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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
Seite - 408 -
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Seite - 408 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17

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Mertens 408 Mertens die kaiserliche Armee eintrat. Er kam nach Italien, wurde in kurzer Zeit Offi- cier, und nachdem der Feldzug im Süden bald beendet war, zur Armee nach Ungarn, bei welcher er neben den die Gesundheit zerrüttenden Folgen eines unqewohnten Klima'S und anstrengender Strapazen unter Ie l laö iä die Cerni- rung Peterwardeins mitmachte. Zur Herstellung seiner stark angegriffenen Gesundheit erhielt er Urlaub, den er in Salzburg bei seinem ältesten Bruder, dem Bescher des Schlosses Leopolds- krön, verlebte. Kaum einigermaßen her- gestellt, kehrte er zur Armee zurück, kam nach Italien, wo sich aber seine physi- schen Leiden neuerdings, und in so an» greifender Weise kundgaben, daß er auf ärztlichen Rath die militärische Laufbahn aufgeben mußte und sie nun mit jener im Civilstaatsdienste vertauschte. M. erhielt nun eine Anstellung bei der k. k. Post» direction in Trieft, wo er mehrere Jahre, aber immer an den Folgen des ungari» schen Fiebers siechend, zubrachte, bis seine Uebersetzung nach Salzburg er- folgte, wo ihm das Klima mehr zusagte und er nach längerer Zeit auch von seinem Leiden genas. Im August 1865 wurde M. von Salzburg zum Postamte nach Hietzing übersetzt, wo er, seit 1861 verheirathet, zur Stunde sich noch befindet. Ohne anfänglich literarisch thätig zu sein, fühlte sich doch M. früh zur Literatur und ihren Meister» werken mächtig hingezogen und in der Beschäftigung damit die meiste Befriedi» gung. So las, ja studirte er Shake- speare in der Ursprache, trieb griechische und lateinische Studien, vertiefte sich neben Homer, V i rg i l und Horaz in Lessing's dramaturgische Schriften, während er an der Hand von Vischer's Aesthetik die Theorie der schönen Künste in einem fünfactigen. Trauerspiele „König Ottocar", welches 1862 bei Bloch in Berlin im Drucke erschien, zu verwirk» lichen suchte. Die Kritik that von dieser Dichtung den Ausspruch, daß dieselbe eigenthümliche Schönheiten besitze und neben Gr i l lparze r's bekannter Tra» gödie genannt zu werden verdiene. Ein Jahr später vollendete er, zumeist durch Kinkel 's „Otto, der Schütz" angeregt, „Das belagerte Wien. Eine Reimchro- uik" (Leipzig 186t, zweite (Titel-) Aufl. . 1864, O. A. Barch), an welcher Dich. tung M.' an sieben Jahre gearbeitet. M. erzählt darin in wechselnder rhythmischer Form die zweite Belagerung Wiens durch die Türken im Jahre 1633. Sich beinahe strenge an die Chronik haltend, schildert er das türkische und ungarische Heer, die Flucht des Hofes, den Helden Starhemberg, des Lothringer's Einzug, die Recognoscirung des türki» schen Lagers durch den waghalsigen Kolschützki, die Ausdauer der Bürger, den Verrath der Jesuiten, das Erschei» nen des Bischofs Ko l loni tsch u. s. w. in technisch vollendeter Form. in spannen» der Weise und als Grundgedanke der ganzen Dichtung tritt die unumstößliche Wahrheit: „daß Bürgermuth der höchste Wall sei" lebendig hervor. Die Dich. tung fand in der deutschen Kritik die ehrenvollste Aufnahme. I n der Zeitfolge zunächst reihte sich daran die epische Dichtung: „Na5 Idyll M dem Kchllnberge" (Wien 1363, Schöne» werk), in welchem man in guten Hera« metern neben Bildern des freundlichsten Stilllebens in Natur und Familie einer hochpoetischen Schilderung der Geschicke Wiens von Nor imund bis Erzherzog Kar l begegnet. So ziemlich zu gleicher Zeit vollendete der Poet das auch in Wiens Geschichte einschlägige Trauer»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Band 17
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Maroevic-Meszlenn
Band
17
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1867
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
506
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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