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Merode 398 Werode
kam er als Professor an die damalige
Studienschule zu Feldkirch, wurde 1812
deren Nector, und nach der Rückkehr
Vorarlbergs an Oesterreich und nach
Wiederherstellung des Gymnasiums Prä-
fect, welchem Amte M. bis zu seiner Iu«
dilirung im Jahre 1840 vorstand. Noch
wahrend seiner Amtsthätigkeit wurde er
bei Gelegenheit der tirolischen Eibhuldi-
gung im I . 1838 von Sr. Majestät dem
Kaiser Ferdinand durch Verleihung
der großen goldenen Verdienstmedaille
ausgezeichnet. Seine Mußestunden ver<
wendete er auf die Ausarbeitung der von
dem Priester Franz Joseph Weizen eg-
gcr (gest. 1822) in Bregenz hinterlasse,
mn Manuscripte über Vorarlberg, die er
— hin und wieder mit nicht genügender
Kritik — unter dem Titel: „Vnrurlkerg
aus den Papieren tl!5 in Nrcgenz urrZtarbenlU
PrikZters Fmnz Illseph Weizenegger" (Inns>
bcuck 1839, Wagner'sche Buchhand,
lung. 8^.) in drei Abtheilungen heraus»
gab. Die zu Innsbruck erschienene „Neue
Zeitschrift deS Ferdinandeums" enthält
aber im I. Bande S. 104 u. f., aus
Merkle's Feder den Aufsatz: „Graf
Hannibal von Hohembs". Merkle
starb zu Feldkirch im Alter von 64 Iah»
im und vermachte seine Bücherfammlung
dem dortigen Gymnasium.
Chmel (Joseph), Der österreichische Geschichts«
falscher (Nicn <838, Fr. Beck. 8".) Bd. I,
S. 399. Nr. 22.— Handschriftlich eNo.
tizen deg Herrn kais. Rathes Ritter von
Bergmann.
Merode-Westerloo, Johann Philipp
Eugen Graf (kaif. Feldmarsch al l ,
geb. zu Brüssel 22. Juni 4674, aest.
im Jahre 1732). Seinen Vater hatte
der Graf, als er erst ein Jahr alt war.
durch den Tod verloren. Im Jahre
4677 heirathete die Mutter den zur
katholischen Religion übergetretenen Her»
zog Joachim Ernst von Holstein- Nethlvisch, jüngsten Sohn des Her«
zogs von Holstein-Ploen und der
Schwester des Herzogs Ulrich Anton
von Braunschweig - Wolfenb ü ttel.
Des jungen Grafen Stiefvater hatte als
General der Cavallerie in spanischen
Diensten, als er einst auf dem Schlosse
Westerloo im Quartiere lag, die damalige
Gräfm Merode kennen gelernt und sie
später geheirathet. Der Stiefvater trug
große Sorge für die Erziehung seines
Stiefsohnes, und da dieser von schwäch,
licher Gesundheit war, wurde frühzeitig
darauf hingearbeitet, ihn von der militä.
rischen Laufbahn abwendig zu machen.
I n seinen Knabenjahren machte M. mit
seinen Eltern große Reisen. Im Jahre
1686 ging er mit ihnen nach Spanien
und von dort aus begleitete er seinen
Stiefvater nach Afrika, um an der 35er«
theidigung der von den Mauren belager»
ten. damals noch spanischen Stadt Oran
Theil zu nehmen. Erst im Jahre 1689
waren sie aus Spanien nach Brüssel
zurückgekehrt. Als er sich einige Zeit
darauf mit seinem Stiefvater entzweit,
zog er sich auf die ihm gehörende, bei
Mastricht gelegene Herrschaft zurück. Im
Jahre 1692 machte er, mit dem Herzoge
wieder ausgesöhnt, unter seinem Com-
mando als Freiwilliger eine Campagne
gegen die Franzosen mit, im Jahre 1793
wohnte er der Schlacht bei Neerwinden
bei, kämpfte bei Namur, und als, um
ihm den Soldatendienst zu verleiden,
seine Eltern seine Beförderung hinter»
trieben, begab er sich nach Madrid und
erhielt dort eine Capitänstelle in der
Reiterei, die er in Mailand antrat. Nach
dem Ryswicker Frieden begab er sich in
sein Vaterland zurück, wo er theils auf
seinen Gütern, theils in Brüssel lebte.
I n Folge eineS Streites mit dem Chuc«
fürsten von Bayern, damaligen Gouver»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon