Seite - 372 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
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Holzschnitt in der „Illustrirten Zeitung"
(Leipzig. I. I. Weber. kl. Fol.) Bd. V (<843).
S. 248.
Mensi, Frau; (Tonseher, geb. zu
Bistra im Chrudimer Kreise Böhmens
27. März 1753, Todesjahr unbekannt).
Sein Vater. Venetianer von Geburt,
stand als Hofmeister in Diensten des
Grafen Hohenems, und heirathete die
Tochter des gräflichen Wirthschaftsoi-
rectors, Barbara B i t t mann, welche
ihm den Sohn Franz gebar. Dieser
zeigte im frühesten Knabenalter großes
Talent für Musik, und erhielt neben dem
Unterrichte aus den ElementarZegenstän-
den den tüchtigsten musikalischen Unter-
richt. Später kam er mit seinen Eltern
nach Prag. wo er die Humanitats- und
philosophischen Classen besuchte, und sich
dann dem Studium der Theologie zu-
wendete. Er erlangte die philosophische
und theologische Doctorwürde, letztere
im Jahre 1776. Nach beendetem Studium
der Theologie trat er in die Seelsorge,
zuerst als Caplan in Smeczno. wo er
41 Jahre zubrachte, worauf er Localist
zu Hrobäiö und endlich Pfarrer zu Pcher
wurde. Neben seinem Seelsorgerberufe
blieb er der Kunst treu, und übte sie
fleißig in seinen Mußestunden. Wahrend
seiner Studienzeit in Prag hatte er bei
Joseph Reicha Unterricht im Violoncell
und bei Cajetan Vogel in der Compo«
fition genommen, und nunmehr mit tüch-
tigen Kenntnissen in der Theorie der
Musik, wie in der Behandlung einzelner
Instrumente ausgestattet, verlegte er sich,
und wie von Kennern ihm nachgerühmt
wird, mit Erfolg auf die Komposition.
Er schrieb viele und mannigfache Ton»
stücke, als: Messen, Offertorien, Gradua-
lien, Rorate, Antiphonen, Litaneien, und
in weltlicher Musik Symphonien und
Quartetten. Der Kirchenchor zu Stra« how besitzt mehrere semer Kompositionen,
welche noch, wieDlabacz berichtet, zu
seiner Zeit. im Jahre 4813. mit Beifall
aufgeführt wurden. Ein vollendeter Vio«
lin- und Violoncellspieler, hat er auch
mehrere tüchtige Schüler, darunter den
Grafen Philipp Sweerts Spork. Io-
hann Brodeczky. Wenzel Cziöek
u. A. ausgebildet. Im Jahre 1808 lebte
er noch als Pfarrer zu Pcker. M. war
damals 33 Jahre alt. Ob von seinen
Kompositionen etwas im Drucke erschie»
nen. wie auch sein Todesjahr, ist nicht
bekannt.
Dlabacz (Gottfr. Johann), Allgemeines histo<
risches Künstler»Lerikon für Böhmen und zum
Theile auch für Mähren und Schlesien (Prag
1813, Gottl, Haase, 4°.) Bd. I I , Sp. 807. —
Oesterreich ische Nat ional » Encyklo«
pädie von Gräffer und Czikann (Wien
1833. 8«.) Bd. I I I , S. 308. — slovuik
nknänF. liLäaktor Dr. I'raur. I^ aä. Ni<3-
Tor, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt
von I)r. Franz Lad. Riemer (Prag 1839.
Kober. Lex. 8«.) Bd.V, S. 243.
Meilsi von Klarbach, Daniel Freiherr
(Staatsbeamter, geb. zu Wien
19. Februar 4781, gest. zu Gratz
23. Juli 1863). Beendete bis 1805 in
Wien und Prag seine Vorstudien und
jene der Jurisprudenz. Während des
Kriegsjahres 1797 nahm er als Studi«
render am Land stürme Theil, welchen die
Stadt Wien aufgestellt hatte, und er-
warb sich dadurch die silberne Ehren-
Medaille vom Jahre 1797. Im Decem»
ber 1806 trat er zu Korneuburg in die
Kreisamtspraris, und erhielt im Jahre
1808 das erste der damals in Nieder-
österreich verliehenen Adjutcn. Im fol-
genden Jahre wurde er dem zum Landes»
Commiffäc ernannten Hofrathe und
Stadthauptmanne Joseph Paul Gottlieb
Freiherr von Leder er ^s. d. Bd. XIV,
S. 296. Nr. 4^ zugetheilt. Durch die
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon