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Mertens 408 Mertens
schlechten Umrissen ausgestattete Schrift,
betitelt: „Nistoirs gsorsts 6t ansoäo-
ti^us äs i'inLurc'rsotioQ bsiFiHlis,
Van äsr ^loot. Drams liistori^s sn
aotss et sn ^rosft. Dsäi6 a 1a
1s roi äs Voksins st äs
ris Lr^äuit an üamanä äs Van-
n-I^aÄrt?: O^tois, ?ar N. V. L."
1790, Q^S2 Iss k^. äs
äs ^Äkrksiä) VIII. u. 9—
238 S. 8".), gibt in ihrer, wenngleich
ganz ungeschichtlichen dialogisirten Form
interreffante Aufschlüsse über die belgische
Bewegung jener Tage und ihre Rädels«
führer. Auf S. 7 befindet sich auch van
der N o ot's Bildniß, mit der treffenden
Unterschrift: „Rosxioo lunsm" , der
fünfte Act aber trägt die Ueberschrift:
„Van. äsr KtsrLok. ou. 1s I'riorü^ks äu.
5auati8Ms". Original und Uebersetzung
sind im Jahre der Bewegung, 1790,
noch ganz unter dem Eindrucke derselben,
da den Autor noch nicht Einflüsse, der
sie leitenden Persönlichkeiten irreführten,
erschienen.
rss kistorignss et xiZoss Hustiüoa,-
tivss i>ou.r 21. van ä.sr ^Isrsoii. 3 Bde.
(I^Mo 179l, 8°.).
Mertens, Karl Ritter von (Arzt,
geb. zu Brüssel im Jahre 1737, gest.
zu Wien 26. September 1788). Ent-
stammt einer alten Brüsseler Patrizier«
familie. Nachdem er die erste Bildung in
seiner Vaterstadt erlangt, begab er sich,
um die Arzneiwiffenschaft zu studiren,
nach Paris und Straßburg, und erlangte
1788 an letzterem Orte die Doctor«
würde, bei welcher Gelegenheit er die
Dissertationsschrift: „ I s v«?ns?-s Fs^o-
(F 1738) herausgab.
Familienverhältnifse bestimmten ihn, sein
Vaterland zu verlassen und nach Oester« reich zu übersiedeln, wo er sich in Wien
als Arzt niederließ.. Daselbst neun Jahre
thätig, folgte er im Jahre 1767 einem
Rufe als Arzt des Waisenhauses in
Moskau, wo er im Jahre 1763 die in
Rußland noch neue Pockenimpfung nach
der Sutton-Dimsdaleschen Methode ein«
führte, an den allgemeinen Berathungen
über die Pest in Moskau theilnahm und
die ihm anvertraute Anstalt vor dieser
Seuche schützte. Nach Mittheilungen sei«
nes Enkels, des österreichischen Poeten
Ludwig von Mertens ss. d. S. 407),
war seine Lage als Arzt in Moskau
während der verheerenden Epidemie eine
sehr bedrohte. Er hatte sich nämlich vor
den Verfolgungen des Pöbels in Moskau,
der ihn als den Urheber des Verbotes,
die Communion unter der Gestalt des
Weines der Ansteckung halber zu empfan»
gen, betrachtete, nach einem von der
Stadt mehrere Stunden entfernten Land»
hause flüchten müssen. Der Erzbischof, wel»
cher von der Kanzel herab dieses Verbot
verkündete, wurde von dem fanatischen
Pöbel erschlagen und in Stücke gerissen.
Nach einem sechsjährigen Aufenthalte in
Rußland kehrte M. im Jahre 1772 nach
Wien zurück, wo er von Neuem seine
Praxis ausübte, seine nicht unwichtigen
Beobachtungen über Volkskrankheiten,
welche einen Zeitraum von 20 Jahren,
1762__1>782, umfassen, sammelte und
durch den Druck veröffentliche. Seine im
Drucke erschienenen Schriften sind außer
der schon angeführten Inaugural-Disser»
tation:
1766, Fr. 8«.); — „Oöss?-
(ibiä. 1778, 8".); — „
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon