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stabe auS. Später, als der Monarch die
Zusammenberufung eines eigenen Capi»
telS anordnete, welches die Verdienste
aller jener Officiere prüfen sollte, die in
den Feldzügen der letzten Jahre (4790
bis 1793) Ansprüche auf die höchste mi-
litärische Auszeichnung zu haben glaub-
ten, wurde M. in der 34. Promotion
(vom 7. Juli 1794) mit dem Ritter-
kreuze deS Maria Theresien-Ordens ge>
schmückt. Nach seiner Rückkehr von Wien
schickte ihn sein Chef, Prinz Coburg,
mit Auftragen in's Hauptquartier der
alliirten Truppen, dort lernte ihn der
Herzog von Uork kennen, und erbat sich
ihn von dem Prinzen mit noch einigen
anderen Generalstabs. Ofsicieren. Nun
fungirte M. als General-Quartiermeister
der englifch-hannoveranischen Armee in
der Schlacht bei Famars, wahrend der
Belagerung von Valenciennes und bei
der Eroberung von Lannoy. und führte
in dieser Periode auch eine ihm über-
tragene Sendung nach England auS.
Im Feldzuge des Jahres 1794 that er
sich unter den Augen Sr. Majestät des
bei der Armee anwesenden Kaisers vor
Landrecy bei verschiedenen Anlässen, so«
wohl wahrend der Belagerung, wie bei
mehreren Gefechten und schließlich bei der
am 22. April gekämpften Schlacht, in
welcher ihm die Vertheidigungsanstalten
des rechten Flügels anvertraut waren,
durch sein ebenso umsichtiges als tapferes
Verhalten hervor. Der Monarch zeich,
nete den wackeren Officier auf dem
Schlachtfelde durch Ernennung zum
Obersten aus; daß er im nämlichen Jahre
den Maria Theresien«Orden erhielt,
wurde oben bereits bemerkt. Neue Ver-
dienste erwarb sich M. in der am 10. Mai
gefochtenen Schlacht bei Tournay. Ver-
eint mit den englischen Generalen Har>
court und Dundas, welche 16 Esca» dronen schwere Cavallerie führten, be«
werkstelligte M. mit seinen vier Escadro«
nen Huszaren die ihm von dem Herzoge
von Dork anbefohlene Umgehung des
feindlichen rechten Flügels,' wodurch
dieser eine vollständige Niederlage erlitt.
Die Schlacht war gewonnen, während
der Feind an 3000 Todte und Verwun«
dete zahlte, außerdem 300 Gefangene,
13 Geschütze und noch mehr Munitions-
karren verloren hatte, betrug der Verlust
der Unseren im. Ganzen an Todten, Ver«
wundeten und Vermißten nicht mehr
denn 320 Mann. Der Graf verlor in
dieser Schlacht ein Pferd unter dem
Leibe, ein zweites wurde schwer verwun«
det und M. gerieth dadurch in Gefangen»
schaft, aus welcher er jedoch bald wieder
befreit wurde. In Folge seiner durch die
Anstrengungen des Feldzuges geschwäch,
ten Gesundheit bat er um Uebersetzung
aus dem Corps zu einem Regimente,
und kam in Folge dessen zu Karaczay«
ChevauxlegerS. Dieses Regiment führte
er ruhmvoll im Tressen bei Wetzlar im
Jahre 1796. wesentlich zum Siege bei«
tragend, und bei Ukerad, wo er mit
einer Division den Feind, ° von dem
unsere Infanterie und das Geschütz
bereits sehr gefährdet waren, über den
Haufen warf. Nun wurde der Graf zum
General'Major befördert und noch im
nämlichen Jahre Inhaber des. 1. Uhla»
nen«RegimentS, vormals MeszaroS-UH«
lanen. Auch wurde er in demselben
Jahre zu wichtigen diplomatischen Mis»
sionen verwendet; so unterhandelte er bei
Iudenburg mit Bonaparte den zehn«
tägigen Waffenstillstand, wohnte dem
Abschlüsse der Friedens.Präliminarien im
Schlosse Eggenwald bei Leoben, den
Friedensunterhandlungen zu Campofor«
mio bei Udine bei, und war er Mitun«
terzeichner deS zwischen Kaiser Franz
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon