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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
Seite - 404 -
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Aersch Mersch er als Alliirter derselben die der Türkei von Rußland und Oesterreich abzutren- nenden Stücke auf ein billiges Maß zu beschranken bedacht war; geschah zu eimr Zeit. wo er den Universalfrieden in Europa zu stiften vorhatte, indem er Frankreich sich selbst überlassen wollte, und er sanguinisch genug schrieb: „die an« deren Herren denken nur zu sehr an sich selbst, zu wenig an Oesterreich". Aus den Händen der drei obgenannten Haupter der Bewegung empfing Mersch den Befehl über ein Corps von etwa drei. tausend Mann. Nachdem er den ersten Sieg bei Hoogftraaten erfochten, ver- lockte er die Oesterreicher nach Turnhont, griff sie mit Ungestüm an und bemäch' tigte sich ihrer ganzen Artillerie (27. Octo- ber 1789). Dann unterstützte er, durch geschickte Bewegungen die Provinzen deckend, den Aufstand in Flandern und Brabant, bemächtigte sich mehrerer Plätze, drang in Namur ein (17. Decem» bei), und schob seine Vorposten bis nach Luxemburg vor. Schon herrschte aber Zwiespalt zwischen dem souveränen Con- greß der aufständischen Provinzen und dem General en. oko5, der auf eine bessere Verwendung der zum Solde der Truppen bestimmten Summen mit aller Entschiedenheit drang. Als dieser endlich ganz offen zu verstehen gab, daß er sich mit den Gutgesinnten in Verbindung setzen werde, um der Unordnung in der Verwaltung ein Ende zu machen, traf die Volkspartei im Einverständnisse mit den Agenten des Berliner Cabinets Anstalten, um ihn zu verdächtigen. Als er sich gar in Bewegung setzte, um die Pöbeleiceffe mit feiner Mannschaft zu unterdrücken, klagte man ihn öffentlich des Hochverrathes an, und der preußische General Schönfeld, der sich den Ständen von Brabant zur Verfügung gestellt hatte, wurde gegen ihn mit einer Truppenmacht von 7000 Mann entsen- det. Am 6. April 4790 standen sich beide Armeen gegenüber, jedoch kam es zu keinem Kampfe. Van der Mersch, den ein Theil seiner Officiere im Stiche gelassen hatte, ließ sich durch Vorspiege- lungen seiner Feinde berücken. Am 8. April stellte er sich vor den Mitglie- dem des Kongresses. „Ich komme", sprach er vor diesen, „aus freien Stücken und einzig in der Absicht, mich von den hartnäckigen Beschuldigungen, die man gegen mich schmiedet, zu reinigen, und meinen Kopf der Nation als eine Ga« rantie meiner Treue anzubieten; wenn ich schuldig befunden werde, so muß er fallen, aber ich erwarte auch eine voll« ständige Sühne, wenn man mich des angeschuldigten Verbrechens nicht zu überführen vermag." Statt ihn vor ein Gericht zu stellen, wie er verlangt und gefordert hatte, beschränkte man sich einfach damit, sich seiner Person zu bemächtigen, ihn zuerst in der Citadelle von Antwerpen, dann im Kloster der Alexiner zu Louvain gefangen zu halten, worauf er erst, als gegen Ende deS Jahres 1790 die österreichische Armee wieder einrückte, von dieser in Freiheit gesetzt wurde. M. hatte seine Rolle ausgespielt, zog sich nach Dadizeele, einem bei Menin gelegenen, ihm eigenthümlichen Landguie zurück, wo er den kurzen Rest seines Lebens — er starb schon zwei Jahre dclrnach im Alter von 38 Jahren — in gänzlicher Zurückgezogenheit und mit Aufzeichnung seiner Memoiren, verlebte. Diese letzteren wurden nach den von ihm beigestellten Materialien von einem sei« ner Ofsiciere Namens Dinne zusammen- gestellt und in drei Bänden herausgege» ben. Ihr Titel steht in den Quellen verzeichnet. Eine bereits sehr seltene, mit
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Band 17
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Maroevic-Meszlenn
Band
17
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1867
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
506
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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