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Mensdorff-Pouilly 366 Mensdorff-Pouilly
seine entschiedene Opposition gegen die Re»
formen der Bewegungspartei hervorthat. Man
bebauptet, der Wortwechsel mit einem Mit»
t,!ieoe drr Deputirtenkammer habe zu einem
Duelle geführt, welches jedoch zur rechten
Zeit noch hintertrieben wurde. Im October
de? genannten Jahres nahm er seine Entlas»
sung. Er war einer dcr Ersten, welche nach
den Ereignissen in Paris emigrirten. er beglei»
tete die königlichen Prinzen, welche ihr Vater»
land verließen, und fungirte im Jahre l?92
als Botschafter derselben am Hofe des Königs
Friedrich Wi lhelm I I . von Preußen.
Später begab er sich nach London, wo er im
Jahre islw starb. Aus seiner ersten Ehe nur
Narie Antoinelte Gräfin Wassignal-Imeloutt
entstammen zwei Söhne: Albert undEma«
nuel. Beide die Ersten den Namen Mens«
dorff führend, und der zweite — der jün»
gere Emanuel — der erste österreichische
Graf. ^Vioxi-apkio nou vel lo ä6ä <Üon-
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raiLonue äs tous Iss Kosmos <^ui, äs^uis^H
revolutiou lrausiaii-o, out uc^uis äo 1a o^s-
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L. ^ou?, «l.^ orvinü Etc (?2.ri3 l820
st 2., «, lg. librairls diätori<ius, 8«) 1?oms
XVII, i>. i>3.) — 3. Alexander ss. d. beson-
dere Lebenöskizze S. 360). - 4. Alphons
Graf M. (geb. 23. Jänner Ist«), ein Bruder
des Grafen Alexander ls. d. S. 360) und
Arthur ss. d. Nr. 3); ist Oberst in der ka>.
serlichen Armee und Mitglied des Herrenhau«
ses des Reichsrathes auf Lebenszeit. Er war
in erster Ehe mit Tljcreft Gräfin Dietrichstem-
proskllu, Besitzerin von Voskowitz, oermält.
Die Gräfin hatte bei Lebzeiten mehrfach die
Absicht ausgesprochen, durch Einführung von
vier Schwestern der Congregation der christ-
lichen Liede des h. Vincenz von Paula in
Boskowitz der Armuth durch unentgeltlichen
Unterricht der weiblichen, verarmten und ver-
wahrlosten Jugend, und durch Aufnahme
erkrankter, armer, verlassener und hilfloser
weidlicher Personen zur Pflege unter die
Arme zu greifen. Dieses Vorhaben blieb durch
den unerwartet eingetretenen Todesfall der
Gräfin, welche am 29. December 185N, erst
33 Jahre alt, starb, unausgeführt. Der Gemal
der Verblichenen, Graf Alpho ns, übernahm
es nun, das Vorhaben derselben auszuführen,
brachte demzufolge vier Schwestern der ge»
nannten Congregation in einem Herrschaft«
lichen, zu einem Kloster umgestalteten Gebäude
unter und versah sie gegen die oberwähnten Verpflichtungen zum Unterricht und zur Kran<
kenpflege mit den erforderlichen Sustentations»
mitteln. Für Ertheilung des Unterrichtes unü
die Pflege der Kranken wies er gleichfalls dir
nöthigen Räumlichkeiten an und bestreitet die
sämmtlichen damit verbundenen Auslagen,
Am ersten Jahrestage des Absterbens der
Gräsin, am 29. December 1857. erfolgte in
festlicher Weise die Einführung der vier Schwe'
stern aus dem Orden des h. Vincenz von
Paula. ^Neuigkeiten (Brünner politisches
Blatt) l838, Nr. 2l2: „Das neue Kloster der
Schwestern der christlichen Liebe zu Bosko«
witz".^ Graf Alphons ist zum zweiten Male
seit 34. Mai i862 mit Marie geborncn Gräsin
Lamöerg (geb. 3. December 1833), Sternkreuz»
Ordens» und Palastdame Ihrer Majestät der
Kaiserin Elisabeth, vermalt. Aus beiden
Ehen sind Kinder vorhanden, aus der ersten
zwei Töchter, aus der zweiten eine Tochter
und ein Sohn ^vergleiche das Nähere in der
Stammtafel). — 5. -Arthur Graf M. (geb.
l9. August l8l7), ein Sohn des Grafen und
Maria Theresien »Ordensritters Emanuel
aus dessen Ehe mit Sophie Herzogin von
Sachsen'Coburg. Saa l fe ld , und Bru«
der der Grafen Alexander >.s. d. S. 360)
und Alphons s^. d. Nr. 4), Auch Graf Ar-
thur, der gleichfalls eine ausgezeichnete Er-
Ziehung erhalten hatte, wählte die militärische
Laufbahn und diente als Rittmeister im
Huszaren^Negimente Nr. 7, mit welchem er
unter Radetzky alle Schlachten und Kämpfe
des italienischen Krieges in den Jahren 1848
und l849 mitgemacht und im letztgenannten
Jahre zum Major befördert worden war.
Später trat er aus dem activen Dienste und
lebte in der Steiermark in einer der herrlich-
sten Gegenden dieses reizenden Gebirgslan»
des dem Genusse der Natur und der Uebung
der Kunst, denn der Graf ist ein ganz aus»
gezeichneter Dilettant im Malen und Zeichnen.
In neuester Zeit, als der Krieg Oesterreichs
mit Preußen ausbrach (1866). trat der Graf
wieder aus seiner ländlichen Zurückgezogen»
heit hervor, und zunächst beabsichtigend, ein
Freicorps zu bilden, verwirklichte er dieses
Vorhaben und organisirte im Mai g. I . das
k. k. österreichische Alpenjäger-Corps, welches,
da bei Zusammensetzung desselben die größte
Rücksichtnahme auf den Bildungsgrad der
Beitretenden genommen wurde, ein Elitecorps
wurde. Das Corps war zunächst für die
Operationen in Italien bestimmt und sollte
hauptsächlich zur Beunruhigung und Ueber»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon