Seite - 373 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
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Mnst 373 Mensi
Kriegsvorgange in Wien wurde er aber
bald von seinem Chef getrennt und
genöthigt, in verhängnißvoller Periode
selbstständig zu handeln. Es galt. dieHee
resabtheilung des Feldmarschall-Lieute
nants Baron Hi t le r , die sich mit der
Armee des Erzherzogs Kar l vereinigen
sollte und von allen Lebensmitteln ent>
blößt war, zu verproviantiert. Während
fünf Tagen bewirkte M. durch Requi-
sitionen bei den Landgemeinden und
Dominien des V. U. M. B, die Ver>
pflegung von so vielen Tausenden, sorgte
später mit dem Verpflegskörper der
Armee im Colonnenmagazine zu Sey»
ring für Lieferungen vom Lande, veran»
staltete nach der Schlacht von Aspern
die Beerdigung der Tausend und Tau»
send Gefallenen, und blieb im Gefolge
der Armee bei ihrem Rückzüge nach der
Schlacht von Wagram bis an die Grenze
von Mähren, dort aber warf ihn eine
lebensgefährliche Krankheit, die er sich
durch die übermenscklichen Anstrengungen
der letzten Wochen zugezogen, darnieder.
Nach seiner Genesung berief ihn der
Armeeminifter Graf Zichy an das kai«
serliche Hoflager nach Totis, wo er, wie
auch später in Wien, nach Art der
Staatsrath. Officiale verwendet wurde.
Nach dem Friedensschlüsse erhielt M.
von Sr. Majestät dem Kaiser Franz,
der den jungen, thätigen und sehr fähigen
Mann in Totis näher kennen gelernt,
zur „vorzüglichen Berücksichtigung" em»
pfohlen, eine Stelle im Präsidialbureau
der niederösterreichischen Negierung. Im
Jahre 1811 wurde M. zum Official bei
der neuerrichteten Einlösungs« und Til>
gungsdepntation befördert. Aber nicht
lange blieb M. auf diesem Posten, denn
in Kürze schon erfolgte durch eine unmit»
telbare Ernennung von Sr. Majestät
dem Kaiser seine Anstellung als erster Kreiscommiffar in St. Polten an die
Seite des bereits alternden Ro sch rn a nn.
Daselbst bot sich ihm neuerdings Gele-
genheit zu energischer und verdienstvoller
Thätigkeit, und zwar bei Schlichtung der
Robotstreitigkeiten seines Bezirkes, bei
der Orgamsirung der Landwehr in dem
bewegten Jahre 4812Ml3. die er selbst
ausführte, bei Leitung des Baues der
Verschanzungen bei Ibbs und bei Er-
richtung eines Feldspitales. Aus dieser
Wirksamkeit wurde er mit einem Male
ge-riffen, da sich ihn der jüngere Rösch-
mann zu einer geheimen Sendung —
die sich bald als eine Sendung nach
Tirol darstellte — erbeten hatte. Die
Commission, welcherM. zugetheilt wurde,
hatte den Auftrag, sick dem nach Tirol
vorrückenden Corps des Feldmarschall-
Lieutenants Fenn er zur Wiederbe»
ung und Vertheidigung dieses Landes
anzuschließen. Auch diese Stellung bot
ucht geringe Schwierigkeiten dar, und
vornehmlich dadurch. weil neben der
zunächst militärischen Seite des Unter-
nehmens auch diplomatische Rücksichten
gegen einen Nachbarstaat, den man für
die große Allianz zu gewinnen hoffte und
strebte, zu beobachten waren. Besser
wurden die Verhältnisse, als nach dem
zu Ried abgeschlossenen Vertrage Tirol
md Vorarlberg wieder mit Oesterreich
vereinigt wurden. Mensi amtirte nun
kurze Zeit als Vice.Delegat in Botzen.
wurde aber schon im October 1814 nach
Innsbruck berufen, um als Referent bei
der genannten Commission, die später
eineOlganisirungs'Hofcommissiongewor'
den. neben den Organisationsvorschlä«
gen, sowohl im politisch-administrativen.
wic im finanziellen Fache zu arbeiten.
Nachdem im Jahre 1813 die provisorische
Organisation- des Landes durchgeführt
worden, erfolgte Mensi's Ernennung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon