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Mercy 392 Mercy
Gegenrevolution in Frankreich herbeizu»
führen, wie er denn auch als derjenige
angesehen wird, der die Grundzüge zum
Vertrage von Pillnih entworfen hat.
Der neuesten Zeit war es vorbehalten,
über seine Stellung zur unglücklichen
Königsfamilie in Paris, und namentlich
von der Correspondenz Marie An toi«
nettens mit dem Grafen den Sckleier
zu lüften. Die Herausgabe von Briefen
der unglücklichen Königin, welche sie in
jenen bedrängnißvollen Tagen geschrie-
ben, durch Feuil let de Conches in
Paris, hatte zur Folge, daß auch von dcn
Schätzen unseres kaiserlichen Haus«. Hof<
und Staatsarchivs Einiges in die Oeffent-
lichkeit gelangte, denn hauptsächlich durch
obiges Werk von Feuil let de Conches
wurde die Herausgabe der zwei folgenden
Bnefsammlungen durch Alfred Ritter von
Arneth veranlaßt: „Maria Theresia
und Maria Antoinette. Ihr Briefwechsel.
Zweite vermehrte Auflage. Mit Briefen
des Abb6 de Vermond an den Grafen
Mercy" (Wien 1866. Braumüller,
gr. 8".) und „Maria Antoinette. Io-
seph I I . und Leopold I I . Ihr Brief-
Wechsel" (Wien 1866, ebd., gr. 8".), in
welch letzterem Werke namentlich viele
der in Feuil let de Conches' Werke
fehlenden Briefe der Königin an Mercy
und Mercy's an die Königin enthalten
sind. Nachdem der Graf Mercy d'Ar-
genteau sich, wie oben gemeldet
wurde, einige Zeit in Brüssel aufgehalten,
kam er als Gesandter nach London, wo
er aber bald, und zwar früher noch
starb, ehe sein Lieblingsproject, eine
Koalition der Machte Europa's gegen
die französische Republik, sich verwirk-
lichte. Die französischen Quellen rächen
sich an dem Grafen für den energischeu
Widerstand, welchen er den Seligkeiten
des RepublikanismuS von 1789 bis 1793 entgegenstellte, durch Herabsetzung seines
sittlichen Charakters, indem sie ihn als
Lüstling, als einen Cavalier ohne Zucht
und Sitte verläumden. was freilich nicht
mit dem Hofberichte übereinstimmt, den
der preußische Baron Fürst über Mercy
erstattet, welchem zufolge er „ein trocke.
ner Mann war. der immer in Sentenzen
redet, und selbst, als er der Gräfin
Kinsk)' den Hof machte, selten seine
Stirne entwölkte".
nouvoUe ües OonteinparkinL
l. ^.. V. ^rnault ; ^.. 5a?;
. Norvins (?ari5 182l et 2.,
oi-iyus, 8".) 1>oms XIII, y. 22 l.
ste. ?ar
N. <7ou?
librairis
e i l o F p s
xu.bli6s xa^ ^1^1. firmln Oiäat tiörsg
saus Ia clirectiou äs N. Is Dr. Hoeksr
(?ai-i5 1850 et 2., 8«.) Loms XXXV, p. 47.
— viotionnairo oioFraxlii^ue et niLto-
i-igus ää8 Kammes inai-yUI.118 6e 1a Kn
cw äix-kuitiemo Liöoie . . . (I^ncli'bZ 180N,
8".) loms I I I , p. i2. — I^'In äsx sn,-
clknco bel^e (in Brüssel erscheinendes po<
litisches Journal) 1864, Nr. 236. im Feuille-
ton: „1^ 68 et caetera clu tsm^5 xr65ent.
I^>3. reine Claris ^'ntoiuotte. I^ o oomto
Nieren ä'^rzenteau" d^aselbst heißt es von
dem Grafen in einem viel unbefangeneren
Tone, als er sonst aus französischen Quellen
vernehmbar ist: „IIn soorot iustinet avortit
I2 reins Claris ^.ntoinotto Äu äanFyr,
ma,i8 vo^ant Ia Nc»i Li caime et !a nation
21 oonftante, eile contient 5a plainte 6t
pruäonte, olle rockerclle aveo 8oin I03
meilleur» con8S2l5 äss p^Iu3 ?i2,dile5 con-
seilierL. Nn äo csux 1:1., ^rinoi^al
entre tnus par 2011 intsINZenoe et
2011 I>ol esprit, par ga pruäenoe et
80Q littvonement 5an6 dorues, ^1.
le eollits ^lero^ 6'^.rssentoau, <^ui
rs^rsLentait I'emxereur u, !a oour cls Ver-
5aiNeL, etait äevenn xou «, pen Ie oon5-
6ent 6e !a I^ eine."^ .
l. Zur Genealogie der Freiherren und Grasen
Mercy und Mercy d'Argenteau. Die Mercy
sind ein altes lothringisches Adelsgeschlecht,
dessen Ahnen bis in'S fünfzehnte Jahrhundert
zurückgeführt werden. Frühzeitig traten sie. in
die Dienste des österreichischen Kaiserhauses,
und schon Franz (l.), der Vater des berühm«
ten, bei Allcrheim (!65i;) auf dem Felde der
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon