt von 5Ml-Nüure vermalte und die Linie der Herren auf Inor und Martincourt gründete. Ein Johann von Poui l ly , Nit> ter, Herr auf Inor und Martincourt, erscheint als lothringischer Kämmerer und unter König Heinrich IV. als französischer Hauptmann. Aus seiner Ehe mit Margaret ha von 5tnnchnmps hinterließ er mehrere Söhne, deren dritter, Fery (Friedrich) von Pou i l l y , der Stamm« uater der Barone von Gimery wurde. Fery war zuletzt lothringischer Oberst und seit 1624 mit ^Uttl! von Naiüard, Baronin von ^andres vermalt. Der zweite Sohn F er y's war Lud- wig von Pou i l l y , gleichfalls herzogl. loth» ringischer Ofsicier, und seit 1653 mit Maria von pouillu vermalt. Dieser Ludwig er« scheint als nächster Stammvater der heutigen Grafen von Mensdorff . Von seinen Nach- kommen war Albert Ludwig Baron von Poui l ly KIkrLckai äs oauip des Königs von Frankreichs und seit 1760 französischer Graf. Er emigrirte und ließ seine beiden Söhne, aus erster Ehe, Albert und Gma- uuel, den Namen Mensdorff , nach einem in der Grafschaft Noussy gelegenen Dorfe, annehmen. Er wollte dadurch verhindern, daß sie von den Republikanern, wenn sie in ihre Hände fallen sollten, erkannt würden. Indem der ältere dieser Söhne, Albert, den Tod auf dem Felde der Ehre gefunden, pflanzte der jüngere, Emanuel, sein Geschlecht fort, indem er sich mit 3opl)k Friederike Karolina Louise Herzogin von öachsm-CoöurU'öaalftld vermälte und dadurch in Verschwägerung mit den meisten jetzt regierenden Fürstenhäusern, zunächst aber der jetzt regierenden Königin Vic tor ia von Großbritannien trat, deren Gemal, der Prinz»Regent Albert, ein Neffe der Herzogin Sophie'war. Auch erlangte Emanuel Freiherr von Mensdorf f den österreichischen Grafenstand, welcher ihm mit Diplom vom 29. November 1818 verliehen wurde. Da spätere genealogische Nachforschun» gen erwiesen haben, daß das im Grafen» Diplome vom Jahre 1818 beschriebene Wap- pen von jenem, welches die Familie in frü» herer Zeit, vor ihrer Emigration aus Frank« reich, geführt, in mehreren Puncten abweiche, so wurde dem Grafen Emanuel mittelst Urkunde 6äo. Wien 26. März 1844 die. Ab« änderung des Wappens bewilligt; mit Di» plom vom 17. December 1839 aber ihm und seiner Nachkommenschaft beiderlei Geschlechts das In(.-olai des Königreichs Böhmen und der dahin einverleibten Länder verliehen. — Der heutige Stand der Grafenfamilie Mens» dorff, welche seither mit ihrem Namen MenSdor f f den früher geführten der Poui l l y verbindet und sich stets Menö- dorff .Pou i l ly schreibt, ist aus der neben, stehenden Stammtafel ersichtlich. sKneschke (Ernst Heinr. Prof. Oi-.), Deutsche Grafen- Hauser der Gegenwart (Leipzig 1833, T. O. Weigl. 8o.) Bd. I I , S. 105. — Derselbe. Neues allgemeines deutsches Adels-Lexikcn (Leipzig. Voigt, 8".) Bd. V, S. 236. — Gothaisches genealogisches Taschen» buch der gräflichen Häuser (Gotha, Iustus Perthes, 32».) XI.. Jahrgang (1867), S. 334. — Historisch.heraldisches Handbuch zum genealogischen Taschenbuche der gräflichen Häuser (Gotha 1856, Iustus Perthes, 32«.) S. 583.) ll. Einige denkwürdige Sproßen des Erafenhau» ses Mensdorss-Ponilll). 1. Albert Freiherr vonWensdorff 'Pouil ly, der ältere Sohn des Mkroekki äs akw.9 Albert Ludwig von Pou i l l y , und der Erste, der mit seinem Bruder Cmanuel ssiehe dessen besondere Lebensskizze S. 368^. um vor den Republi« kanern sicher zu sein, statt des eigentlichen Familiennamens P o u i l l y den Namen Mensdorff annahm, den die Familie in Verbindung mit dem ursprünglichen Geschlechts« namen Poui l ly noch zur Stunde führt. Albert trat in die Dienste der kaiserlichen Armee, wo er bereits im Jahre 1799 in den Kämpfen an der Trebia den Tod der Ehre fand. — 2, Albert Ludwig (geb. 13. De. cembec 1731, gest. zu London 14. November lsOO), der nächste Stammvater der heutigen Grafen Mensdo rf f«Poui l ly, der eben seine beiden Söhne Albert und Emanuel, um ihre Entdeckung von Seite der Republi« kaner zu erschweren, anstatt des bisherigen Familiennamens P o u i l l y den Namen Mensdorff , nach einem in der Grafschaft Noussy gelegenen Dorfe, annehmen ließ. A l» bert Ludwig, der frühzeitig in französische Kriegsdienste trat, stieg in denselben bald von Stufe zu Stufe und erlangte die Würde eines Marsekai äs oaiuv. Im Jahre 1789 wählte ihn der Adel von Verdun als Depu» tirten in die Generalstaaten, wo er sich durch
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Band 17
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Maroevic-Meszlenn
Band
17
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1867
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
506
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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