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Mensdorff-Pouilly 369 Aensdorff-Pouilly
Schweiz ein. Im Gefechte bei Frauen-
feld. in welchem sich das Regiment Kinsky
so ausgezeichnet hatte, wurde er in der
rechten Hand schwer verwundet, in Folge
dessen für einige Zeit dienstunfähig und
auf Lebenszeit genöthigt, Degen und
Feder mit der linken Hand zu führen.
Im Jahre 1805 stand sein Regiment —
damals Klenau — im Iellaoio'schen
Corps. M. war bereits Schwadrons>
commcmdant. Insbesondere sein energi-
sches Auftreten bestimmte die Obersten
Grafen KinSky und Wartensleben
mit den Regimentern Klenau'Chevaur-
legers und Blankenstew-HuSzaren durch
einen kühnen Nachtmarsch sich der bereits
abgeschlossenen Capitulation von Bre»
genz zu entziehen, wodurch sie der Ge»
fangenschaft entgingen. Durch seine ge»
schickte Führung als Avantgarde-Com-
mandant gelangte das Regiment, unge»
achtet es im Nucken deS Feindes sich zu
halten genöthigt war, glücklich nach
Böhmen. Im Jahre 1806 befand sich
M., der sich bereits im Jahre 1806 mit
Sophie Prinzessin von Sach seN'Co«
bürg vermalt hatte, auf Urlaub zu
Saalfeld, am Hofe seines Schwieger-
Vaters des Herzogs Franz von S a ch-
. Es war eben damals, als
Prinz Louis von Preußen in dem un-
glücklichen Gefechte daselbst den Tod
fand. Mensdorf f 's ebenso umsichtiges
als entschlossenes Benehmen schützte den
Hof seines Schwiegervaters gegen den
brutalen Uebermuth des Siegers. auch
war es ihm gelungen, die Leiche des
gefallenen Prinzen für die königlichen
Anverwandten zu erhalten. Im Jahre
1808 wurde Mensdorf f zum Major
bei Merveldt-Uhlanen befördert. I in
folgenden Jahre rückte er mit der Avant-
garde des Kolowrat'schen Armeecorps
in Bayern ein. Bei Amberg am 12. und 13. August zeichnete er sich durch seine
Bravour besonders aus. Am 12. hatte
er von dem General-Major Crenne-
vi l le den Befehl erhalten, mit einer
Schwadron und mit einer Compagnie
vom 8. Iager-Bataillon von Schwarzen«
feld aus gegen Amberg vorzugehen, um
die Stellung des Feindes, der daselbst in
großer Stärke vermuthet wurde, zu
erforschen und zu beobachten. Als er
Amberg erreichte, stieß er in der That
auf den Feind, vertrieb ihn aber aus der
Stadt und nahm in derselben Stellung.
Aber schon am folgenden Tage, Früh
? Uhr, rückte das ganze französische erste
Chcisseur» Regiment, von 300 Mann
Jägern unterstützt, gegen Amberg an
und begann den Angriff. Mensdorf f ,
von der Wichtigkeit, welche der Besitz
Amdergs für die Unseren hatte, über»
zeugt, stellte sich nicht nur sofort dem
Kampfe entgegen, sondern ging alsbald
aus der bloßen Vertheidigung zum An«
griff über, und führte die erste Attaque
mit solchem Erfolge aus, daß der Feind
so viel von seinen Leuten verlor, als die
ganze Abtheilung Mensdorff 's betrug.
Als die Franzosen einen erneuerten Ver>
such, sich Ambergs zu bemächtigen, unter»
nahmen, erlitten sie eine neue Niederlage,
wurden von Mensdorf f ganz zurück'
geworfen und an zwei Stunden weit
verfolgt. Mensdorf f hielt die Stadt,
bis das erste Arm?ecorps herangerückt
war. Diese Bravour verdient um so
höhere Würdigung, als Mensdorf f ,
obgleich durch einen Schuß in die linke
Schulter verwundet, dennoch den Kampf-
platz nicht verließ, und ebm durch seine
Gegenwart zumeist zu dem glücklichen
Ausgange des Gefechtes beigetragen
hatte. Für seine Waffenthat bei Amberg
wurde M. durch Capitelschluß vom
Jahre 1810 mit dem Ritterkreuze des
v.Würzb ach. biogr.Lerikon. XVII. ^Gedr. 22. Juni l867/j 24
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon