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Merode 399 Merode
neur der Niederlande, anläßlich der Lei
cheufeier des Königs Ka r l I I . vor
Spanien, erhielt der Graf, der damals
ein Regiment in Ostende commandirte.
Festungsarrest. Bei Ausbruch des spani
schen Successionskrieges that er wieder
Kriegsdienste, und zwar begab er sich
nach Italien. Später ging er in die
Niederlande zurück, wo auch bald die
Feindseligkeiten begannen; im Jahre
1703 wurde er zum K5a.l6ok2.1 äk oauao
ernannt. Im Jahre 1704 erhielt er ein
Kommando über die in Deutschland
stehenden spanischen und wallonischen
Truppen bei Breisach, kämpfte bei Hoch
städt (12. August 1704), in welcher
Schlacht er die wesentlichsten Dienste
leistete, verwundet wurde und zweimal
in Todesgefahr kam. Als die Alliirten
nun Landau belagerten und der Chur»
fürst von Bayern sich nach den Nieder,
landen zurückzog, begab sich auch der
Graf nach Hause. Er hatte für seine
ausgezeichneten Dienste, die mit großen
Vecmögensopfern verbunden waren, Aner.
kennung gehofft, aber keine solche, wie er
erwartete, erhalten, er nahm daher seine
Entlassung und trat durch Vermittelung
des Churfürsten von der Pfalz im August
1703 in die Dienste des Kaisers Kar l VI.
über. Er erhielt nun ein Regiment in
der kaiserlichen Armee, das berühmte,
nach ihm Merode-Westerloo benannte
Dragoner. Regiment, heute Windisch.
Grätz'Dragoner, und wurde im Jahre
1711 von Kaiser Kar l VI. nach Wien
berufen. Er reiste über Innsbruck, wo
der Kaiser sich eben zur Huldigung der
Stände befand, und als sich Kaiser
Kar l VI. von dort nach Frankfurt a.M.
zur Kaiserkrönung begab, gab ihm auch
der Graf das Geleite dahin; bereits
von dem Könige von Spanien zum
Ritter des goldenen Vließes, von dem Kaiser aber in Innsbruck zum Kammer»
Herrn ersten Ranges ernannt, war er m
beiden Eigenschaften berufen, bei der
Krönung Theil zu nehmen. Im Octo«
ber 1712 machte der Graf in Familien-
angelegenheiten — denn er hatte sich
schon im Jahre 1702 mit Mar ia
Theresia Pignate l i , Herzogin von
Monteleone, vermalt — eine Reise nach
Italien, von welcher er im November
1713 zurückkehrte. Den Rest dieses Iah-
res und die folgenden bis 1716 verlebte
der Graf auf seinen Gütern und in
Brüssel, worauf er im Sommer 1717,
zum Feldmarschall ernannt, sich nach
Wien begab. Da seine in Brüssel zurück-
gebliebene Gemalin bald darauf(9. August
1718) gestorben war, blieb der Graf in
Wien, wo er sich (im Juni 1721) zum
anderen Male, mit Char lot te Wi l -
helmine Prinzessin von Nassau»Ha«
damar, vermalte, auS welcher Verbin«
düng die heutigen Grafen von Ms rode«
Westerloo — die Herrschaft Westerloo
ererbte er von seinem Großoheim Phi^
lipp von Merode, der kinderlos gestor»
ben war — abstammen. Bald nach
'einer zweiten Heiiath zog sich der Graf
mit seiner Gemalin auf seine Güter
Zurück. Einige Quellen berichten, der
Graf sei im Jahre 1727 bei dem kaiser-
lichen Hofe in Ungnade gefallen. Der
Graf hat Memoiren hinterlassen, welche
rst von einem seiner Nachkommen in
unseren Tagen (1840) herausgegeben
worden sind. Ihr Titel ist in den Quellen
angegeben. Diese Memoiren find eine
ebenso wichtige, als unterhaltende Ge»
schichtsquelle. Sie umfassen die Zeit von
1702 bis 1732, und geben die interessan-
ten Aufschlüsse über die damaligen Zeit«
Verhältnisse und maßgebenden Person-
lichkeiten. Wenn auch der Graf durch-
aus nicht immer streng objectiv verfährt,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon