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Merode 400 Merode
was namentlich bei seinen Mittheilungen
über den Prinzen Eugen hervortritt,
den er immer und überall tadelt, so stellt
er doch ein bemerkenswerthes und für
den Historiker höchst schätzbares Material
bei. Vornehmlich beachtenswerth sind
seine Mittheilungen über den Kaiser
Kar l VI. und /eine Regierung. Er
weist in anregender Manier nach, wie es
den Ministern gelang, dem thätigen Für-
sien die Lust, selbst zu regieren, zu
nehmen. Er beschreibt die Besetzung der
höheren Staatsstellen, gibt über die,
welche sie bekleideten. als über den
Fürsten Schwarzenberg, die Grafen
von Herbers te in , Zinzendorf,
Schlik, Schönborit, Windisch.
Grätz. Starhemberg. Thnrheim,
Harrach, lesenswerthe Notizen. Er
schildert den Prinzen Eugen und dessen
Charakter, wclche Schilderung jedoch
durch eine Stelle im zweiten Bande der
Memoiren: „H'lu lu prinoe Nu^«ii6 paur
onnsuii" (p. t8l) die gehörige Auf»
klärung erhält. Aus seiner ersten Ehe
hinterließ der Graf, als er im Alter von
36 Jahren starb, eine Tochter, Isa-
bella Maria (geb. 13. October 1703).
welche sich im Jahre 1717 mit Franz
Joseph Grafen von Czernin vermalte
und schon im Jahre 1733 Witwe wurde.
Die zweite Gemalin gebar ihm neben
mehreren Kindern den Sohn Johann
Wilhelm (geb. 16. Juni 1722). mit
welchem dk Stammreihe der Grafen
Merode-Wester loo anhebt. Schließ,
lich muß noch bemerkt werden, daß
Oet ring er in seiner „LidlioArapinu
I)io^ra,))Iii^ue" (Vluxollos 183^ Itiö-
non), p. 1193, den Grafen Johann
Phi l ipp Eugen im Jahre 1763
geboren und im Februar 1830 gestorben
sein läßt, was offenbar kein Druckfehler,
sondern ein Irrthum um ein vollcs! Jahrhundert ist. Endlich werden im
Historisch-Heraldischen Handbuche zum ge.
nealogischen Taschenbuche der gräflichen
Häuser. S. 389, dem Grasen Johann
Phi l ipp Eugen zwei Söhne, Namens
Johann Phi l ipp und Phi l ipp
Max, zugeschrieben, was dahin zu be»
richtigen ist, daß die beiden aus der zwei«
ten Ehe stammenden Söhne Johann
Wilhelm (geb. 16. Juni 1722) und
Phil ipp Max (geb. 4. Juli 1729)
heißen, von denen der Erstere den Stamm
fortpflanzte.
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I>Li-cui' (7iia.rl6ü VI. ot«. et,o., Mdli<HL3 ^ar
VI. o^ (^umw äo Näi'o cl6-^Vu3t.Qr 1o o,
Lau arriöi-6 ^otit-tilä. 2 Vde. (lii'uxLlIu»
t840, soc.'!^t6 l)'i)oFi-a,pIiiy.uo dLl^s, 8l>.). —
Hübner (Johann). Genealogische Tabellm
(Leipzig l?3^. Glcditschenö Erben, kl. Qu. Fol.)
Bd. IV, S. i2?9, i280. l28l u. t282. —
^Iir Genealogie der Vraselt Mcrode und Me-
rode-Wcstcrloo. Die Merode sind eine alte.
ihren Ursprung aus der Provence und sogar
von den Grafen Barcel lona ableitende
Familie, welche ihre Abstammung bis in'ü
neunte Jahrhundert zurückführt, und aus wel.
cher ein Naimund Veranger, Graf uon
Barcel lo na, durch seine Heirath mit der
Infantin l)l,'ttoiM'll, einzigen Tochter Rami»
rez', Königs uon Aragonien, na6) seines
Schwiegeroatrrs Tode, König uon Aragonien
wurde. Ein Sohn desselben kam nach Frank»
reich, nämlich Peter Neranger, Fürst uon
Aragon, welcher den König Ludwig VI l .
auf seinem Kreuzzuge nach Palästina begleitet
hatte, nach seiner Rückkehr aber in die Nic<
derlande gezogen war, wo er sich mit Aleuda
(Adelaide) uon Rode, der einzigen Tochter ,
und Erbin Hugo's, Herrn und Barons uon
Rode, vermalt hatte. Dieser Familienname
Rode, den Peter Beranger angenom«
men, wurde um diese Zeit aus der volks»
thümlichen Redensart M'her von Rode (mein
Herr von Rode) in Merode umgewandelt.
Möge diese Metempsychose eines Familien»
namens dem Studium der Genealogen über»
lassen bleiben. Die Merod e's verbreiten sich
uon nun an in den Niederlanden, in Frank»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon